Von Redaktion Macwelt - 26.12.2012, 05:59

Jahresrückblick

Apple bilanziert Rekordumsatz und -gewinn

Apple bilanziert Rekordumsatz und -gewinn

Das erste Quartal ist traditionell das stärkste, umfasst es doch das Weihnachtsgeschäft. Die Bilanz für Q1/2012 ist glänzend und hilft dem Aktienkurs des Unternehmens weiter auf die Sprünge.
Apple nennt am 24. Januar 2012 einen Quartalsumsatz von 46,33 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 13,06 Milliarden US-Dollar für den Zeitraum vom Oktober bis Dezember 2011. Den Umsatz hat Apple dabei gegenüber dem Vorjahresquartal um 73 Prozent gesteigert und den Gewinn von seinerzeit rund 6 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Pro Aktie verdiente Apple 13,87 US-Dollar, 116 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Erwartungen der Analysten übertrifft Apple damit deutlich, diese hatten im Schnitt mit 10,08 US-Dollar Gewinnt pro Aktie und einem Umsatz von 38,85 Milliarden US-Dollar gerechnet. "Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis und extrem zufrieden mit dem Schwung unseres Geschäfts", erklärt Apples Finanzchef Peter Oppenheimer auf der telefonischen Bilanzpressekonferenz. Apple habe das "stärkste Produktportfolio seiner Geschichte" wie die Rekordumsätze in gleich drei Produktkategorien zeigten.
Den von Apple-CEO Tim Cook im Oktober prognostizierten Verkaufsrekord für das iPhone hat Apple deutlich erreicht und 37,04 Millionen Geräte verkauft - weit mehr, als Marktbeobachter erwartet hatten. Das sind 128 Prozent mehr als im Vorjahr, den bisherigen Verkaufsrekord von 20,34 Millionen iPhones aus dem dritten Quartal 2010/2011 hat Apple pulverisiert. Die iPhone-Sparte bringt Apple einen Umsatz von 24,4 Milliarden US-Dollar ein, im Vorjahr waren es noch 10,5 Milliarden US-Dollar. Im Berichtszeitraum hatte Apple das iPhone 4S auf den Markt gebracht.
Der gesamte Smartphone-Markt sei im Quartal um lediglich 40 Prozent gewachsen, betonte Cook, der aber auch einräumte, dass Apple von der Verzögerung der Markteinführung des iPhone 4S profitierte. Zahlreiche Kunden hatten ihren Kauf verschoben, weshalb auch im Vorquartal der iPhone-Absatz unter den Erwartungen vieler Analysten geblieben war. Das iPhone 4S war über das Quartal meist knapp gewesen, Apples mutige Verkaufsprognosen hatten sich sogar als zu niedrig erwiesen. Der Boom des iPhone 4S dürfte anhalten, im Januar kamen 21 neue Länder hinzu, in denen Apple das aktuelle Modell verkauft, darunter China. Das iPhone 4S ist nun in 90 Ländern erhältlich.
Bereits im Weihnachtsgeschäft 2011 war klar, dass Apple im ersten Kalenderquartal 2012 ein neues iPad bringen würde, diesbezügliche Erwartungen haben dem Abverkauf des iPad 2 aber nicht geschadet. Apple hat im Weihnachtsgeschäft 15,4 Millionen Tablets verkauft, 111 Prozent mehr als die 7,3 Millionen iPads des Vorjahres. Der Umsatz mit dem iPad steigt um 99 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar. Insgesamt hat Apple nun 55 Millionen iPads verkauft.
Wie wichtig das iPad für Apples Zukunft ist, lässt sich an einer einfachen Statistik erkennen: Ohne iPad ist Apple in den USA nur der drittgrößte Computerhersteller und in der Welt nicht unter den Top 5, rechnet man das Tablet-Segment dazu, löst Apple HP als größten Computerhersteller der Welt ab. Nach eigenen Angaben hat Apple bis Ende 2011 315 Millionen iOS-Geräte verkauft, davon 62 Millionen im Weihnachtsgeschäft. Neben dem iPhone und dem iPad also auch rund zehn Millionen iPod Touch, die damit den Löwenanteil des iPod-Absatzes ausmachen. Der Verkauf des einstigen Verkaufsschlagers geht um 21 Prozent auf 15,4 Millionen Stück zurück - jedoch wildern auch iPhone und sogar iPad im iPod-Segment. Der iPod hält laut Apple weiterhin 70 Prozent Marktanteil bei MP3-Playern, Zeichen dafür, dass Smartphones generell den MP3-Player weitgehend überflüssig machen.
Auch in seinem klassischen Geschäft steht Apple so gut da wie noch nie: Im Berichtszeitraum hat Apple 5,2 Millionen Macs verkauft, 26 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Genaue Zahlen nennt Apple nicht, laut Oppenheimer hätten jedoch starke Absätze von Macbook Air, Macbook Pro und iMac die Zahlen nach oben getrieben. Laptops hat Apple 3,72 Millionen Stück verkauft und Desktops 1,48 Millionen Stück, beides sind in ihren jeweiligen Segmenten Bestwerte.
Mit seiner eigenen Ladenkette kann Apple mehr als zufrieden sein, die 361 Läden weltweit sorgten für einen Umsatz von 6,1 Milliarden US-Dollar, im Vorjahr waren es noch 3,85 Milliarden US-Dollar gewesen. 110 Millionen Besucher zählte Apple im Quartal, 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese kauften unter anderem 1,1 Millionen Macs, der durchschnittliche Umsatz pro Apple Store stieg von 12 Millionen auf 17,1 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2012 möchte Apple 40 weitere Apple Stores eröffnen, 30 davon außerhalb der USA.
Apples Barreserven betragen nun 97,6 Milliarden US-Dollar. Was Apple aber mit dem Geld anfangen werde, diskutiere die Unternehmensführung intensiv - wenig später beschließt Apple eine Dividende verbunden mit einem Aktienrückkaufprogramm. Dafür will der Mac-Hersteller jährlich zehn Milliarden US-Dollar ausgeben.
Im nachbörslichen Handel legt die Apple-Aktie ob der optimistischen Aussichten zu, um 7.23 Uhr MEZ steht der Kurs bei 451,20 US-Dollar - so hoch wie noch nie bei Börsenschluss. Weitere Rekordwerte werden folgen - bis die Aktie im Herbst wieder nachgeben wird - auf ein Niveau deutlich über dem des Januar.
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