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Apple bilanziert neues Rekordquartal - Kassenschlager Macbooks

22.01.2009 | 10:00 Uhr |

Erstmals über 10 Milliarden US-Dollar Umsatz in einem Quartal, neue Verkaufsrekorde für Macs und iPods: Apple legt erneut die Bilanz für das "beste Quartal aller Zeiten" vor. Lediglich Desktop-Rechner verkaufen sich nicht mehr so gut und auch das iPhone fällt gegenüber dem Vorquartal wie erwartet zurück.

Aufmacher Apple Bilanz
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Apple trotzt der Wirtschaftskrise: Der Mac-Hersteller hat das vergangene Jahr erneut mit einem Rekordquartal abgeschlossen. Der Umsatz stieg in dem Ende Dezember abgelaufenen ersten Geschäftsquartal um 5,9 Prozent auf 10,17 Milliarden Dollar. Beim Gewinn legte Apple um 1,8 Prozent auf 1,61 Milliarden Dollar zu. Es war das erste Mal, dass das Unternehmen mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz in einem Quartal verbuchte, betonte Apple nach US- Börsenschluss am Mittwoch. Der Gewinn pro Aktie betrug 1,78 US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld der Bekanntgabe der Bilanz mit einem Umsatz von 9,6 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 1,39 US-Dollar pro Aktie spekuliert. Auch lag Apple deutlich über den eigenen pessimistischen Aussichten vom Oktober, als Finanzchef Peter Oppenheimer einen Gewinn von 1,06 bis 1,35 US-Dollar pro Aktie in Aussicht gestellt hatte. Die Basis des Erfolges sieht Oppenheimer im "besten Produktangebot aller Zeiten", mit dem Apple in das Weihnachtsgeschäft gegangen sei: "Der Markt hat geantwortet." Die Aktie stieg nachbörslich um knapp sieben Prozent auf 89,90 Dollar. - schon bis Börsenschluss war sie gestern um 4,63 US-Dollar oder 5,92 Prozent auf 82,83 US-Dollar gestiegen.

Vom iPhone hat Apple 4,36 Millionen Geräte verkauft - ein Plus von 88 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings konnte Apple nicht an die knapp 6,9 Millionen iPhones aus dem Quartal davor anschließen, in dem das iPhone 3G gerade erst auf den Markt gekommen war. Im Kalenderjahr 2008 verkaufte Apple damit insgesamt rund 13,67 Millionen iPhones und übertraf damit deutlich das eigene Ziel von zehn Millionen. Zum Jahresende 2008 wurde das iPhone in 70 Ländern angeboten.

Mit gut 22,7 Millionen iPods wurden bei einem Zuwachs von drei Prozent so viele dieser Multimedia-Player verkauft wie noch nie zuvor. Apple sieht den US-Marktanteil bei MP3-Playern bei 73 Prozent und beruft sich dabei auf Zahlen der NPD Group. Auch außerhalb der USA sei der iPd sehr erfolgreich und lege zu, in Großbritannien und Australien auf Marktanteile über 70 Prozent, auf über 60 Prozent in Japan un auf über 50 Prozent in Kanada. Selbst in Deutschland, Frankreich Italien und Spanien habe der iPod im Vorjahresvergleich zulegen können. Zum Apple TV nennt der Hersteller keine genauen Zahlen, die Leihfilme hätten jedoch für einen dreimal höheren Absatz als im Vergleichsquartal vor einem Jahr gesorgt. Das Apple TV führt Apple weiterhin als "Hobby", glaubt aber laut Tim Cook nun, dass sich im Markt etwas bewege.

Der Absatz von Macs erhöhte sich im Jahresvergleich um neun Prozent auf 2,52 Millionen. Zum sechsten Mal in den letzten sieben Quartalen kann Apple damit einen neuen Rekordwert vermelden. Dabei erwiesen sich vor allem die neuen Macbooks und Macbooks Pro als Kassenschlager. Der Absatz der mobilen Computer schoss um gut ein Drittel auf knapp 1,8 Millionen hoch. Hingegen fielen die Verkäufe der Desktop-Computer um ein Viertel auf 728 000 Geräte. Apple hatte im Berichtszeitraum aber weder einen neuen iMac noch einen neuen Mac Pro vorgestellt, vom Mac Mini ganz zu schweigen. Laut Oppenheimer sei auch im gesamten Markt ein Trend hin zu Mobilrechnern zu erkennen.

Netbooks - ultraportablen Rechnern mit niedrigem Preis, haben Oppenheimer und COO Tim Cook erneut eine Absage erteilt. "Aus unserer Sicht basieren diese Geräte auf Hardware, die nicht so mächtig ist, wie das, was die Leute wollen, die Softwarequalität ist nicht so hoch, die Tastaturen beengt und die Displays klein." Dennoch werde Apple den Markt weiterhin beobachten, für den man "einige Ideen" habe.

Apples eigene Stores, mittlerweile in zehn Ländern mit insgesamt 251 Filialen vertreten, spülten einen Umsatz von 1,74 Milliarden in die Kassen Cupertinos, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz pro Laden fiel jedoch aufgrund der schwierigen Bedingungen für den Handel in den USA von 8,5 Millionen US-Dollar auf 7 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2009 will Apple 25 neue Läden eröffnen, die Hälfte davon in den USA.

Apples Barreserven sind auf 28,1 Milliarden US-Dollar gestiegen, Oppenheimer will die Priorität beim Investment auf die Erhaltung des Kapitals setzen. Das nächste Quartal könne man nur ungefähr vorhersagen, die Erwartungen streuen weit. Oppenheimer rechnet mit mit 90 Cent bis 1 US-Dollar Gewinn pro Aktie bei einem Umsatz zwischen 7,6 und 8 Milliarden US-Dollar. Damit würde Apple knapp über dem März-Quartal des Vorjahres liegen.

In der Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen hieß es erneut, der erkrankte Konzernchef Steve Jobs werde auch während seiner Auszeit die strategischen Entscheidungen treffen. Jobs hatte vergangene Woche angekündigt, er werde bis Ende Juni pausieren, um sich wegen einer Hormonstörung behandeln zu lassen.

Angesichts der monatelangen Spekulationen um Jobs' Gesundheit hatten Anleger und Branchenbeobachter wiederholt nach ausführlicheren Informationen verlangt. Sie verweisen darauf, dass Jobs als treibende Kraft hinter den Erfolgen von Apple gilt. Die Aktie ist angesichts der Gesundheitsprobleme des 53-jährigen Apple-Mitbegründers seit Monaten auf Achterbahnfahrt. Ob Apple seinen Pflichten ausreichend nachgekommen ist oder zu wenig über den Gesundheitszustand seines Chefs hat verlauten lassen, prüft laut Wall Street Journal nun die US-Börsenaufsicht SEC.

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