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Apple darf doch noch Stores in Indien öffnen

06.06.2016 | 15:47 Uhr |

Nach China will Apple andere Märkte in Asien erschließen. Der größte und attraktivste Markt scheint Indien zu sein.

Es schien in der letzten Woche fast schon beschlossen zu sein, dass Tim Cooks Charme-Offensive in Indien nichts brachte. Sobald sich der Apple-CEO nach Europa verabschiedete, hatte die Regierung bzw. das Finanzministerium den Vorschlag abgelehnt, Apple Stores im Lande zu erlauben. Hierbei beziehen sich die Behörden auf eine Regelung: Eine Firma darf in Indien eigene Waren vertreiben, wenn sie auch bis zu 30 Prozent der Produktion im Lande stattfindet. Dadurch werde der heimische Arbeitsmarkt abgesichert.

Nun berichtet Times of India , das Finanzministerium und die Behörde für Industriepolitik und Förderung sollten sich bald auf eine Kompromiss-Lösung einigen, die Apple erlauben wird, eigene Stores in Indien zu eröffnen. Demnach wurde im letzten Jahr zu der 30-Prozent-Richtlinie eine Ausnahme verabschiedet, die Firmen mit "revolutionärer Technologie" eine Zeitspanne von zwei bis drei Jahren erlaubt, zunächst seine Produkte ohne die Einhaltung der Richtlinie zu vertreiben. Die Absicht ist hierbei, dass die Firmen in diesen zwei bis drei Jahren den Vertrieb so steigern, dass es für sie lukrativer ist, zumindest einen Teil der Produktion vor Ort abzuwickeln. Zudem gibt Apple an, dass die Firma bereits jetzt einen Teil der Netzteile in Indien produzieren lässt.

Indien ist für Apple ein zunehmend attraktiver Markt, wenngleich High-End-iPhones noch nicht der Kaufkraft im Lande entsprechen. Daher hat Apple verkündet, generalüberholte iPhones in Indien vertreiben zu wollen. Erste Gespräche fanden bereits im September letzten Jahres statt , als Premierminister Modi die USA besuchte. Erst vor Kurzem hat Tim Cook einen Gegenbesuch getätigt , fast gleichzeitig damit gab Apple die Eröffnung von zwei Entwicklerzentren in Bangalore und Hyderabad bekannt. Trotz alledem ist die Initiative der indischen Apple Stores beim Finanzministerium zunächst gescheitert . Wenn die Quellen von Times of India Recht behalten, kann die zweite Runde der Verhandlungen erfolgreicher sein.

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