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Apple erzielt 47 Millionen Dollar Gewinn

15.01.1998 | 00:00 Uhr |

Ermutigt durch niedrigere Kosten und unerwartet hohe Verkäufe der neu eingeführten G3-Rechner konnte Apple am gestrigen Mittwoch die endgültigen Geschäftsergebnisse für sein erstes Quartal des Geschäftsjahres 1997/98 (Oktober bis Dezember 1997) vorlegen. Die Zahlen sind sogar noch etwas besser, als Apples Interimschef Steve Jobs in seiner Eröffnungsrede zur Macworld Expo in San Francisco am 6. Januar angekündigt hatte: Demnach konnte der Mac-Hersteller, der in den vier vorhergehenden Quartalen jeweils immense Verluste hatte hinnehmen müssen, im Berichtsquartal 47 Millionen Dollar Gewinn, das heißt 33 Cent pro Aktie, erwirtschaften. Im Quartal zuvor hatte das Unternehmen noch ein Minus von 161 Millionen Dollar (1,26 Dollar je Aktie) gemeldet, ein Jahr zuvor lag der Verlust bei 120 Millionen Dollar (96 Cent pro Aktie).

"Die Quartalsergebnisse sind ein Resultat der disziplinierten Fokussierung, die Apple in den zurückliegenden Monaten unternommen hat", erklärte Steve Jobs. Apple habe sich darauf konzentriert, weiter hervorragende Produkte, wie sie die Kunden erwarten, zu entwickeln, und werde seine Geschäftsfelder noch weiter bereinigen und mit Partnern aus der Industrie zusammenarbeiten, um diesen Fokus auszubauen. "Apple wieder dauerhaft profitabel zu machen, ist unser oberstes Ziel in diesem Geschäftsjahr. Ich glaube, wir machen große Fortschritte, um dieses Ziel zu erreichen", so Jobs. Bevor er seine Ankündigung auf der Macworld Expo machte, hatten Analysten erwartet, daß Apple einen Verlust von etwa 6 Cent pro Aktie melden werde.

Der Umsatz belief sich im Berichtsquartal auf 1,6 Milliarden US-Dollar, ein Jahr zuvor hatte Apple noch 2,1 Milliarden Dollar umsetzen können. Und obwohl das Quartal aufgrund des Weihnachtsgeschäftes traditionell eines der stärksten im Jahr ist, war der Umsatz im Vergleich zum vorhergehenden Quartal nahezu konstant. Ursache dafür ist ein Rückgang des Rechnerverkaufs. Konnte Apple im Quartal zuvor noch über 700 000 Macs veräußern, so waren es im abgelaufenen Quartal nur noch 635 000. Allerdings übertrafen die Verkäufe der G3-Rechner mit mehr als 133 000 Stück alle Erwartungen.

Da der Konzern im laufenden Quartal keine höheren Umsätze erwartet, so Finanzvorstand Fred Anderson in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Journalisten, muß Apple die Kosten noch weiter reduzieren, um weiter mit Gewinn rechnen zu können. Im Berichtsquartal hatte das Unternehmen die Kosten bereits radikal auf 313 Millionen Dollar zurechtgestutzt; ein Jahr zuvor beliefen sich die Kosten noch auf 521 Millionen Dollar, während sie im vorhergehenden Quartal 353 Millionen Dollar betrugen. Für das laufende Quartal rechnet Anderson mit einem weiteren Rückgang der Kosten auf dann 300 Millionen Dollar.

Apples Ergebnisse in Europa und speziell im deutschsprachigen Markt wird Deutschland-Geschäftsführer Peter Dewald am heutigen Donnerstag bekanntgeben. Macwelt Online wird darüber am frühen Nachmittag berichten. ab

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