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Apple fährt 7,8 Milliarden US-Dollar Gewinn ein

27.07.2016 | 09:59 Uhr |

Wie erwartet hat Apple weniger Macs, iPhones und iPads als noch vor einem Jahr verkauft. Der Rückgang fiel aber weniger schlimm aus.

Apple hat in der Nacht die Bilanz für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 2015/16 vorgelegt und dabei Umsatzrückgänge in allen drei Hardwaresparten ausgewiesen. Dennoch schloss Apple das Juni-Quartal besser ab, als es das Unternehmen und Wall-Street-Analysten befürchtet hatten. 

Der Umsatz betrug 42,4 Milliarden US-Dollar, der Gewinn 7,8 Milliarden US-Dollar oder 1,42 US-Dollar pro verwässerter Aktie. Damit lag der Umsatz zwar deutlich unter jenen 49,6 Milliarden US-Dollar des Vorjahres, aber immer noch knapp über den Erwartungen von 42 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn hatte vor einem Jahr 10,7 Milliarden US-Dollar betragen. Außerhalb der USA erzielte Apple 63 Prozent seines Umsatzes.

Apples Umsätze und Gewinne seit dem ersten Quartal 2011/2012
Vergrößern Apples Umsätze und Gewinne seit dem ersten Quartal 2011/2012

iPhone SE rettet die Verkaufszahlen

Insbesondere die iPhone-Sparte musste Federn lassen, die Verkäufe gingen übers Jahr von 47,5 Millionen Stück auf 40,4 Millionen zurück, immerhin auch noch etwas über den Erwartungen gelegen. Im März-Quartal hatte Apple erstmals rückläufige iPhone-Absätze vermelden müssen, schon im Dezemberquartal lag die Anzahl verkaufter Geräte nur noch knapp über dem Wert des Vorjahres. Apple sagt nicht, wie sich einzelne Modelle verkaufen, so lässt sich genau nicht einschätzen, wie stark das iPhone SE den Rückgang dämpfte. In der Pressemeldung zur Bilanz zeigte sich CEO Tim Cook jedoch zufrieden mit dem im März vorgestellten Modell, das die neueste Technik in das Gehäuse der 5er-Generation packt. Der Start des iPhone SE sei "sehr erfolgreich" verlaufen, nach einem holprigen Start in das Quartal könne man nun allgemein bessere Zahlen als erwartet präsentieren, heißt es da.

Die Verkäufe des iPhone in Stück. Im zehnten Jahr scheint das Apple-Smartphone ein wenig zu schwächeln, der Markt könnte vorerst gesättigt sein.
Vergrößern Die Verkäufe des iPhone in Stück. Im zehnten Jahr scheint das Apple-Smartphone ein wenig zu schwächeln, der Markt könnte vorerst gesättigt sein.

Apple Services dank Apple Pay und Apple Music bald auf der Fortune-100-Liste

Apple registriere vor allem starke Nachfrage nach den Services, die das Unternehmen auf der WWDC im Juni vorgestellt habe. Der Service-Bereich, in den die mit iTunes, Apple Music und dem App Store erzielten Umsätze einfließen, hat gegenüber dem Vorjahr auch um 19 Prozent zugelegt.

iPad und Mac erneut rückläufig

Auch für  iPad und Mac musste Apple ein Minus bei den Verkäufen bilanzieren, die 9,9 Millionen verkauften iPads bedeuteten einen Rückgang von 9 Prozent gegenüber Vorjahr, Macs verkaufte Apple mit 4,2 Millionen Stück gar 11 Prozent weniger als im Juni-Quartal 2015. Selbst die Verkäufe der "anderen Produkte" mit Apple Watch, Apple TV, iPod und den Beats-Kopfhörern gingen zurück. Immerhin erweist sich das iPad Pro als erfolgreich, denn obwohl Apple weniger Stück verkauft hat, stieg der Umsatz der Sparte gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 10 Prozent auf nunmehr 4,88 Milliarden US-Dollar – Apple nimmt also pro iPad nun deutlich mehr ein, seitdem der Hersteller die Baureihe um teurere Modelle erweitert hat: 490 US-Dollar pro iPad in Q3/2016, 442 US-Dollar pro iPad vor einem Jahr. Vor allem scheint aber das Ende März herausgekommene 9,7-Zoll-Modell die Käufer anzuziehen, denn im zweiten Quartal lag der durchschnittliche Erlös pro iPad noch bei 430 US-Dollar.

Verkäufe von Macs und iPds in Stückzahlen. Nach einem gewaltigen Peak hat das iPad wieder deutlich nachgelassen, der Mac spürt nun auch den allgemeinen Niedergang des klassischen PCs.
Vergrößern Verkäufe von Macs und iPds in Stückzahlen. Nach einem gewaltigen Peak hat das iPad wieder deutlich nachgelassen, der Mac spürt nun auch den allgemeinen Niedergang des klassischen PCs.

Im laufenden Quartal hat Apple zudem laut Finanzchef Luca Maestri 13 Milliarden US-Dollar in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden an seine Investoren zurück gegeben, von dem insgesamt 250 Milliarden US-Dollar umfassenden Programm seien nun 177 Milliarden US-Dollar ausbezahlt. Am 11. August zahlt Apple die nächste Dividende in Höhe von 57 Cent pro Aktie aus.

Prognose

Für das gerade angelaufene vierte Quartal prognostiziert Apple einen Umsatz von 45,5 bis 47,5 Milliarden US-Dollar und eine Bruttomarge von 37,5 bis 38 Milliarden US-Dollar. Die operativen Ausgaben würden zwischen 6,05 und 6,15 Milliarden US-Dollar liegen, die Steuerrate bei 25,5 Prozent. Im Idealfall könnte also ein Gewinn von rund 9 Milliarden US-Dollar verbleiben. Im vierten Quartal des vorigen Geschäftsjahres hatte Apple bei einem Umsatz von 51,5 Milliarden US-Dollar einen Gewinn von 11,1 Milliarden US-Dollar erzielt - man rechnet also mit weiterhin rückläufigen Bilanzen. Das neue iPhone des Jahrgangs 2016 wird seine Spuren dann erst in der Bilanz des Dezember-Quartals hinterlassen.

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