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Apple flirtet mit dem Marktführer in Sachen CAD

14.05.2003 | 16:51 Uhr |

Neue Hoffnung für die Anhänger von AutoCAD - Autodesk denkt über eine Mac-OS-X-Version nach.

Eric Stover wird in den nächsten Wochen viel Post bekommen. Unter seinen Hot-News hat Apple nämlich auf der US-Site  eine kurze Notiz geposted, die die Leser auffordert, mit einem E-Mail an Autodesk ihr Interesse an einer Mac-OS-X-Version von AutoCAD kund zu tun. "The AutoCAD product manager would like to hear from people interested in having Autodesk develop AutoCAD for Mac OS X. Let him know what you think."

Auch wenn mittlerweile  ein breites Angebot an CAD-Programmen für Mac-OS X besteht - aktuell listet der Macintosh Products Guide, den Apple auf seiner Web-Site veröffentlicht, über hundert Produkte auf eine entsprechende Suchanfrage auf - für Apple wäre es wichtig, auch den Marktführer wieder an seiner Seite zu wissen.

Dieser hatte sich 1999 bei der Ankündigung von Apple, auf die Power-PC-Architektur umzusatteln,  endgültig aus dem damals für Autodesk nicht mehr lukrativen Geschäft zurückgezogen. Seitdem hat eine kleine unbewegte Schar von Anwendern mit Petitionen und E-Mails versucht, Autodesk wieder für den Mac-Markt zurückzugewinnen - trotz tausender von Zuschriften ohne Erfolg .

Nach Angaben des Unternehmens hätten sich jedoch die Weiterentwicklung und Portierung von AutoCAD nicht gelohnt. Autodesk verdankt einen großen Teil seines Umsatzes weniger der hohen Zahl an verkaufter Software, als dem, was die Firma mit Anpassung, Installation und Pflege der Systeme sowie Schulungen verdient. Dieses Konzept ließ sich auf dem Mac-Markt nie so gut umsetzen, wo die Anwender viel höhere Anforderungen an einfache Bedienbarkeit stellen als auf anderen Plattformen.

Seit Autodesk jedoch auch Einbrüche im Stammgeschäft erfahren hat, scheint die Firmenleitung wieder offener für eine Mac-Portierung zu sein. Das Engagement von Autodesk im Mac-Markt war schon von Anfang an eher zögerlich gewesen. So hatte Autodesk zwar 1987 angekündigt,  eine Mac-Version für den damaligen Mac II herauszubringen, bis dann mit AutoCAD, Release 11, tatsächlich die erste Mac-Fassung auf den Markt kam, waren jedoch weitere fünf Jahre vergangen. Es folgte mit Release 12 ein Update, doch Ende der 90er Jahre verkündeten Apple und Autodesk, dass sich der Entwicklungsaufwand nicht lohne, und es keine weiteren Mac-Versionen mehr gäbe. Nun hofft man in Cupertino offenbar auf einen erneuten Sinneswandel .

Mehr Erfolg hat Autodesk übrigens mit einem anderen "Mac"-Standbein: Die kanadische Firma Discreet, die auch im Mac-Bereich erfolgreich Software  für Video und Streaming Media entwickelt, ist eine Tochter von Autodesk.

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