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Apple forscht und entwickelt - verdeckte Produktionskosten

04.05.2015 | 18:35 Uhr |

Bei jedem neuen Apple-Produkt kann man sicher sein, dass ein Analyst die obligatorische Milchmädchen-Rechnung über die Produktionskosten veröffentlicht.

Demnach kostet ein iPhone 6 in der Herstellung zwischen 200 und 274 US-Dollar , eine Apple Watch Sport - nur 83,7 US-Dollar . Auf diese Schätzung folgt nicht selten die Behauptung, Apple verdiene den Unterschied zwischen dem Verkaufspreis und den Herstellungskosten. Zwar ist der Konzern aus Cupertino äußerst profitabel, seine Gewinnmarge liegt meistens um die 40 Prozent. Doch es ist auch bekannt, dass Apple kräftig in seine Entwicklungsabteilung investiert. Sieht man sich die absoluten Zahlen aus den Quartals- und Jahresberichten an, haben sich die Entwicklungskosten bei Apple vom ersten Quartal 2010 bis zum zweiten Quartal 2015 fast verfünffacht, im vergangenen Quartal hat man in Cupertino 1,9 Mrd. US-Dollar für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen ausgegeben, im ersten Quartal 2010 waren es noch vergleichsweise geringe 398 Mio. US-Dollar.

Apple hat im Durchschnitt jedes Quartal 72 Mio. US-Dollar mehr für R&D ausgegeben.
Vergrößern Apple hat im Durchschnitt jedes Quartal 72 Mio. US-Dollar mehr für R&D ausgegeben.

Im Durchschnitt gibt Apple seit rund fünf Jahren 72 Mio. US Dollar mehr pro Quartal für seine R&D-Abteilung aus. So ist es kein Wunder, dass das Unternehmen kurzfristig neue Standorte wie in Israel öffnen kann und permanent auf der Suche nach den neuen Mitarbeitern ist - aktuell sind auf Apples Job-Seite mehr als 600 Stellen in den Bereichen Hardware-, Software-Entwicklung, Design und Informationstechnologie offen.

Apples Innovationsausgaben im Vergleich

Zwar investiert Apple von Jahr zu Jahr ordentlich Geld in die neuen Produkte und Entwicklungen, doch auch die Gewinne steigen. Schaut man sich die prozentuelle Entwicklung der R&D-Kosten im Vergleich zu den reinen Umsatzkosten, gibt Apple im Quartall zwischen 2 bis 3 Prozent für eigene Innovationen aus.

Nur zwei bis vier Prozent vom Gesamtumsatz gibt Apple pro Quartal für Entwicklung aus.
Vergrößern Nur zwei bis vier Prozent vom Gesamtumsatz gibt Apple pro Quartal für Entwicklung aus.

Im internationalen Vergleich schafft es der iPhone-Hersteller damit nicht mal unter die ersten Zwanzig der Top-Spender im R&D-Bereich. Laut einer Studie der Audit-Firma Pricewaterhouse&Coopers belegt Volkswagen mit 13,5 Milliarden US-Dollar im vergangenen Geschäftsjahr den ersten Rang auf der Liste der spendabelsten Innovationsinvestoren, dicht gefolgt von Samsung mit 13,4 Milliarden US-Dollar. Als Vergleich - im letzten Jahr hat Apple für Forschung und Entwicklung 4,5 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Dagegen investiert das Unternehmen seine Kosten wohl besonders effektiv - PwC veranstaltet jedes Jahr eine Umfrage unter rund 500 Entscheidern im R&D-Bereich, demnach belegt Apple das vierte Jahr in Folge den Platz eins der innovativsten Unternehmen der Welt.

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