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"Apple fühlt sich auf der Höhe seiner Kraft!"

12.06.2014 | 14:47 Uhr |

Nach der WWDC-Keynote sprachen wir mit dem langjährigen Apple-Beobachter Alexander von Below. Er findet nach der Keynote: Apple ist selbstsicher wie noch nie.

Direkt nach der WWDC-Keynote sprachen wir mit dem erfahrenen Entwickler, WWDC-Veteranen und langjährigen Apple-Beobachter Alexander von Below . Wir trafen ihn in San Francisco.

Macwelt : Was war aus Entwicklersicht besonders bei dieser WWDC-Keynote?

von Below : Besonders toll fand ich die Extensions und Actions. Das ist ein guter Anfang und ich hoffe, dass auf dieser Basis noch erweitert wird. Die Tatsache, dass man bisher in den Lockscreen nichts einbauen konnte, war aus Entwicklersicht etwas frustrierend und es freut mich, dass Apple das Betriebssystem an dieser Stelle für Drittsoftware öffnet. iCloud Drive finde ich auch eine interessante Möglichkeit, weil auch hier wieder die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Apps ermöglicht wird. Früher musste ich ein Dokument von einer App in die andere schicken. Jetzt kann ich aus meiner App auf alle Dokumente, die Benutzer auf den Geräten abgelegt haben, zugreifen.

Macwelt : Was halten Sie von Apples Vorstoß, mit Swift eine eigene Programmiersprache zu erfinden?

von Below : Das muss ich mir erst noch näher angucken. Es ist interessant, dass Apple das jetzt zu diesem Zeitpunkt macht. Sie scheinen sich da ihrer Sache extrem sicher zu sein. Ich würde hoffen, dass sie einen außerordentlich guten Grund hatten, das zu tun. Das ist bestimmt sehr viel schneller, an die Syntax muss ich mich noch gewöhnen und finde es zumindest ein bisschen schade, dass zumindest beim ersten Anschein ein wenig von der natürlichen Sprache von Objektive C wegbewegt.

Macwelt : Warum hat Apple Ihrer Meinung nach eine neue Programmiersprache erfunden?

von Below : Sicherlich, weil sie an Performancegrenzen gestoßen sind, vermute ich. Vielleicht auch, weil Leute den Einstieg in Objektive C zu schwierig fanden. Mir scheint der Einstieg in Swift auch nicht einfacher. Was Tolle ist an Swift ist das "On the fly"-kompilieren.

Macwelt : Was ist Ihnen denn als langjähriger Apple-Beobachter sonst noch aufgefallen?

von Below : Was auffällig war, wie selbstsicher sich Apple heute präsentiert hat. Es gab Scherze am laufenden Band, sie haben noch nichtmal den üblichen Kram gemacht, dass sie über ihre Retailsparte berichtet haben, dass sie Zahlen berichtet haben, das haben sie sich alles gespart. Sie haben diesen Beats-Deal nur in diesem spaßigen Telefonat mit Dr. Dre angedeutet – das war immerhin der größte Einkauf, den Apple je getätigt hat. Nominell vier Mal so teuer wie NeXT – das haben sie sich alles gespart und nur über die neuen Betriebssysteme und die neuen Entwicklermöglichkeiten geredet.

Sie fühlen sich auf der Höhe ihrer Kraft - und das war sehr viel deutlicher als in anderen Keynotes, sie haben sich hier sehr stark auf die Entwickler konzentriert. Man könnte also sagen, dass Apple große Teile der Presse und deren Erwartungen ignoriert hat und sagt: "wir ziehen hier unser Ding durch!"

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