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Apple geht großen Schritt auf Geschäftskunden zu

06.03.2008 | 19:24 Uhr |

Direkter Zugriff auf Microsofts Exchange Server, Löschen des iPhone-Inhalts nach einem Diebstahl, deutlich verbesserter Zugriffsschutz - Apple will das iPhone für Geschäftskunden attraktiv machen...

Ein Business-Handy muss andere Voraussetzungen erfüllen als ein Mobiltelefon, das hauptsächlich privat genutzt wird. Zum Beispiel verlangen viele Firmen, dass sich alle Daten auf dem Handy relativ einfach löschen lassen sollten. Für den Fall, dass das Telefon in falsche Hände gerät.

Bereits mit dem nächsten Software-Update für das iPhone erfüllt Apple einige der Wünsche, die vor einigen Tagen John C. Welch (siehe Bericht auf Macwelt Online über Welchs Liste ) für die Kollegen von der US-Zeitung Macworld zusammen getragen hatte; unter anderem die eingangs erwähnten Notfallmaßnahme, mit der man alle Daten auf dem iPhone löschen kann.

Darüber hinaus gibt es einen besseren Zugriffsschutz anstelle der einfachen PIN und Zugriff auf geschützte WLAN-Verbindungen (WPA2 wird künftig unterschützt). Außerdem die Möglichkeit VPN-Verbindungen aufzubauen und Werkzeuge, mit denen eine Firma erzwingen kann, dass gewisse Sicherheitsmaßnahmen vom iPhone-Besitzer nicht abgeschaltet werden. Praktisch: Größere Firmen können künftig die entsprechenden Werte von einer zentralen Stelle auf mehreren iPhones einstellen („remote installation/remote configuration“).

Wichtigster Punkt aber dürfte auch hierzulande die Integration mit Microsoft Exchange Server werden. Das iPhone bekommt von Apple ein Active-Sync-Plugin (entwickelt mit einer Lizenz von Microsoft), so dass man als iPhone-Besitzer direkt auf den Server zugreifen kann. Ein Dienst wie Blackberry ist nicht notwendig.

ein Osterei.
Vergrößern ein Osterei.

Das iPhone kann damit künftig E-Mails, aber auch Termine, Notizen und Adressdaten direkt von einem zentralen Server bekommen. In der Vorführung von Apples Marketing-Boss Phil Schiller war (6.3.2008) unter anderem zu sehen, wie ein iPhone-Besitzer einen neuen Kontakt in das Adressbuch einträgt und diese Daten sofort im zentralen Firmen-Adressbuch von Exchange landen. Umgekehrt erhält der iPhone-Besitzer eine Änderung der Telefonnummer sofort vom Server zurückgemeldet. Alle diese Dienste lassen sich über die Datendienste des Mobilfunknetzes praktisch in Echtzeit abwickeln. Großer Pluspunkt ist dabei, so Phil Schiller, dass E-Mails, Kontakte und Termine auf dem iPhone genau dort landen, wo sie heute schon die manuell eingetragenen Informationen gespeichert werden.

Was Phil Schiller aber dezent verschwiegen hat, war WANN das nächste Update für das iPhone erhältlich sein wird. Denn alle genannten Funktionen sind erst dann nutzbar.

Diese Info liefert später Steve Jobs nach: „iPhone 2.0“ heißt das Paket aus Unternehmenssoftware und Entwicklerwerkzeuge. Beides will Apple Ende Juni 2008 in den Handel bringen. Wer heute ein iPhone besitzt, erhält das Update auf Version 2 der Software kostenlos.

Eine Vorabversion der Entwicklerwerkzeuge ist ab sofort über Apples Internetseiten für Entwicker zugänglich ( developer.apple.com/ ). Vollen Zugriff auf die Software erhält man aber nur, wenn man zuvor Apples Lizenzbedingungen unterzeichnet hat und mindestens 99 US-Dollar für die Online-Mitgliedschaft in Apples Entwicklerprogramm bezahlt hat.

Kleine Notiz am Rande: Die iPhone-Software wird zum großen Teil auch auf dem iPod Touch funktionieren. Das dafür nötige Update wird aber erneut Geld kosten; wieviel war bei Redaktionsschluß noch nicht klar.

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