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Apple geht nicht mehr gegen Gerüchte vor

07.10.2008 | 11:15 Uhr |

Apple hat es dem Anschein nach aufgegeben, Gerüchte über neue Produkte verhindern zu wollen.

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Apple scheint seinen aggressiven Kurs gegenüber Gerüchteseiten aufgegeben zu haben. In den Jahren 2004 und 2005 ging Apple hart gegen Webseiten vor, die Informationen über kommende Produkte veröffentlichten. Der Hersteller wollte auf diesem Weg die undichten Stellen finden und stopfen. Nick Ciarelli hat als ehemaliger Betreiber der Gerüchteseite "Think Secret" ebenso unangenehme Erfahrungen mit Apple gemacht. Apple verklagte ihn im Jahr 2004, um seine Quellen zu erfahren. Think Secret hatte damals schon zwei Wochen vor dem Erscheinen über den neuen Mac Mini berichtet. Als Folge der Klage schloss er seine Gerüchteseite, Apple zog im Gegenzug die Klage zurück. Heute scheint Apple nicht mehr derart aggressiv gegen Gerüchte vorzugehen.

Apple scheut rechtliche Schritte

Ciarelli hat bei einer schnellen Umfrage unter diversen Blogbetreibern festgestellt, dass keiner von ihnen in der letzten Zeit Ärger mit Apple hatte. So hat zwar beispielsweise 9to5mac im Jahr 2007 Bilder der neuen iPods vorab veröffentlicht. Auf einen Anruf von Apple hin nahm das Blog die Fotos wieder aus dem Netz. Rechtlichen Ärger gab es jedoch nicht. Ciarelli vermutet, dass dies auch damit zu tun haben könnte, dass die Gerüchteseiten mittlerweile keine kleinen Fanprojekte mehr sind, sondern teilweise großen Unternehmen angehören und zudem im Mainstream angekommen seien. Möglicherweise scheue Apple Rechtsstreitigkeiten mit größeren Unternehmen. Grund genug für eine Intervention hätte Apple: der neue iPod Nano wurde ebenso zuverlässig vorhergesagt und gezeigt wie das iPhone 3G und andere Produkte.

Da Apple mit immer mehr Geschäftspartnern zusammenarbeitet, gibt es immer mehr potenzielle undichte Stellen. Alleine das iPhone wird bald in rund 70 Ländern angeboten. Auch bei der Software gibt es kaum noch Geheimnisse. Tausende Entwickler haben einen ADC-Account bei Apple und bekommen Vorabversionen kommender Software. Trotz Verschwiegenheitserklärung ist es kein Wunder, dass jedes Detail über zukünftige Updates und Verbesserungen sofort im Internet zu finden ist.

Gerüchte sind gut für Apple

Ciarelli schreibt : "Apple hat behauptet, dass durchgesickerte Informationen das Interesse an neuen Produkten dämpfen würden. Wenn sie aber irgendetwas bewirken, dann ist es große Aufregung um die Vorstellung neuer Produkte". Auch der Betreiber von Macrumors sieht mehr positive Aspekte in den Gerüchten: "All diese Gerüchte sind auf lange Sicht gut für Apple - sie sorgen für viel Aufmerksamkeit auf Apple", sagt Arnold Kim.

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