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Psystar: Gericht verbietet Klon-Verkauf

16.12.2009 | 10:45 Uhr |

Das Gericht hat Apples Unterlassungsantrag stattgegeben. Das kleine Klon-Unternehmen aus Florida darf nun weder Mac-OS verkaufen, manipulieren oder gegen die Lizenzdbedingungen verstoßen.

Psystar Open 3
Vergrößern Psystar Open 3

Das Kapitel Psystar scheint nun endgültig beendet zu sein. Am Dienstag, dem 15. Dezember hat das Bezirksgericht Nord-Kalifornien einen Unterlassungsanspruch ausgesprochen. Psystar hat nun die gerichtlichen Auflagen, nicht weiter gegen die Nutzungsbedingungen von Apple zu verstoßen. Das Urteil zerpflückt Psystars Geschäftsmodell bis ins Kleinste.

Das Unternehmen darf in Zukunft weder Mac-OS verkaufen oder auf nicht-lizensierter Hardware installieren, noch Hardware anbieten, die dazu gedacht ist, Apples Lizenzbedingungen zu umgehen. Damit ist die Geschäftsgrundlage von Psystar bis ins Detail zerstört. Für das Unternehmen aus Florida selbst hat dies keine Relevanz mehr – es meldete bereits während des Verfahrens Konkurs an. Das Urteil ist jedoch ein Kantersieg für Apple. Das Gericht spricht Apple nicht nur Schadensersatz zu, sondern verbietet Psystar gleichzeitig, weiter tätig zu sein.

Apple hatte diese Verfügung beantragt , nachdem das Gericht bestätigt hatte, dass Psystar gegen das Urheberrecht verstößt. Andere Unternehmen, die in den USA ein ähnliches Modell mit Mac-OS auf PC-Hardware betreiben oder plannen, haben jetzt einen Präzedenzfall erlebt, der abschreckend wirken dürfte. Klon-Hersteller in anderen Ländern sind davon nur mittelbar betroffen, hier gelten je nach Gesetzeslage andere Grundlagen.

Das Verfahren zwischen Apple und Psystar barg einigen Sprengstoff. So zielte Psystars Gegenklage direkt darauf ab, Apple Lizenzbedingungen für Mac-OS X zu torpedieren. Damit wollte man erreichen, dass Apple es nicht mehr verbietet könne, Mac-OS auf anderen Rechnern als Macs zu installieren. Damit wäre einem offiziellen Klon-Geschäft mit Mac-Alternativen Tür und Tor geöffnet. Diese Gegenklage ist so hart gescheitert wie Apples Klage erfolgreich war. Doch auch Apples Klage hätte ein veheerender Bumerang werden können, wenn sie nicht erfolgreich gewesen wäre.

Alles als ein eindeutiger Sieg hätte Dutzende Psystar-Nachahmer heraufbeschworen. In den USA ist der Handel mit Mac-Alternativen nun tot.

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