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Apple gleicht iTunes-Preise in Europa an

09.01.2008 | 12:50 Uhr |

Apple wird die Preise für Musikstücke in seinem iTunes Store in Europa angleichen. Das hat das Unternehmen am heutigen Mittwoch mitgeteilt und reagiert damit auf das Kartellverfahren der EU-Kommission, welches diese umgehend eingestellt hat.

Apple will die Preise für britische Kunden innerhalb der nächsten sechs Monate senken, gab das Unternehmen bekannt. Damit erreiche man ein einheitliches Preisniveau innerhalb Europas. Apple zahle derzeit in Großbritannien einigen Musiklabels mehr als im restlichen Europa. Sollten die Musiklabels ihre Preise nicht innerhalb der nächsten sechs Monate senken, prüfe man die weitere Zusammenarbeit.

„Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gesamteuropäischen Marktplatz für Musik“, schreibt Steve Jobs in einer Pressemeldung des Unternehmens. „Wir hoffen, dass jedes große Label einen Europa-übergreifenden Preisansatz in Betracht zieht.“

Damit reagiert Apple auf ein Kartellverfahren der Europäischen Union . Die EU-Kommission hatte im April 2007 ein Verfahren gegen den Konzern eingeleitet. Die Kommission kritisierte die Preisdifferenzen zwischen den nationalen Online-Shops sowie das von Apple verwendete Digital-Rights-Management. Das Verfahren ist nun eingestellt.

Apple erklärte, man müsse einigen Musikfirmen einen höheren Preis für den Vertrieb in Großbritannien bezahlen als für die anderen Länder in Europa. «Apple wird eine zukünftige Zusammenarbeit mit jedem Label überprüfen, welches den Einkaufspreis in Großbritannien innerhalb der nächsten sechs Monate nicht an ein gesamteuropäisches Niveau anpasst», warnte der iTunes-Betreiber. Für den Fall, dass die EU-Kommission Apple einer Marktabschottung zum Schaden von Kunden und Verbrauchern für schuldig befunden hätte, hätte Apple zu einem Bußgeld in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verpflichtet werden können.


Die Kommission betonte ihre Rolle bei Apple-Entscheidung, die Preise anzupassen: «Die Ankündigung von Apple ist das direkte Ergebnis von Gesprächen zwischen Steve Jobs und Neelie Kroes. Wir haben ein sehr gutes Ergebnis erzielt.» Jobs sprach von einem wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem gesamteuropäischen Marktplatz für Musik.


Zu möglichen Preisunterschieden beispielsweise durch Währungsschwankungen sagte der Kommissionssprecher: «Wir sind kein Preisregulierer. Entscheidend ist, dass künftig unterschiedliche Preise nicht mehr das Ergebnis der Geschäftspolitik sind.» Währungsschwankungen gebe es nach wie vor, sie wirkten sich manchmal auch zu Gunsten des Verbrauchers aus. Die Frage der Hardware-Interoperabilität habe sich im laufenden Verfahren nicht gestellt, sagte der Kommissionssprecher. «Apple hat keine beherrschende Marktposition und deswegen kann das auch kein Kartellverstoß sein.» Verbraucherschützer kritisieren auch, dass man bei iTunes gekaufte Musik mobil nur auf Apples Geräten abspielen kann.

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