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Apple hat bis zu 38 Millionen iPhones im März-Quartal verkauft

22.04.2013 | 09:54 Uhr |

Analysten sehen mit Spannung der Veröffentlichung von Apples Quartalsbilanz am 23. April entgegen, um besser informierte Schlüsse für Apples Produkt-Entwicklungen im nächsten Halbjahr ziehen zu können.

Brian Marshall, ein Analyst bei ISI-Group, hält unverändert an seiner ursprünglichen Schätzung fest, dass Apple im Quartal bis Ende März 38 Millionen iPhones verkauft haben soll. Im Vergleich zum gleichen Quartal im Vorjahr wäre das eine Umsatzsteigerung von glatten acht Prozent. Die Abschätzungen von anderen Analysten hingegen sieht vorsichtiger aus: Brain White (Topeka Capital Markets) und Gene Munster (Piper Jaffray) berechnen Apples Quartalsumsatz auf "nur" 35, beziehungsweise 35,5 Millionen iPhones - mit immerhin einem Prozent Zuwachs. Fortune hat einfach den Mittelwert von 48 verschiedenen Analysten veröffentlicht und damit sind es 37 Millionen iPhones mit einer Steigerung von fünfeinhalb Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bei den Prognosen für das nächste Halbjahr spekulieren die Marktforscher über eine ganze Reihe von Produkt-Varianten, mit denen Apple in den nächsten Monaten auf den Markt kommen soll: Marshall setzt auf das die Freigabe des nächsten iPhone-Modells iPhone 5S für Ende Juni oder Anfang Juli. White glaubt, dass Marshall damit richtig liegt. Aber die letzten beiden Smartphone-Modelle von Apple, das iPhone 4S und 5, wurden hingegen im Oktober 2011 und September 2012 auf den Markt gebracht. Gegen eine Rückkehr zur Einführung im Sommer , wie beim iPhone 4 spricht auch, dass noch keine Vorschau des Software-Developer-Kits (SDK) an die Entwickler weitergereicht wird. Traditionell geschieht dies Monate vor der Einführung von neuen Smartphone-Versionen. Die erste Beta-Version von iOS 3 SDK gab es 13 Wochen vor der Einführung des iPhone 3GS in den Handel; iOS 4 SDK für iPhone 4 hatte elf, iOS 5 SDK für iPhone 4S 18 und iOS 6 SDK für iPhone 5 ganze 14 Wochen Vorlaufzeit. Wenn Apple an diesen Fristen festhält, müsste die Entwicklerversion iOS 7 SDK heute auf dem Markt auftauchen, um einen Launch eines iPhone 5S zwischen Ende Juli und Ende August 2013 zu ermöglichen.

Marshall ignoriert in seiner Kalkulation die fehlende Freigabe einer iOS 7 SDK-Betaversion und glaubt, dass die bisherigen Fristen ohnehin nach der Umstrukturierung bei Apple im Oktober 2012 hinfällig sind. Sowohl er als auch White nehmen an, dass Apple im zweiten Halbjahr zusätzlich zum erwarteten 5S-Modell auch ein abgespecktes iPhone-Mini vorstellen wird. Marshall berechnete in einem Interview letzte Woche, dass die Komponenten dafür knapp 120 Euro kosten und das iPhone entsprechend für den doppelten Preis, als 240 Euro, auf den Markt angeboten werden wird. White hingegen hat steigende Preise bei den chinesischen Zulieferern einkalkuliert und erwartet das Endprodukt zum Preis 350 bis 400 US-Dollar (umgerechnet 270 bis 310 Euro).

Die Gerüchte um ein großes iPhone mit einem 5-Zoll-Bildschirm hält Marshall hingegen für unhaltbar: "Keine von unseren Zuliefer-Informanten bestätigten irgendwelche Apple-Bestellungen von großen Displays und wenn bis spätestens Ende April keine Anfragen einrollen, hat das erwartete iPhone 5S wahrscheinlich die gleiche Größe wie das iPhone 5 oder die Fertigung läuft erst viel später, also im zweiten Halbjahr, an.", mutmaßt Marshall. Seine Schätzungen sind abhängig von der Einführung eines Billig-iPhones. Wenn dies kommt, erwartet Marshall Umsätze im vierten Quartal satten 55 Millionen iPhones und somit einen Umsatzanstieg von 15 Prozent gegenüber dem letzten Quartal in 2012. Ohne das Einsteiger-Gerät, und unter der Annahme, dass ein iPhone 5S genauso groß wie das gegenwärtige Modell ist, glaubt der Analyst, dass Apple auf keine große Nachfrage stoßen wird: Die Verkäufe im Weihnachtsquartal 2013 sollen dann maximal 40 Millionen iPhones betragen und somit 16 Prozent unter den Umsätzen des Vorjahres-Quartals liegen.

Genauere Schätzungen werden nach der Veröffentlichung von Apples letzter Quartalsbilanz am Dienstag erwartet. Apple muss darin künftige Umsatzerwartungen offenlegen und die Analysten werden dann berechnen, welche neuen Produkte höchstwahrscheinlich bis Jahresende eingeführt werden.

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