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Apple hilft Langzeitarbeitslosen

03.02.2014 | 07:42 Uhr |

Mit Unterstützung von 300 US-Privat-Firmen und einer Präsidenten-Anordnung zur Änderung der Auswahl-Kriterien für Bewerbungen sollen Langzeitarbeitslose künftig nicht mehr automatisch schlechtere Jobchancen haben.

US-Präsident Barack Obama hat am letzten Freitag angeordnet, dass alle Regierungsbehörden ihre Neu-Anstellungs-Strategien ändern, um künftig Langzeitarbeitslose eine bessere Chance zu geben. Über 300 US-Privat-Firmen, darunter Apple, Ford und Wal-Mart, haben zugesichert, dass auch sie die gleichen Änderungen einführen, berichtet Bloomberg . Obama hat dazu letzte Woche eine Reihe von COEs in das Weiße Haus eingeladen, um die notwendige Langzeit-Strategie zu diskutieren. Mit der Präsidenten-Anordnung kann Obama die Änderungen ohne die Zustimmung des zerstrittenen Kongresses durchsetzen.

In einem Interview mit CNN bestätigte Obama, dass künftig Langzeitarbeitslose nicht von vornherein die schlechteren Jobaussichten haben werden. Während die Arbeitslosenrate in den USA auf 6,7 Prozent gesunken ist, ist der Zahl von Langzeitarbeitslosen auf jetzt vier Millionen angestiegen, und erreichte somit die dreifache Rate im Vergleich zu vor der globalen Finanzkrise.

Gene Sperling, Direktor des US-Wirtschaftsrates, erwartet von den Anheuerungsstrategie-Änderungen drastische Verbesserungen für die Jobaussichten von Langzeitarbeitslosen und damit einen positive Durchbruch statt einer Abwärtsspirale. Sperling beruft sich auf eine Studie der Universitäten von Chicago in den USA, Toronto und McGill in Kanada, in der 12.000 fingierte Online-Bewerbungen eingereicht wurden. Der Hauptunterschied in den Anschreiben war lediglich die Dauer der Arbeitslosigkeit. Die Auswertung zeigt, dass die Kandidaten, die einen Monat Arbeitslosigkeit angaben, eine 45 Prozent bessere Chance auf ein Bewerbungsgespräch hatten, als die Vergleichsgruppe mit acht Monaten ohne Job.

Sperling und Obamas Beraterin Valerie Jarrett verhandelten seit September mit den US-Privatfirmen, um die Strategie-Änderungen möglichst weitverbreitet durchzusetzen. Obama selbst hat an vielen der Verhandlungen teilgenommen und außerdem mit einigen Firmen, wie Microsoft, Sprint und Verizon, deren Unterstützung von Broadband- und Wi-Fi-Technologie in öffentlichen Schulen ausgehandelt. Von den 50 größten US-Firmen haben immerhin 21, darunter AT&T, JP Morgan und Kroger, Obama ihre Hilfe zugesichert. Künftig sollen weder die Jobanzeigen die Bewerbung von Langzeitarbeitslosen abschrecken, noch das Auswahlverfahren die Auszeit berücksichtigen.

Zusätzlich will Obama mit 150 Millionen US-Dollar die Anstellung von Langzeitarbeitslosen subventionieren. Obama stellte diese Programm nach der Veröffentlichungen der Quartalsbilanz des US-Handelsministeriums vor. Laut deren Bericht war die Wachstumsrate im letzten Quartal mit 3,3 Prozent leicht rückläufig gegenüber den 4,1 Prozent in den drei vorhergehenden Monaten. Obama bekräftigte, dass die Raten wie erwartet nicht gleichmäßig über die verschiedenen Monate verteilt sind, aber stetiges Wachstum bezeugen und betonte erneut, dass mehr Wert auf gezielte, job-orientierte Ausbildung gelegt werden muss.

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