1652435

Apple im Zeichen des Wandels

17.12.2012 | 09:21 Uhr |

Dass Apple sich ständig weiterentwickelt zeigt am besten der Übergang zu iTunes 11. Für die meisten Anwender war die Umstellung auf die neue Benutzeroberfläche zunächst höchst ärgerlich. Nach einem Jahrzehnt ohne tief greifende Änderungen war das Programm sehr vertraut.

Die Umstrukturierung erforderte Umdenken und war nicht nur unerwartet, sondern regelrecht unwillkommen. Wie jede Version von iTunes bietet auch iTunes 11 jede Menge gute Features, vielmehr ist es das plötzlich erzwungene Umdenken, mit dem sich iTunes den Unmut vieler treuer Anwender zuzog. Zugegeben - jeder Wandel ist zunächst ungewohnt. Auf der anderen Seite jedoch ist Wandel unvermeidbar. Die Umstellung von iTunes war von langer Hand geplant und bestimmt schon vor der Umstrukturierung von Apples Führungsspitze eingefädelt. Aber wie die Erneuerung von iTunes war auch diese Umstellung unbequem - und überfällig.

Auch wenn Wandel nicht automatisch immer zum Besseren ist, ist Stillstand tödlich. Weitere Jahre eines unveränderten iTunes hätten das Programm zur veralteten Nebenrolle verkommen lassen. Statt den Abschied von Scott Forstall von Apple und seiner iOS-Abteilung als unnötig oder gar gefährlich einzustufen, war auch dieser Wandel überfällig. Apple hat in den sechs Jahren von iOS keine revolutionär neuen Funktionalitäten eingeführt. Zwar tauchen ständig neue, nette Features auf, aber keine grundlegenden Neuerungen. Das Betriebssystem iOS ist ziemlich gut, aber gleichzeitig auch schon ziemlich alt. Noch sind alle Wetten offen, ob Forstalls Entlassung gut für Apple war, aber wenigstens hat es neue Möglichkeiten eröffnet, neue Ansichten und Leute mit neuen Ideen, die die Zukunft für iOS modellieren werden.

Michael Lopp beschreibt den Wandel von Apples Führungsspitze als “das Ende einer goldenen Ära”, insbesondere, da Forstall ein Schützling von Steve Jobs war und einen ähnlichen Führungsstil mit jede Menge internen Reibereien einhielt. Aber die Unkenrufe zur Ankündigung von Apples Niedergang sind zu oberflächlich und allgemein. Letztendlich ist Apples Zukunft ungewiss und nur Tod und Steuern bleiben garantiert. Auf der anderen Seite ist dieser Wechsel vielleicht genau das, was Apple zur Erneuerung und Weiterentwicklung braucht: Eine neue Basis, auf der bisher heilige Kühe und eingefahrene Gebräuche endlich entfernt werden können.
Nach dem andauernden Erfolg über die letzten zehn Jahre ist es schwer, Apple zu kritisieren und meistens basierte der Erfolg auf Wandel. So darf jetzt jeder hoffen, dass iOS einen neuen Erfolgskurs einschlägt und wirklich revolutionäre, gute Ideen realisieren wird. Eines muss man Tim Cook zugestehen: Er scheut nicht vor Wandel zurück, auch wenn es vordergründig nicht erfolgsversprechend aussieht, den Leiter der Abteilung der gegenwärtig gewinnbringenden iOS-Abteilung vor die Tür zu setzen. Was auch immer der Wandel bringen wird, eines bleibt sicher: Dank dem in 2012 gezeigten Wandel bei Apple ist von Stillstand oder Langeweile keine Spur zu sehen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1652435