882340

Apple kommt doch auf die Cebit

04.12.1998 | 00:00 Uhr |

Einige kritische Passagen auf den Seiten Editorial , Szene und Publish der Macwelt 1/99 veranlaßten Apple Deutschland zu einem ausführlichen Leserbrief. Wir entsprechen der Bitte um Veröffentlichung gerne, da der Marketingleiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Stefan Heimerl, einige interessante Aussagen darin macht. So bestätigt er unter anderem eine Teilnahme Apples an der Cebit im kommenden Jahr und Apples starke Fokussierung auf den "professionellen kreativen Anwender". Das Statement im Wortlaut:

Zum Kommentar in der Szene "1999 macht sich Apple auf Messen rar":

- Die Aussage, daß Apple nur noch auf Apple-zentrierten Messen

auftreten wird, ist falsch. Beispiel dafür sind Apple's Beteiligung an

internationalen Cross-Plattform-Messen wie der IPEX (Birmingham), der IBC

(Amsterdam), der OrBIT (Zuerich) und natürlich der CeBIT (Hannover) in

diesem Jahr. Auch in Zukunft wollen wir diese strategischen Messen

in unseren Kernmarktsegmenten beziehungsweise Märkten bedienen. Richtig ist, daß wir die Messen, auf denen wir auftreten, nach Möglichkeit in unseren

Kernmarktsegmenten in positiver Weise dominieren wollen.

- Konkret: Die Planungen für unser Engagement auf der CeBIT 99 laufen

bereits. Eine Beteiligung bei der Funkausstellung ist noch nicht

entschieden. In Bezug auf die Digimedia haben wir gegenüber den

Messeveranstaltern Bedenken bezüglich des Konzeptes angemeldet und sind in Diskussion.

- Es ist richtig, daß wir Siemens auf der MacWorld in Düsseldorf die

kalte Schulter gezeigt haben. Doch wenn Sie die Messe studiert haben,

dann wird Ihnen das minimale Besucherinteresse bei den NT-Kollegen nicht

entgangen sein. Desweiteren haben wir und das Publikum in den

zahlreichen Podiumsdiskussionen (zum Beispiel Digital Solution Center)

kompetente NT-Vertreter zum Thema Publishing vermißt. Ein

Microsoft-Offizieller hat sich zudem zu der Aussage hinreißen lassen,

daß "Windows NT in der Version 4.x noch nicht für den Publishing-Markt

vorbereitet sei." - Angst vor NT? Respekt vor den Erfolgen dieser

Plattform in anderen Marktsegmenten, ja. Im Publishing braucht der

Anwender jedoch funktionierende Komplettlösungen mit höchster

Produktivität und Zuverlässigkeit. Teure Experimente können sich nur

wenige leisten - viele, die es getan haben, wechseln von Windows NT

bekehrt zurück zu Mac OS (zum Beispiel der Axel Springer Verlag und andere).

- Es gibt keine Wagenburgmentalität bei Apple - dem direkten Vergleich

mit dem Mitbewerb auf Messen, Roadshows und anderem in Bezug auf Leistung, Produktivität und Anwenderfreundlichkeit stellen wir uns gerne.

Zum Kommentar auf der Publish-Startseite "Vernachlässigung Kerngeschäft":

- Die Behauptung, Mac-Anwender in der Druckvorstufe beschweren sich über

Apple's Marketing- und Produktpolitik, da sich alles nur noch um den

iMac drehe, widerspricht dem Feedback, daß wir aus dem Markt bekommen.

- Wir konzentrieren uns mit umfangreichen Marketingaktivitäten auf das

Segment des professionellen Design und Publishing. Im Oktober wurde zum Beispiel die Apple und Pantone Color Tour mit Lösungspartnern zum Thema

Farbmanagement durchgeführt - 2500 Fachbesucher bei 6 Veranstaltungen

zeugen von sehr guter Resonanz. Im November war das Highlight die

MacWorld in Düsseldorf, die durch Ihre 94 Prozent Fachbesucher nahezu

vollständig auf den professionellen Bereich ausgerichtet war. Dort

waren wir mit 400 Quadratmeter Hauptstand und umfangreichen Begleitveranstaltungen

vertreten, die auf das Fachpublikum ausgerichtet waren. Der iMac wurde

separat präsentiert, um unsere Fokussierung eindeutig zum Ausdruck zu

bringen. Wir gründen mit ausgewählten Fachhandelspartnern im Markt

sogenannte Apple CompetenceCenter für einzelne Publishing-Themen, um unseren Firmenkunden noch bessere Lösungskompetenz bieten zu können. Und vieles mehr.

- Trotz umfangreicher Personalkürzungen in den Jahren '95 und '96 haben

wir zu keinem Zeitpunkt die Abteilung aufgelöst, die sich um das

Kernmarktsegment Publishing und die dazugehörigen Kunden kümmert.

- Apple fokussiert mit seinen Aktivitäten auf die professionellen,

kreativen Anwender. Die Adressierung der Privatanwender über den iMac

interpretieren wir als zusätzliches Geschäftsfeld, jedoch nicht als

Ersatz für unsere Kernklientel.

Zum "Editorial":

- Steve Jobs als "Visionär von gestern" zu bezeichnen zeugt von tiefer

Verbitterung - warum eigentlich? Sogar seine ärgsten Widersacher, wie

zum Beispiel Andy Grove von Intel, gestehen ihm visionäre Züge in der

Gegenwart und für die Zukunft zu - ob es nun mit Pixar oder Apple ist.

- Es ist richtig, daß Apple in Allianzen, Partnerschaften und

Technologieabkommen eingebunden ist. Ebenfalls richtig ist, daß Apple

über seine hohen Investitionen in Forschung & Entwicklung bei

PC-Systemen innovativer als jedes andere Unternehmen ist. In einer

globalisierten Wirtschaft sind isolierte Einzelkämpfer auch zum

Scheitern verurteilt - unsere Philosophie lautet, daß wir uns bei

Industriestandards integrieren wollen, in der Gesamtleistung jedoch

herausragen wollen. Und wo möglich setzen wir selbst die neuen

Industriestandards (zum Beispiel QuickTime).

- Im Antitrust-Verfahren gegen Microsoft wurden Apple-Manager vom

Department of Justice in den Zeugenstand gerufen und haben

wahrheitsgemäß ausgesagt. Unser Verhältnis zu Microsoft ist gut -

international wie auch lokal. Die bisherigen Auseinandersetzungen wurden

letzten Sommer zwischen Steve Jobs und Bill Gates beigelegt.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Heimerl

Marketingleitung DACH

Apple Computer GmbH

0 Kommentare zu diesem Artikel
882340