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Apple krisitisiert Frankreich scharf

22.03.2006 | 11:44 Uhr |

Apple hat erstmals Stellung zum am Dienstag von der französischen Nationalversammlung verabschiedeten Kopierschutzgesetz bezogen und dabei den Gesetzgeber scharf kritisiert.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters kritisierte Apples Sprecherin Natalie Kerris, dass die französische Umsetzung einer EU-Richtline zum Kopierschutz, die in Konsequenz die Öffnung des im iTunes Music Store (iTMS) verwendete Fairplay-DRM vorschreibt, zu einer „vom Staat unterstützten Piraterie“ führen werde. Am Dienstag hat die französische Nationalversammlung das kontrovers diskutierte Gesetz zum "Schutz von Autorenrechten im Informationszeitalter" mit 286 zu 193 Stimmen verabschiedet. Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss ihm der Senat, die zweite Parlamentskammer in Frankreich noch zustimmen. Die ansonsten übliche dritte und vierte Lesung wird es nicht geben, das Gesetz soll im Eilverfahren verabschiedet werden. Wenn das Gesetz in Kraft trete, würden legale Musikverkäufe radikal zurückgehen, „zu einer Zeit, zu der gerade die legalen Angebote sich beim Kunden als Alternativen gegenüber der Piraterie durchsetzen,“ warnt Kerris. iPods würde Apple wahrscheinlich mehr verkaufen, „wenn die Anwender sie frei mit ‚interoperabler’ Musik bestücken, die man nicht mehr ausreichend schützen kann.“ Freie Filme für iPods seien dann auch nur noch eine Frage der Zeit. Ob Apple die französische Niederlassung des iTMS schließen oder den Forderungen des Gesetzes nach einer Öffnung des Formats nachkommen wolle, hat Kerris nicht gesagt.

Nach Wunsch der französischen Regierung sollen auch andere EU-Staaten das Gesetz anpassen und verabschieden.

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