2007200

Apple zeigt neue iPads und iMac Retina

16.10.2014 | 21:00 Uhr |

iPad Air und iPad Mini werden noch dünner, OS X Yosemite steht noch heute zum Download bereit. Apple zeigt erwartetes und versäumt es, zu überraschen.

Die Hardware weiß durchaus zu überzeugen, wenn sie hält, was sie verspricht. iMac mit 5K-Auflösung. iPad Air 2 nur noch 6,1 Millimeter dick, dafür aber mit Spitzenkamera ausgestattet. Mac Mini endlich aktualisiert. Und hinter dem Horizont wartet schon die Apple Watch. Dennoch verstand es Apple auf seinem Special Event nicht zu überzeugen. Zu viel altbekanntes, keine Überraschung, sieht man einmal vom Preis für das neue Spitzenmodell ab.

Aber der Reihe nach. Apple begann seine Keynote wie zuletzt üblich mit einem Promovideo, in dem es sein jüngstes Produkt feierte, die neuen iPhones. Die bekannten Bilder aus den Warteschlangen, glückliche Kunden. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, meinte Apple-CEO Tim Cook, der Verkaufsstart des iPhone 6 und iPhone 6 Plus sei der beste bisher - am Montag wird Apple Zahlen nachliefern, dann legt das Unternehmen seine Bilanz für das Septemberquartal vor. Richtig in die Höhe schießen werden die Verkäufe aber wohl erst im laufenden Quartal, ab dem 17. Oktober sind die neuen Telefone auch in China erhältlich.

Ein wesentliches Feature von iPhone 6 und iPhone 6 Plus ist der NFC-Chip, mit dem man über Apple Pay bald auch im Laden bezahlen kann. Alle drei großen Kreditkartennetze sind zum Start dabei, sowie die wichtigsten und größten Banken, wenn es am Montag mit Apple Pay los geht. Sieht zwar flächendeckend aus, aber eben nur für die USA. USA-Reisende können davon übrigens auch nicht profitieren. Wann Apple Pay in den Rest der Welt kommt, hat Cook nicht verraten. Aber womöglich ist dann bereits das iPhone 7 am Start...

Drahtlos bezahlen kann man laut Apple ab dem Frühjahr 2015 auch mit der Apple Watch, einen genaueren Termin gibt es immer noch nicht. Aber immerhin hat Apple mit dem Watch SDK Entwicklern Werkzeuge zur Verfügung gestellt, mit denen sie Apps für die intelligenten Armbanduhr programmieren können. Voller Stolz zeigte Cook zudem das Cover der Vogue China. Von den Titelzeilen hat zwar kaum jemand etwas verstanden, die Uhr am Handgelemk des Cover-Models war aber eindeutig als solche von Apple zu erkennen.

Updates: OS X 10.10 und iOS 8.1

OS X Yosemite ist ab heute im Mac App Store, wir von der Macwelt haben auch gleich das passende Sonderheft dazu . Doch ehe Apples Senior Vice President Software Craig Federighi den Termin verkündete, hatte er noch eine halbe Stunde lang die Gelegenheit, das neue Betriebssystem für den Mac und seinen Counterpart iOS 8 sowie das für Montag angekündigte Update auf iOS 8.1 zu rühmen. Wer schon die Keynote zur WWDC im Juni live oder zeitversetzt verfolgte, wird sich währenddessen gelangweilt haben, Neues hatte Federighi kaum zu erzählen. Sicher, neben OS X und iOS bekommen nun auch die iWork-Programme ein Update mit einigen kleineren Neuerungen, doch was Federighi über Widgets, Erweiterungen für iOS 8 oder Safari und Mail für Yosemite sowie Continuity, Handsoff und iCloud Drive für beide Systeme erzählte, war nicht wirklich neu. Da half auch der per - über den iMac geführtes - Telefonat zugeschaltete Steven Colbert dem auf die Folter gespannten Publikum kaum. Übrigens: Alles, was Sie über OS X 10.10 Yosemite wissen wollen, können Sie in unserem Specia l zum Thema nachlesen, auch für iOS 8 haben wir ein derartiges Angebot . iOS 8.1 übrigens bringt auf Feedback der Anwender die Filmrolle in der Foto-App zurück, erstmals können Nutzer auch die iCloud-Fotomediathek ausprobieren, Apple hat die Beta frei gegeben. Eine interessante Zahl hatte Federighi dann doch. Oder eher eine interessante Interpretation. Denn seit der Veröffentlichung von iOS 8 ist erst auf 48 Prozent der dafür geeigneten Geräte das neue System installiert, 46 Prozent laufen noch unter iOS 7. Das ist nur dann eindrucksvoll, zählt man die beiden jüngsten iOS-Varianten zusammen, was Apple bisher nicht getan hat, um auszudrücken, dass so viele Anwender auf die allerjüngste Technik zurückgreifen. Android sei aber noch viel zersplitterter, gerade einmal ein Drittel nutze das aktuelle Jellybean. Apple führt das als großen Nachteil, so kämen weniger Anwender in den Genuss aktueller Sicherheitsupdates. Womöglich muss Apple aber nun selbst umdenken und Anwendern von iOS 7.1.2 bei der nächsten Sicherheitslücke zumindest ein 7.1.3 optional anbieten.

iPad Air wird dünner

Die Verkaufszahlen der iPads waren zuletzt gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Tim Cook sieht die Produktkategorie aber nach wie vor als die erfolgreichste aller Zeiten bei Apple, von keinem neuen Produkt haben man in den ersten vier Jahren 225 Millionen Stück verkaufen können. Das mag zwar richtig sein, doch seien Zweifel erlaubt, ob das iPad Air 2 den Trend stoppen oder gar umkehren kann, der Markt scheint gesättigt und die Produkterneuerungszyklen weit länger zu sein als bei den Smartphones. Beim iPad Air 2 setzt Apple vor allem auf zwei Dinge: Eine noch kompaktere Bauweise und eine verbesserte Kamera. Das neue iPad Air ist nur noch 6,1 Millimeter dick, wir sind gespannt, wann erste Spinner es zu verbiegen versuchen. Die eingebaute Kamera hat nun 8 Megapixel und versteht sich wie die in den iPhones auf 1080p-Videos, Slomo, Zeitraffer und Panoramen mit bis zu 43 Megapixeln Größe. Für eine Kompaktkamera ist das iPad ein wenig sperrig, doch sagt man zurecht, die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Als Einsatzzweck nennt Apple etwa den professionellen Sport, wo es darum geht, Bewegungsabläufe genau aufzuzeichnen und gleich auf einem großen Bildschirm zu betrachten. Auch als Scanner mit OCR-Software eigne sich das iPad 2 nun bestens. Stark gewünscht hätten Anwender auch Touch ID. iPads lassen sich nun bequemer sichern, auch zum Einkaufen mit Apple Pay im Internet dient sich das iPad nun an, mangels NFC-Chip natürlich nicht für die Ladenkasse. Touch ID ist auch die einzige Neuerung, die das iPad Mini 3 bekommt, es muss im Gegensatz zum iPad Air 2 (Apple A8X) auch mit der gleichen CPU wie bisher auskommen. iPad Air, iPad Mini und iPad Mini 2 bleiben zu teils reduzierten Preisen im Angebot, das nun immer unübersichtlicher wird. Aber dadurch kann Apple nun Tablets zu Preise von 240 Euro bis 900 Euro anbieten, da ist für jeden etwas dabei. Mehr zu den neuen iPads lesen Sie hier .

iMac mit Retina-Display

Hatte Apple noch viel Zeit darauf verwandt, die Vorzüge von iOS 8 und OS X 10.10 zu preisen, kam die Hardware ein wenig kurz. Dabei muss sich das neue Spitzenmodell des iMac wohl nicht verstecken. Wie erwartet, hat Apple ein Retina-Display in 5K-Auflösung eingebaut, mit 14,7 Millionen Pixeln. Das sei die siebenfache Auflösung eines HD-TV - der iMac wird also voll wohnzimmertauglich. Mit dem Quadcore i5 von Intel hat der Rechner aber auch einen starken Prozessor eingebaut. Der Preis überrascht ein wenig, und zwar positiv. In der Grundausstattung kostet der iMac Retina 2.499 US-Dollar (2.599 Euro), Dell verkauft einen Monitor mit dem mutmaßlich gleichen Panel für 2.500 US-Dollar. Da ist dann aber kein Computer drin, mit 8 GB RAM und einem 1-TB-Fusiondrive. Die bisher verfügbaren iMacs bleiben im Programm. Mehr zum neuen iMac und dem Mac Mini, den Apple lediglich aktualisiert hat, lesen Sie hier.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2007200