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Apple legt Rekordbilanz vor

15.01.2004 | 12:50 Uhr |

Der Mac-Hersteller hat gestern nach Handelsschluss an der Nasdaq seine besten Quartalszahlen seit vier Jahren vorgelegt. Der Umsatz ist zweistellig gewachsen, der Gewinn ist auf 63 Millionen Dollar hochgeschossen.

Dank starker Verkäufe von Rechnern und iPods hat Apple im ersten Quartal seines Geschäftsjahres die Gewinn- und Umsatzerwartungen übertroffen.
Im ersten Quartal steigerte Apple den Gewinn von einem 2 Cent-Verlust vor einem Jahr auf 17 Cent Gewinn je Aktie. Unterm Strich war das ein Überschuss von 63 Millionen Dollar - deutlich über den von Analysten erwarteten 58 Millionen Dollar. Beim Umsatz legte Apple zwischen Oktober und Dezember um 36 Prozent auf 2,006 Milliarden Dollar zu - so viel wie seit vier Jahren nicht mehr. Am Markt waren nur zwischen 1,472 und 1,975 Milliarden Dollar erwartet worden. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres sank die Umsatzrendite von 27,6 Prozent ein Jahr zuvor auf 26,7 Prozent. Den Abfall der Rendite begründete Apple mit zunehmenden Ausgaben für Garantieleistungen, vor allem iBook und Powerbook hätten diesbezüglich Sorgen gemacht, die Problematik mit den weißen Flecken auf den Bildschirmen seien die Hauptursache.
Das Geschäft außerhalb der USA trug zu 44 Prozent zum Umsatz bei, Europa konnte sich gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent verbessern, Japan legte beim Umsatz um 18 Prozent zu.

Apple-Chef Steve Jobs zeigte sich zufrieden mit dem Quartalsergebnis. Dabei verwies er auf den Erfolg der Musikplattform iTunes, die im legalen Online-Musikmarkt einen 70prozentigen Marktanteil habe. Auch das junge Geschäftssegment digitaler Musikabspielgeräte habe sich positiv entwickelt. In den drei Monaten bis Ende Dezember lieferte Apple 733.000 iPods aus, was ein gewaltiges Wachstum von 235 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der iPod hat im vergangenen Quartal 256 Millionen Dollar zum Umsatz beigetragen. Aus strategischen Gründen wolle Apple jedoch nicht sagen, wie sich die iPod-Verkäufe auf Mac- und Windowsanwender verteilen, hieß es in der anschließenden Bilanzpressekonferenz. Dabei räumte Fred Anderson auch ein, dass Apple mit dem iPod mini und dem von HP in Lizenz produzierten Musikplayer keine so hohen Profitraten wie mit dem Original-iPod erzielen werde. Die iPod-Verkäufe hätten höher sein können, wenn Apple nicht mit Nachschubschwierigkeiten zu kämpfen gehabt hätte. Auch im zweiten Quartal könne man Lieferschwierigkeiten bekommen.

Mehr Rechner verkauft

Rechner hat Apple im Dreimonatszeitraum, der am 27. Dezember endete, 829.000 Stück verkauft, 12 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mobile Geräte machen 48 Prozent des Gesamtumsatzes aus, Power Macs haben sich im Dezember-Quartal besser verkauft als im September-Quartal. Vor allen Dingen die Dual-Prozessor-Modelle seien bei den Kunden gut angekommen. Apple rechnet damit, auf Dauer etwa 200.000 Power Macs pro Quartal verkaufen zu können.

Obwohl Steve Jobs auf der Macworld Expo den Wechsel auf Mac-OS X für vollzogen gemeldet hat, haben erst 40 Prozent der Anwender Mac-OS X im Dauereinsatz. Rund 20 Millionen der laufenden Rechner seien nach Apples Schätzungen dazu in der Lage, Mac-OS X laufen zu lassen, rund 50 Prozent der Besitzer dieser Rechner haben erst umgestellt. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, bezeichnete Apple die Verkäufe von Mac-OS X 10.3 im vergangenen Quartal als "stark", rechnet aber mit einem Rückgang im zweiten Quartal.

Ladenkette profitabel

Apples eigene Ladenkette hat im ersten Quartal 273 Millionen Dollar eingenommen und dabei 9 Millionen Dollar Gewinn erzielt. Bis zum Ende des Quartals werden in den USA 73 Läden geöffnet haben, zu Beginn des neuen Schuljahres sollen es 80 Filialen sein. Der in Tokio neue eröffnete Laden ist der bislang erfolgreichste mit einem Umsatz von einer Million Dollar pro Woche. Im Herbst soll in Osaka der zweite Apple Store außerhalb der USA öffnen.

Laut Apples Finanzchef Fred Anderson sind die Barreserven des Mac-Herstellers im letzten Quartal um 225 Millionen Dollar auf 4,8 Milliarden Dollar angewachsen.

Für das zweite Quartal rechnet der Computerhersteller mit prozentual zweistelligen Zuwächsen bei Gewinn und Umsatz. Den Umsatz erwartet Apple bei 1,8 Milliarden Dollar, den Gewinn bei 8 bis 10 Cent je Aktie. Bisher gingen Analysten von 7 Cent Gewinn je Aktie und 1,7 Milliarden Dollar aus. Das zweite Quartal 2003/2004 soll das dritte in Folge sein, bei dem Apple gegenüber dem Vorjahr in Umsatz und Gewinn zweistellig wächst.

Apple auch in Deutschland erfolgreich

Dank des iPod sieht sich Apple auch in Deutschland im Aufwind. "Es geht Schritt für Schritt aufwärts", sagte Deutschland-Chef Frank Steinhoff am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München. Im letzten Quartal 2003 sei das Geschäft hier zu Lande sogar noch besser gelaufen als im Rest Europas. Die klassischen Kunden von Apple in Verlagen und Agenturen seien in Deutschland noch immer zurückhaltend, sagte Steinhoff. Zwar spürten die Unternehmen mittlerweile einen leichten Rückenwind. "Die Budgets sind aber nach wie vor sehr eng."
In Bereichen wie Architektur und der Medizin ziehe die Nachfrage spürbarer an. Insgesamt laufe besonders das Geschäft mit den tragbaren Geräten gut.

Impulse kommen derzeit aber auch in Deutschland aus dem Privatkundengeschäft. Apple profitiere davon, dass man mittlerweile auch günstigere Produkte anbiete. "Der iPod ist aber das große Zugpferd", sagte Steinhoff. Er sei überzeugt davon, dass der Trend bei tragbaren Musikabspielgeräten Apple über die nächsten Jahre begleiten werde und nicht nur eine Modewelle sei. Einen Schub für das Geschäft werde es noch einmal gebe, wenn es auch in Europa den iTMS geben werde.

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