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Apple legt bei Umsatz und Gewinn zu

24.04.2014 | 06:39 Uhr |

Ein starker Zuwachs bei den iPhone-Verkäufen hat Apple eine Rekordbilanz für das zweite Quartal beschert. Gegen den allgemeinen Trend legt auch der Mac zu.

Apple hat im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2013/2014 bei Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahr zugelegt, vor allem die Verkaufszahlen für das iPhone waren stark. Der Gewinn betrug 10,2 Milliarden US-Dollar, der Umsatz 45,6 Milliarden US-Dollar. Im März-Quartal 2013 machte Apple einen Gewinn von 9,5 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 43,6 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie legte um 15 Prozent auf 11,62 US-Dollar zu. Mit Umsatz und Gewinn hat Apple die Erwartungen der Finanzexperten von der Wall Street übertroffen, diese hatte im Schnitt mit 43,55 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Gewinn pro Aktie von 10,17 US-Dollar spekuliert. Zwei Drittel der Umsätze sind außerhalb der USA angefallen. Insgesamt 22 Prozent seiner Umsätze generierte Apple in Euro (10,23 Milliarden US-Dollar), 20,3 Prozent in China, Hongkong und Taiwan (bei Apple als "Greater China" ausgewiesen). Während Europas Anteil gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben ist, legte Greater China von 18 Prozent zu. Die Region ist auch die einzige, die gegenüber dem Weihnachtsquartal ein Plus ausweine kann (fünf Prozent).

17 Prozent Zuwachs beim iPhone

Insbesondere das iPhone hat noch einmal zugelegt, die Verkaufszahl von 43,7 Millionen Stück lag um 17 Prozent höher als im Vorjahr, als Apple 37,4 Millionen Smartphones verkauft hatte. Der mit dem iPhone erzielte Umsatz stieg von 22,95 Milliarden US-Dollar auf 26,06 Milliarden US-Dollar, was einen Zuwachs von 13 Prozent entspricht. Der etwas geringere Umsatz pro Gerät könnte ein Indiz dafür sein, dass sich das günstigere iPhone 5C gar nicht einmal so schlecht verkauft. Aber auch Deals mit Providern könnten auf die Marge gedrückt haben. Wie sich die Verkäufe der einzelnen Modelle aufteilen, hat Apple nicht bilanziert. Auf Nachfrage erkläte TIm Cook im Conference-Call jedoch, das mittlerweile aus dem Angebot genommene iPhone 4 habe als Einsteigersmartphone "nur eine kleine einstellige Prozentzahl" beigetragen. Derzeit ist bei Apple das iPhone 4S das günstigste, das iPhone 5C nimmt den mittleren Preisrang ein. Indes wird das iPhone-Geschäft für Apple immer wichtiger, mittlerweile entfallen 57 Prozent des Umsatzes darauf, vor einem Jahr waren es noch 53 Prozent gewesen. Laut Apple-CEO Tim Cook haben sich alle aktuell verfügbaren Modelle besser verkauft als ihre Vorgänger, besonders stark sei die Nachfrage in Asien gewesen, vor allem in Japan und China. Dort ist mit China Mobile ein starker Partner hinzugekommen, mit Hilfe des weltgrößten Mobilfunkproviders konnte Apple einen neuen Verkaufsrekord setzen.

Der Smartphonemarkt werde weiter stark wachsen, verspricht Cook den Anlegern. Auf die Dauer werden seiner Ansicht nach Smartphones alle anderen Mobiltelefone vom Markt drängen. Apple will mit seiner Produktpalette daher alle Interessenten ansprechen, vor allem in Wachstumsmärkten bereite das iPhone 4S  den Weg. "In einigen Regionen sind um die 80 Prozent der Käufer des iPhone 4S Neukunden," erklärt Cook. Da es Apple wie keiner anderen Firma gelinge, bei seinen Kunden Loyalität zu schaffen, würden diese auch bleiben und später auf ein teureres Modell umsteigen.

iPad-Nachfrage anders verteilt

Rückläufig hat sich das Geschäft mit dem iPad entwickelt. Während Apple vor einem Jahr von Januar bis März noch 19,48 Millionen Geräte verkaufen konnte, waren es diesmal nur 16,35 Millionen, der Umsatz fiel von 8,7 Milliarden US-Dollar auf 7,6 Milliarden US-Dollar. Der vom iPad verantwortete Umsatzanteil fiel von 20 Prozent auf 17 Prozent. Cook hatte dafür jedoch eine Erklärung parat: Vor einem Jahr war Apple mit einem Backlog von Bestellungen des iPad Mini in das zweite Quartal gegangen, in diesem Jahr hatte Apple von Anfang an die Nachfrage nach allen iPad-Modellen befriedigen können, weshalb diese bereits im ersten Quartal verkauft wurden. Der Tablet-Markt werde nach Ansicht von Tim Cook den PC-Markt schon in wenigen Jahren überholt haben, Apple werde von dieser Entwicklung profitieren.

Mac wächst gegen den Trend

Der Mac legte bescheiden zu von 3,95 Millionen Stück im Vorjahr auf nunmehr 4,14 Millionen Stück, der Umsatz von 5,45 Milliarden US-Dollar auf 5,52 Milliarden US-Dollar. Das entspricht nur noch 12 Prozent der Apple-Umsätze. Tim Cook merkte an, dass der Mac weiterhin zulege obwohl der PC-Markt im Ganzen schrumpfe. Das kostenlose OS X Mavericks habe dazu geführt, dass so viele Macs wie noch nie zuvor mit dem aktuellen Betriebssystem laufen, laut einer jüngst veröffentlichten Statistik sind es bereits über 50 Prozent. Seit Apple im Jahr 2006 auf Intel-Prozessoren umgestiegen ist, hat die Firma insgesamt 100 Millionen Macs verkauft.

Tim Cook zeigte sich zudem mit dem Wachstum des iTunes Store zufrieden, dieser habe erneut zweistellig zugelegt. Mittlerweile sind 800 Millionen Konten bei Apple angelegt, bei den meisten sind Kreditkarteninformationen hinterlegt. Apple werde zudem auch seine Ladenkette weiter ausbauen, seit der letzten Bilanzpressekonferenz sind mit der Türkei und Brasilien zwei neue Länder hinzugekommen. Apple Stores gibt es nun in 15 Ländern. In der nächsten Woche werde endlich Angela Ahrendts ihren Job als Retail-Chefin antreten.

Keine Hinweise auf neue Produkte, Aktiensplit 7:1

Die nähere Zukunft Apples beschrieb Cook vage: Man werde weiterhin stark investieren, vor allem in neue Produktkategorien. Diese würden jedoch noch eine Weile auf sich warten lassen, man arbeite hart daran. Hinweise, welcher Art die Neuheiten sind, unterbleiben vollständig. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass Apple an einer intelligenten Armbanduhr namens iWatch arbeitet.

In den letzten 18 Monaten habe man nicht weniger als 24 kleinere Firmen übernommen. Den Aktien-Kurs, den Cook weiterhin für unterbewertet hält, werde man mit Rückkäufen stützen. Das Aktienrückkaufprogramm will Apple auf insgesamt 130 Milliarden US-Dollar erhöhen, im zurückliegenden Quartal sind 21 Milliarden US-Dollar an Barmitteln in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anteilseigner gegangen. Die nächste Dividende in Höhe von 3,29 US-Dollar pro Aktie will Apple am 15. Mai auszahlen.

Der Aufsichtsrat hat zudem einen Aktiensplit im Umtauschverhältnis 7:1 angekündigt. Wer zum Stichtag 2. Juni Apple-Aktien besitzt, bekommt für jede alte Aktie sieben neue, deren Nennwert jedoch nur ein Siebtel beträgt. Ab dem 9. Juni (Pfingstmontag) werden die neuen Apple-Aktien gehandelt, der Kurs beträgt dann nicht mehr wie heute rund 570 US-Dollar sondern bei bis dahin flacher Kursentwicklung knapp über 80 US-Dollar. Vor allem Kleinanleger bekommen derart leichter Zugang zu Anteilsscheinen.

In der Bilanzpresskonferenz ging Tim Cook noch auf die Zahlen für China ein, dort zeigt Apple starkes Wachstum. Der Umsatz stieg auf 9,8 Milliarden US-Dollar. iPhones legten um 28 Prozent zu, IDC hatte ein Wachstum von lediglich 20 Prozent vorgesehen. Auch der Mac wuchs zweistellig.

iPod halbiert, Ausblick auf das dritte Quartal

Kaum noch Käuferinteresse weckt der iPod, zu sehr ist der Medienplayer mittlerweile von iPhone und iPad marginalisiert worden. Im März-Quartal brachte Apple nur noch 2,7 Millionen Geräte an die Kundschaft, weniger als die Hälfte der 5,6 Millionen aus dem Vorjahr. Im Herbst 2013 hatte Apple im Gegensatz zum Jahr zuvor den iPod auch nicht mehr aktualisiert. In der Bilanzpressekonferenz kam das Gerät überhaupt nicht mehr zur Sprache.

Aufstieg und Fall: Der einstige Kassenschlager iPod ist vor allem durch iPhone und iPad marginalisiert worden.
Vergrößern Aufstieg und Fall: Der einstige Kassenschlager iPod ist vor allem durch iPhone und iPad marginalisiert worden.

Für das gerade angelaufene dritte Quartal rechnet Apple mit einem Umsatz zwischen 36 und 38 Milliarden US-Dollar, die Bruttogewinnspanne werde bei 37 bis 38 Prozent liegen.

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