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Apple legt bei Umsatz und Gewinn zu

23.07.2014 | 06:20 Uhr |

Apple hat mit der Bilanz für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres neue Rekordzahlen vorgelegt. Besonders das iPhone spült Geld in die Kassen. Das iPad zeigt jedoch Schwächen, während der Mac überraschend stark zulegt.

Der Umsatz stieg auf 37,4 Milliarden US-Dollar und der Gewinn auf 7,7 Milliarden US-Dollar, höher waren die Zahlen im Juni-Quartal nie. Vor einem Jahr hatte Apple 35,3 Milliarden US-Dollar eingenommen und dabei einen Überschuss von 6,9 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Pro verwässerter Aktie ergibt das einen Gewinn von 1,28 US-Dollar, im Vorjahr waren es noch 1,07 US-Dollar gewesen. An Aktionäre zahlt Apple 47 Cent pro Aktie an Dividende aus. Während der Umsatz etwas unter der Schätzung der Wall Street in Höhe von 37,99 Milliarden US-Dollar lag, hatten die Finanzexperten mit einem Gewinn pro Aktie von 1,23 US-Dollar gerechnet.

Kassenschlager iPhone - auch das iPhone 5C

Weiterhin ist das iPhone Apples größter Umsatzbringer. Im Berichtszeitraum verkaufte das Unternehmen 35 Millionen Geräte, vor einem Jahr waren es 31,2 Millionen Stück gewesen. 19,75 Milliarden US-Dollar des Umsatzes entfallen auf die Smartphone-Sparte, im Vorjahr waren es 18,1 Milliarden US-Dollar. Apple-CEO Tim Cook betonte in der Bilanzpressekonferenz, Apple habe Wachstum sowohl in der unteren, der mittleren und der höheren Preiskategorie feststellen können – das iPhone 5C ist also wohl nicht der Flop, für den viele es halten. Gegenüber dem zweiten Quartal hat Apple jedoch einen Umsatzrückgang zu vermelden, von Januar bis März waren noch 43 Millionen iPhones für 26 Milliarden US-Dollar an die Kunden gegangen. der Rückgang ist jedoch dem Produktzyklus des iPhone geschuldet, viele potentielle Käufer warten auf die Vorstellung eines neuen Gerätes, die für Anfang September wahrscheinlich ist.

Mac legt zu - PC-Markt schwach

Erfreulicherweise legt das Geschäft mit dem Mac trotz eines schwierigen Gesamtmarktes wieder deutlich zu, Apple verkaufte mit 4,4 Millionen Macs im Juni-Quartal 18 Prozent mehr als die 3,7 Millionen Stück aus dem Vorjahr. Vor allem das Macbook Air habe stark dazu beigetragen, genaue Zahlen nennt Apple jedoch nicht. Der Umsatz des Mac stieg von 4,9 Milliarden US-Dollar um 13 Prozent auf 5,5 Milliarden US-Dollar. In nunmehr 32 der letzten 33 Quartale hat Apple mit dem Mac Marktanteile im PC-Markt dazu gewonnen. Gegenüber dem Vorquartal hat Apple sieben Prozent mehr Rechner verkauft und damit 13 Prozent mehr Umsatz gemacht.

iPad verliert - IBM gibt Hoffnung

Das iPad hat jedoch verloren, sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch dem Vorquartal. Im Juni-Quartal 2013 verkaufte Apple 14,6 Millionen Stück und im März-Quartal dieses Jahres 16,3 Millionen, im dritten Quartal 2013/2014 waren es nur noch 13,3 Millionen. gegenüber dem Vorjahr ging der Umsatz um acht Prozent von 6,4 Milliarden US-Dollar auf 5,9 Milliarden US-Dollar zurück. "Die Verkäufe des iPad trafen unsere Erwartungen, obwohl ich weiß, dass sie die Ihren nicht trafen," wandte sich Tim Cook an die Finanzanalysten, die der Telefonkonferenz zugeschaltet waren. Die Kategorie sei noch jung und warte auf Innovationen, Apple habe genau das für das iPad vor. Mehr als die Hälfte aller iPads verkauft Apple an Leute, die erstmals sich einen Tablet-Computer zulegen.

Cook zeigt sich optimistisch, dass die in der letzten Woche angekündigte Partnerschaft mit IBM das Wachstum des iPad wieder treiben werde. Im Unternehmensbereich habe Apple lediglich einen Tablet-Marktanteil von 20 Prozent, mit Hilfe von IBMs Expertise in Unternehmenssoftware und Cloud-Services könne dieser mittelfristig auf 60 Prozent steigen. Der Apple-CEO glaubt zudem an die Prognose der Marktforscher von Gartner, die damit rechnen, der Tablet-Markt werde den für klassische PCs bis zum Jahr 2018 überflügeln. Da Apple und IBM heute keine Konkurrenten sind, ergebe die Kooperation Sinn, erklärt Cook.

iPod kaum noch gefragt - App Store brummt

Gegenüber dem zweiten Quartal konnte der iPod zulegen, von 2,8 auf 2,9 Millionen Stück, im Vorjahr hatte Apple jedoch noch 4,6 Millionen der Musik-Player verkauft. An Umsatz brachte das Apple 442 Millionen US-Dollar ein, vor einem Jahr noch 733 Millionen US-Dollar.Apple hat seit bald zwei Jahren den iPod nicht mehr renoviert – vor einem Monat lediglich das Einsteigermodell des iPod Touch neu aufgelegt und die Preise gesenkt. Immer mehr scheint der iPod in iPhone und iPad aufzugehen.

Weiter auf Wachstumskurs ist Apples Sparte iTunes, Software und Services, die um 12 Prozent auf einen Umsatz von 4,485 Milliarden US-Dollar zulegte. Vor allem App-Downloads würden das Wachstum treiben, mittlerweile zähle der App Store 75 Milliarden Downloads in seiner sechsjährigen Geschichte.

Besonders Augenmerk legte Tim Cook auf die Zahlen für China, dort konnte Apple wieder besonders stark wachsen. Der Umsatz stieg auf 5,9 Milliarden US-Dollar, beinahe in den Größenraum, den Apple in Gesamteuropa verzeichnen konnte. Dank China Mobile legte Apple mit dem iPhone in China um 48 Prozent zu und der Mac um 39 Prozent. Sogar das iPad konnte ein Plus bilanzieren.

Sinnvolle Übernahmen und hohe Ausgaben für Entwicklung

Mit Beats Electronics und Beats Music kommt Apple auf mittlerweile 30 Firmenübernahmen im laufenden Geschäftsjahr, erklärt Cook. Den hohen Kaufpreis von über drei Milliarden US-Dollar rechtfertigt Cook mit dem "Weltklasse-Musikabodienst" sowie den guten Produkten des Unternehmens, auf denen man aufbauen könne. Generell sollten Akquisen aber "keine Löcher in unsere Taschen brennen" beschwichtigte Cook. Mit Beats bekomme man zudem viele talentierte Mitarbeiter dazu.

Für Forschung und Entwicklung gab Apple zuletzt so viel aus wie schon lange nicht mehr. Im dritten Quartal waren das 4,3 Prozent des Umsatzes, in den ersten neuen Monaten 3,1 Prozent des Umsatzes oder 3,3 Milliarden US-Dollar. Zuletzt hatte Apple bei der Entwicklung des iPhone so hohe Finanzmittel aufgewandt. Dies lässt Raum für Spekulationen über ein völlig überarbeitetes iPhone oder ein völlig neues Wearable. Konkret wurde Cook dazu jedoch nicht. Er betonte lediglich erneut, Apple haben "tolle Produkte in der Pipeline", die zu zeigen man kaum noch erwarten könne. Ab September dürften sich diese Schleier lüften.

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