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Apple liefert Quicktime in einer ActivX-Variante

22.08.2001 | 00:00 Uhr |

Als Folge des "Java-Krieges" stellt Microsoft die Unterstützung des alten Plug-in-Formats unter Windows ein. Apple hat jedoch rasch reagiert.

Macwelt/München - Microsoft setzt trotz laufendem juristischen Verfahren weiter auf seine eigenen Standards und schließt andersartige Formate aus. Jüngstes Beispiel ist das zweite Service Pack für die Windows-Version des Webbrowsers Internet Explorer 5.5. Nach der Installation, die den Browser unter anderem sicherer machen soll, lassen sich die bisherigen Quicktime-Plug-ins nicht mehr einsetzen. Somit sind beispielsweise Quicktime-Srreams mit dem gepachten Browser nicht mehr möglich. Anstelle des Films erscheint ein zerrissenes Quicktime-Symbol.

Ursache für die fehlende Unterstützung des Windows-Browsers ist die Microsoft-Konzentration auf das hauseigenen ActiveX, die mit einer neuen Inkompatibilität hinsichtlich des Netscape-Plug-in-Formats einhergeht. Die bisherigen Quicktime-Varianten basieren eben auf genau diesem Format.

Heute hat Apple reagiert und bietet Quicktime als ActivX-Version für die betroffenen Windows-Browser an. Web-Seitenbetreiber finden auf der Site www.apple.com/quicktime/products/tutorials/activex.html Informationen, wie man Surfer durch HTML-Tags auf der eigenen Seite mit der neuen Quicktime-Variante versorgen kann.

ActiveX gilt als Konkurrent zu Java, einer Programmiersprache von Sun, die Microsoft nun nicht mehr unterstützen will. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Sun mit einem Gerichtsurteil Microsoft dazu zwang, nur noch die vier Jahre alt Virtuelle Maschine in seine Software zu implementieren. Der Windows-Hersteller hat reagiert und gestern angekündigt, dass Microsoft das neue Windows XP ohne Virtuelle Maschine auf den Markt bringen wird. Diese späte Bekanntgabe bringt nun den Java-Erfinder in eine ungünstige Position. Sun wird es wohl nicht mehr rechtzeitig schaffen, eine eigene Virtuelle Maschine fertig zu stellen, die mit XP und dem künftigen Internet Explorer 6 (Windows) kompatibel ist.

Windows-Anwender können sich zwar generell die Virtuelle Maschine der eigenen Wahl installieren, doch die Praxis sieht anders aus. Die Downloadgrößen, der Installationsprozess und das Unwissen über die Virtuelle Maschine dürften die Anwender abschrecken und von der freien Wahl abhalten. Damit ist Microsoft scheinbar wieder einen Schritt weiter, seine Standards - hier mit ActivX - durchzusetzen Allerdings ist ActiveX bisher auch als Einfallstor für Hacker in Erscheinung getreten. cja

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