500px

Apple löscht Foto-App wegen Nacktbildern

24.01.2013 | 09:27 Uhr | Benjamin Schischka

Weil die Nutzer der Foto-Community-App 500px auch Nacktbilder hochladen, soll 500px aus dem App Store für iPhone und iPad geflogen sein.

Wie techcrunch.com berichtet , ist die Foto-App 500px aus dem iOS-App Store geflogen. Als Begründung soll Apple Nacktbilder der User angegeben haben. 500px ist ähnlich wie Flickr eine Foto-Community, in der man eigene Bilder hochlädt und die Bilder anderer Fotografen bewerten kann. Der Ableger ISO500 soll ebenfalls wegen nackter Haut aus dem App Store verbannt worden sein. Zusammen seien beide Apps auf über 1 Million Downloads gekommen.

Gegenüber Techcrunch soll sich 500px verteidigt haben: Ja, es gebe Nacktbilder, doch diese werden standardmäßig nicht über die App-Suche gefunden. Der User müsse zunächst die Suche manuell anpassen und das Auffinden von Nacktbildern gestatten. Die Anpassung erfordere sogar den Weg aus der App raus auf die Webseite des Anbieters. Man erlaube außerdem keine pornografischen Darstellungen - Pornos würden gelöscht werden, heißt es. Es gebe bei 500px nur Nacktbilder "künstlerischer Natur". Tatsächlich kann man auch über den Browser Nacktbilder auf 500px finden.

Ein theoretisches Problem: Nicht als "nackt" gekennzeichnete Bilder könnte die Suche in der Standardeinstellung nicht ausfiltern. Derzeit verlasse man sich bei 500px zum Auffinden von Nacktbildern noch auf die Community. Jedoch sei eine Art Gesichtserkennung für Nackte - also sozusagen ein "Nackt-Scanner" - in Arbeit, der automatisch Nacktaufnahmen mit dem Stichwort "nude" (Englisch für "nackt") versehen könne. Auf dieser Grundlage sollen keine Bilder mehr durch die Sucheinstellungen rutschen. Doch Apple habe nicht mehr auf Nachbesserungen warten wollen, beklagt sich 500px. Die App sei 16 Monate lang im App Store verfügbar gewesen.

Apple hat sich offiziell zu dem Vorfall geäußert, berichtet Techcrunch. Demnach habe 500px pornographisches Material enthalten. Einige User sollen sich gar über Kinderpornographie beschwert haben. Man habe die Entwickler um Sicherheitsfilter gebeten.

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