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Apple steigert Umsatz und macht 13,1 Milliarden US-Dollar Gewinn

28.01.2014 | 10:00 Uhr |

Apple steigert seinen Umsatz und setzt neue Verkaufsrekorde für iPhone und iPad. Der Gewinn bleibt bei etwa 13 Milliarden US-Dollar.

Apple hat gestern nach Börsenschluss in New York (22 Uhr MEZ) die Bilanz für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2013/2014 vorgelegt. Demnach hat der Mac-Hersteller bei einem Umsatz von 57,6 Milliarden US-Dollar einen Gewinn von 13,1 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz dabei leicht gestiegen, von 54,5 Milliarden US-Dollar, der Gewinn in etwa gleich geblieben, im Vorjahr lag er sechs Millionen US-Dollar höher. Der Gewinn pro Aktie ist jedoch um fünf Prozent auf 14,50 US-Dollar gestiegen, Wall Street hatte im Vorfeld mit 14,09 US-Dollar Gewinn pro verwässerter Aktie gerechnet.

Umsatz und Gewinn
Vergrößern Umsatz und Gewinn

Verkaufsrekorde

Bei den Verkäufen von iPhone und iPad setzte Apple jeweils neue Quartalsrekorde, 51 Millionen iPhones gingen über die Ladentische und 26 Millionen iPads. Der Mac hat sich unerwartet gut verkauft, die Stückzahlen gingen um 19 Prozent auf 4,8 Millionen hoch. Im Vorjahr hatte Apple im Berichtszeitraum jedoch einen neuen iMac vorgestellt, der anfangs nur schwer erhältlich war und deshalb unter der Erwartung Macs verkauft. Das laufende Quartal prognostiziert Apple gewohnt zurückhaltend und stellt einen Umsatz von 42 bis 44 Milliarden US-Dollar in Aussicht, Wall Street hatte 46 Milliarden US-Dollar erwartet.

Vom iPhone konnte Apple gegenüber dem ersten Quartal 2012/2013 sieben Prozent mehr Geräte verkaufen, im Berichtszeitraum waren iPhone 5S und iPhone 5C neu auf dem Markt. Der Umsatz stieg jedoch nur um sechs Prozent auf 32,59 Milliarden US-Dollar. Das iPhone bringt Apple 56 Prozent seiner Umsätze ein. In der Bilanzpressekonferenz räumte Apple-CEO Tim Cook ein, Apple habe die Nachfrage nach den neuen Modellen anfangs falsch eingeschätzt. Man habe mehr iPhone 5S verkauft als erwartet, es habe eine Zeit gedauert, bis man den "gefragten Mix" hinbekommen habe. Dies korrespondiert mit den teils langen Lieferzeiten für das iPhone 5S im Herbst und Berichten über reduzierte Bestellungen für das iPhone 5C bei den Vertragsfertigern wie Foxconn. Wie sich die Verkäufe der Modelle genau verteilen, hat Apple nicht gesagt. Der Apple-CEO nennt Touch ID als einen wesentlichen Grund, warum Kunden verstärkt zum etwas teureren Modelle iPhone 5S greifen. Das iPhone 5C habe sich aber vor allem bei neuen iPhone-Kunden als begehrt erwiesen, erklärt Cook.

Apples Verkäufe von Macs, iPods, iPads und iPhones in Stückzahlen seit 2010
Vergrößern Apples Verkäufe von Macs, iPods, iPads und iPhones in Stückzahlen seit 2010

Während Apple zehn Prozent mehr iPads als vor einem Jahr verkaufen konnte, stieg der Umsatz nur um sieben Prozent auf 11,47 Milliarden US-Dollar. Tim Cook betont vor allem Apples Erfolg in Unternehmen: In 98 Prozent der Firmen auf der Fortune-500-Liste seien iPads im Einsatz. Neun von zehn Tablets, die in Unternehmen genutzt werden, stammen von Apple.

Mac legt wieder zu

Die Mac-Verkäufe legten vor allem dank Macbook Pro und Macbook Air um 19 Prozent zu, der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 6,4 Milliarden US-Dollar. Der PC-Markt hat weltweit im gleichen Zeitraum sechs Prozent verloren - der Mac hat in 30 der letzten 31 Quartale Marktanteile gewonnen. Lediglich vor einem Jahr war der Rückgang des Mac stärker als der weltweite Durchschnitt.

Nur noch mehr wenig Freude in absoluten Zahlen macht der iPod, den Apple im vergangenen Jahr aber auch nicht mehr weiter aktualisiert hatte. Die Verkäufe in Stückzahlen gingen um 52 Prozent auf 6,05 Milliarden US-Dollar zurück, die Umsätze fielen um 54 Prozent auf 973 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal verzeichnet die Bilanz jedoch ein deutliches Plus - als Weihnachtsgeschenke sind iPods nach wie vor begehrt. Der einstige Kassenschlager trägt aber nur noch zwei Prozent zu Apples Umsätzen bei.

Erfolg in China

Vor allem das Wachstum in China dürfte Apple-Managern wie -Anlegern gefallen, gegenüber dem Vorjahr konnte Apple in "Greater China" (Volksrepublik China, Sonderwirtschaftszone Hong Kong, Taiwan) 29 Prozent zulegen und 8,8 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren. Dabei steht eine Auswirkung des Deals mit China Mobile auf die Bilanz noch aus, Apple ist beim weltgrößten Provider erst seit Januar präsent. Besonders stark gewachsen in China sind aber die Verkäufe des iPad (plus 64 Prozent) und des Mac (plus 29 Prozent). Von den ersten Wochen des iPhone-Vertriebs über China Mobile zeigt sich Tim Cook begeistert: In der letzten Woche habe man so viele Aktivierungen in China feststellen können wie noch nie zuvor, dabei verkaufe man das iPhone erst in 16 Städten. Apple will sich auf 300 Städte ausbreiten.

Zu brennenden Themen wie dem Aktienrückkaufprogramm und neuen Produkten äußerte sich Cook nur vage. Man habe ein Programm im Wert von 100 Milliarden US-Dollar aufgelegt, um Gewinne an Aktionäre auszuschütten. 60 Milliarden US-Dollar sind dafür für Aktienrückkäufe veranschlagt. Apple werde Anteilsscheine zurückkaufen, egal, ob der Kurs falle oder steige. Apple war zuletzt immer stärker unter Druck des Milliardärs Carl Icahn geraten, der eine höhere Ausschüttung und eine nennenswerte Kurssteigerung forderte. Das Versprechen, Apple werde im Jahr 2014 in "neue Produktkategorien vordringen" gelte weiterhin. Die Innovation bei Apple sei weiter sehr stark, Tim Cook ist sich sicher, dass "die Menschen das was wir tun auch mögen."

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