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Apple macht 38 Millionen US-Dollar Gewinn

17.01.2002 | 00:00 Uhr |

Nach schweren Verlusten im Vorjahr hat Apple den Umsatz im ersten Quartal um 37 Prozent steigern können. Gegenüber dem September-Quartal sind die Verkäufe in Europa überproportional gewachsen.

Apple hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2001/2002 einen Gewinn von 38 Millionen US-Dollar erzielt, was 11 Cent pro Aktie entspricht. Der Umsatz hat im Zeitraum von Oktober bis Dezember bei 1,38 Milliarden US-Dollar gelegen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Apple bei einem auf eine Milliarde US-Dollar gesunkenen Umsatz einen Verlust von 193 Millionen US-Dollar bilanzieren müssen. Die Bruttogewinnspanne hat im letzten Dreimonatszeitraum 30,7 Prozent betrage.
Von Juli bis September hatte Apple 1,45 Milliarden US-Dollar umgesetzt, gegenüber dem Vorjahr hat der Mac-Hersteller jedoch den Umsatz um 37 Prozent steigern können.

Für das zweite Quartal verspricht sich Apple einen auf 1,5 Milliarden US-Dollar steigenden Umsatz bei gleichbleibenden Gewinn. Anlass der Hoffnung ist die bisherige Nachfrage nach dem neuen iMac, welche die Erwartungen übertroffen habe. Seit der Einführung des All-in-one-Rechners im Sommer 1998 habe man keine so hohe Anzahl von Bestellungen gehabt, man werde die Nachfrage kaum befriedigen können. Durch steigende RAM- und TFT-Preise werde jedoch die Profit-Rate sinken.

Apple-Chef Steve Jobs zeigte sich mit den Zahlen zufrieden: "Apple hat ein solides Quartal mit gesunden Ergebnissen hingelegt und ist eines der wenigen Unternehmen im Computerumfeld, das in diesen herausfordernden Zeiten einen Gewinn erzielt". Wie "warme Semmel" verkaufe sich der im November eingeführte MP3-Player iPod, man verspreche sich aber keinen weiteren starken Umsatzschub.

Aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Gesamtlage hat Apple weniger Power Macs G4 verkaufen können als erwartet. Insgesamt konnte die Jobs-Company 212.000 "Quicksilver" verkaufen, 15 Prozent weniger als im Vorquartal. 40 Prozent aller verkauften Rechner stammen aus dem Mobilsektor. Gegenüber dem Vorjahr haben iBook-Verkäufe um 85 Prozent zugeneommen, die des Powerbooks gar um 137 Prozent. Das iBook in seiner derzeitigen Form konnte Apple seit Mai 600.000 mal ausliefern, der Vorgänger brachte es über seine gesamte Lebensdauer auf 700.000 Verkäufe. Vom neuen 14-Zoll-Modell verspricht sich Apple eine weitere Umsatzsteigerung.

Apple hat nach eigenen Angaben im ersten Quartal insgesamt 746.000 Rechner ausgeliefert und 125.000 Exemplare des iPod. Im Vorjahr wechselten lediglich 659.000 Rechner den Besitzer.

In die Bilanz des ersten Quartals sind auch zwei Sonderposten eingegangen, die sich beinahe neutralisierten. Einerseits hat Apple 24 Millionen US-Dollar für Restrukturierungsmaßnahmen ausgegeben und auf der anderen Seite 23 Millionen US-Dollar aus Kapitalbeteiligungen eingenommen.
Finanzchef Fred Anderson sagte, Apple verfüge zum Ende des ersten Quartals über 4,4 Milliarden Dollar an freien Mitteln und kurzfristigen Investitionen.

Außerhalb der USA machte Apple 48 Prozent seines Umsatzes, die Region Europa/Mittlerer Osten/Afrika hat dazu mit 363 Millionen US-Dollar oder einem Gesamtanteil von 26,4 Prozent beigetragen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 11 Prozent, gegenüber dem Vorquartal gar um 24 Prozent.

Zwar konnten die mittlerweile 27 eigenen Läden im Dezember 800.000 Besucher zählen, doch wie Apple in der gestrigen Bilanzpressekonferenz eingestand, habe man aufgrund der Lage in großen Einkaufszentren viel Laufkundschaft, die sich nur umsieht, ohne zu kaufen. Während des ersten Quartals hätten 19 der 27 Stores geöffnet und daher nicht voll zum Umsatz beitragen können. Im Schnitt könne jeder Laden pro Quartal für 10 Millionen US-Dollar Umsatz sorgen, der Posten Retail taucht in der Apple-Bilanz diesmal mit 48 Millionen US-Dollar Einnahmen und 14.000 verkauften Einheiten auf. Weitere Läden sollen im Jahr 2002 eröffnen, Finanzchef Fred Anderson wollte jedoch keine Zahl nennen.

Wie es weiter hieß, habe Mac-OS X einen negativen Einfluss auf den Profi-Markt gehabt, da nach wie vor Applikationen wie Photoshop und Xpress für das neue System fehlen. Im Frühjahr solle jedoch mit dem Erscheinen von Photoshop 7 eine Belebung des Segments erfolgen. Von seinem neuen Betriebssystem hat Apple seit der Public Beta jedoch eine Million Exemplare verkaufen können und zwei Millionen ausgeliefert.

Auch wenn Steve Jobs auf der Macworld Expo den Tod des Röhrenmonitors erklärt hat, setzt Apple auch weiterhin auf CRT, um Rechner unterhalb der 1000-Dollar-Marke anbieten zu können. Mit LCD-Displays sei man noch nicht in der Lage, diese Preisschwelle zu unterschreiten.

Im nachbörslichen Handel ist der Kurs der Apple-Aktie gegenüber dem Nasdaq-Schlusskurs vom Dienstag um 92 Cent oder 4,24 Prozent auf 20,78 US-Dollar gefallen. Das Frankfurter Parkett meldete bei einem Minus von 40 Cent oder 1,66 Prozent einen Schlusskurs von 23,70 Euro. Am Donnerstag startete die deutsche Börse freundlich, bis zum Mittag war der Kurs wieder um einen Euro auf 24,70 Euro (plus 4,22 Prozent) geklettert. pm

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