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Apple macht 410 Millionen US-Dollar Quartalsgewinn

20.04.2006 | 12:37 Uhr |

Apple hat sein zweitbestes Quartal aller Zeiten bilanziert, nur dank des Weihnachtsgeschäfts waren im Vorquartal die Zahlen höher. Trotz eines Zuwachses von vier Prozent bei den Rechnerverkäufen spürt Apple Kaufzurückhaltung wegen des Umstiegs auf Intel-Prozessoren. Passende Software von Drittherstellern soll wieder auf die Sprünge helfen.

Apple Bilanz Aufmacher
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Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres hat Apple einen Gewinn von 410 Millionen US-Dollar oder 47 Cent pro Aktie einstreichen können, gab der Mac-Hersteller gestern nach New Yorker Börsenschluss bekannt. Die Erwartungen von 38 Cent Gewinn pro Aktie hat Apple damit deutlich übertroffen. Der Umsatz von 4,36 Milliarden US-Dollar war der zweithöchste in der Geschichte Apples nur im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2005/2006 war er höher gelegen. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres mit 3, 24 Milliarden US-Dollar Umsatz und 290 Millionen US-Dollar Gewinn legte Apple um 35 Prozent beim Umsatz und um 41 Prozent beim Gewinn zu. Die Brutto-Marge lag wie im Vorjahr bei 29,8 Prozent. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres konnte Apple bei den Stückzahlen deutlich zulegen und 1,12 Millionen verkaufte Macs sowie 8,526 Millionen verkaufte iPods bilanzieren. Macs hat Apple damit gegenüber dem Vorjahr vier Prozent mehr abgesetzt, bei den iPods beträgt das Wachstum 61 Prozent. Insgesamt hat Apple bisher mehr als 50 Millionen iPods verkauft.

Das Auslandsgeschäft trug im zweiten Quartal mit 43 Prozent zur Bilanz Apples bei.

"Wir haben mehr als zehn Milliarden US-Dollar Umsatz und fast eine Million US-Dollar Gewinn im ersten Halbjahr erreicht," freut sich Apple-CEO Steve Jobs. "Unser Umstieg zur Intel-Plattform läuft gut und im Musikgeschäft haben wir ein weiteres Quartal mit überragendem Wachstum erlebt." Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer erwartet für das dritte Quartal Umsätze zwischen 4,2 und 4,4 Milliarden US-Dollar. Kaufzurückhaltung im Mac-Bereich und geringerer Margen für Macs und iPods würden für einen Rückgang des Umsatzes gegenüber dem zweiten Quartal sorgen. Apple verkaufe mehr Geräte im Bildungsbereich, auch die Preisreduktion für den iPod Shuffle werde zu Buche schlagen. Der starke Rückgang von 14,1 Millionen verkauften iPods im Vorquartal sei zudem mit einer Extra-Woche im ersten Quartal zurückzuführen, die zwischen Weihnachten und Neujahr lag und traditionell hohe Verkaufszahlen zur Bilanz beitrage. Mit den iPod-Umsätzen sei Apple dennoch "sehr glücklich"

Oppenheimer bestätigte erneut, dass der Mac-Hersteller den Umstieg auf die Intel-Plattform bis Ende des Jahres abgeschlossen haben wird. Im zweiten Quartal sei wegen des Umstiegs eine Kaufzurückhaltung bei Macs festzustellen gewesen. Nach Worten von Apple-COO Tim Cook würde die Veröffentlichung der neuen Adobe Crative Suite als Universal Binary den Rechnerverkäufen wieder deutlich auf die Sprünge helfen. Wann die Schwächephase ende, könne man derzeit nicht sagen.

Der iTunes Music Store hält nach Worten des Apple-Finanzchefs derzeit 87 Prozent der Marktanteile im legalen Downloadbereich. Mit Musik hat der Mac-Hersteller im vergangenen Quartal 485 Millionen US-Dollar Umsatz generiert, vorwiegend mit dem iTMS, aber auch mit iPod-Zubehör und der Ende Februar vorgestellten Boombox iPod Hi-Fi. Nach Zahlen der Marktforscher von NPD Techworld ist im März der Marktanteil des iPod auf 78 Prozent gestiegen, im Dezember war dieser noch bei 71 Prozent gelegen. 30Prozent aller in den USA verkauften Neuwagen hätten eine iPod-Schnittstelle an Bord. Der MP3-Player-Markt habe weiterhin gute Wachstumschancen, meinte Oppenheimer unter dem Verweis auf digitale Kameras.

Die Apple-Stores, von denen sechs neue Filialen im abgelaufenen Quartal hinzugekommen waren, erzielten insgesamt einen Umsatz von 336 Millionen US-Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr will Apple 40 neue Läden eröffnen, davon zehn im Ausland. Wo genau, hat Oppenheimer in der Bilanzpressekonferenz nicht gesagt.

Vor Veröffentlichung der Bilanz war an der Nasdaq der Kurs der Apple-Aktie um 57 Cent oder 0,86 Prozent auf 65,65 US-Dollar gefallen. In Frankfurt lag der Schlusskurs von 53,17 Euro um 54 Cent oder 1,01 Prozent unter dem vom Vortag.

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