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Apple macht mehr Umsatz aber weniger Gewinn

29.10.2013 | 06:23 Uhr |

Apple hat das vierte Quartal seines Geschäftsjahre 2012/2013 mit einem Gewinn von 7,512 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 37,472 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

Gegenüber dem Vorjahr hat der Umsatz damit um vier Prozent zugelegt, was die meisten Analysten-Erwartungen übertroffen hat. Der Gewinn fiel gegenüber 2012 jedoch um acht Prozent. Zugelegt hat Apple bei den iPhone-Verkäufen, während das iPad sich genau so gut wie im letzten Jahr verkaufte. Der Mac-Absatz ging zurück.

iPhone verkauft sich bestens

Die neuen iPhones verkaufen sich anscheinend glänzend, insgesamt wurde Apple im Septemberquartal 33,8 Millionen Stück los, vor einem Jahr waren es noch 26,9 Millionen. Dabei waren iPhone 5C und iPhone 5S nur in den letzten neun Tagen des Berichtszeitraums erhälich, am ersten Wochenende konnte Apple nach eigenen Angaben bereits neun Millionen Stück verkaufen . Vor einem Jahr war es Apple jedoch nicht gelungen, schon zum Verkaufsstart des neuen Modells in China damit präsent zu sein. Die iPad-Verkäufe haben gerade einmal 100.000 Stück auf 14,1 Millionen zugelegt, neue iPads hat Apple sowohl 2012 als auch in diesem Jahr erst im Oktober angekündigt . Macs hat Apple jedoch nur noch 4,6 Millionen Stück verkauft, im Vorjahr waren es 4,9 Millionen - damit setzt sich der Trend fort, in bislang jedem Quartal 2012/2013 lagen die Mac-Verkaufszahlen unter denen des Vorjahres, nachdem sie sechs Jahre lang zuvor nur gewachsen waren. Alle Umsatzzahlen mit Ausnahme der des iPhone und dem Bereich iTunes, Software, Services waren unter denen von 2012. Mit dem iPhone erzielte Apple im gesamten Geschäftsjahr einen Umsatz von 91,3 Milliarden US-Dollar, 2011/2012 waren es 80,4 Milliarden US-Dollar gewesen. Für 53 Prozent der Apple-Umsätze ist das iPhone verantwortlich, vor einem Jahr waren es 51 Prozent. In seiner Ansprache zu Beginn der Bilanzpressekonferenz betonte Tim Cook , die Wachstumsmöglichkeiten seien noch nicht ausgereizt. Derzeit sei erst jedes zweite verkaufte Handy weltweit ein Smartphone. Werden in diesem Jahr insgesamt eine Milliarde Smartphones verkauft, so werden es 2017 1,7 Milliarden US-Dollar sein. Wie sich die Verkäufe dieses Quartals auf die einzelnen Modelle verteilen, verriet Cook nicht, stellte aber klar, dass es sich beim neuen iPhone 5C nicht um das Einsteigergerät handle sondern um das der Mittelstufe. Für Einsteiger habe man mit dem iPhone 4S ein attraktives Angebot, schon das iPhone 4 habe sich im letzten Jahr als Low-End-Gerät gut verkauft. Zusammen mit einem Zweijahresvertrag ist das iPhone 4S in der Regel in den USA und in anderen Märkten gratis zu haben.

iPad nur leicht im Plus, Mac verliert

Auch das Tablet-Segment werde weiter wachsen, ist sich Cook sicher, von weltweit 225 Millionen verkauften Geräten im Jahr 2013 bis zu 400 Millionen Stück im Jahr 2017. War der Zuwachs im Quartal zwar nicht bedeutend, legte Apple insgesamt aber deutlich zu.  Die Verkäufe des iPad stiegen im Jahresvergleich von 58,3 Millionen Geräten im Jahr 2011/2012 auf nun 71 Millionen, der Umsatz legte hingegen nur um 30,9 Milliarden US-Dollar auf 32 Milliarden US-Dollar zu - Auswirkungen des iPad Mini, den Apple zu Beginn des Geschäftsjahres 2012/2013 vorgestellt hatte. Der Mac verlor im zu Ende gegangenen Geschäftsjahr gegenüber 2011/2012 zehn Prozent bei den Verkaufszahlen, diese gingen von 18,1 Millionen auf 16,8 Millionen zurück, der Umsatz fiel um acht Prozent von 23,2 Milliarden US-Dollar auf 21,4 Milliarden US-Dollar. Laut Finanzchef Peter Oppenheimer hat der Mac in 29 der vergangenen 30 Quartale an Marktanteilen zugelegt - in Zeiten des negativen Marktwachstums sind leichte Verluste zu verschmerzen. Im vergangenen Geschäftsjahr hat Apple zudem nur wenige neue Macs herausgebracht, dabei lediglich den iMac komplett überarbeitet, der im letzten Herbst jedoch nur schwer zu bekommen war. Seit März ist der Mac Pro in der EU nicht mehr im Handel, der Nachfolger ist für Dezember angekündigt. Zudem verschiebt Apple sein Angebot der Macbook Pro immer mehr in Richtung der teureren Retina-Geräte. Auf welche Produktgruppen die Mac-Verkäufe im Detail entfallen, weist Apple in seiner Bilanz nicht aus.

iPod nur noch marginal

Den iPod hat Apple zuletzt im September 2012 ein wenig überarbeitet und heuer lediglich dem iPod Touch eine neue Farboption verpasst - der iPod Touch der vierten Generation ist seit Sommer nicht mehr im Angebot. So verwundert die Bilanz des einstigen Überfliegers wenig, Apple verkaufte nur noch 3,498 Millionen Stück, die einen Umsatz von 573 Millionen US-Dollar einbrachten, gerade einmal drei Prozent des Gesamtumsatzes. iPad und vor allem iPhone nagen zu stark an den Marktanteilen des MP3-Player im Allgemeinen und des iPod im Speziellen.

Im Gegensatz zum saisonalen Geschäft Apples, das vor allem im Weihnachtsquartal einen Höhepunkt erlebt, legt der Bereich iTunes, Software und Services kontinuierlich zu. Im Berichtszeitraum nahm Apple 4,26 Milliarden US-Dollar ein, im Vorjahr nur 3,5 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen drei Jahren hat Apple den Umsatz in diesem Segment verdoppelt. Kräftig zugelegt hat Apple auch mit seinen Stores, im Geschäftsjahr 2011/2012 nahm Apple noch 15 Milliarden US-Dollar ein, heuer waren es 20 Milliarden US-Dollar. Pro Store macht Apple nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen US-Dollar Umsatz pro Jahr. Insgesamt zählte man über 400 Millionen Besucher im vergangenen Geschäftsjahr, in dem man 49 Stores neu eröffnete oder renovierte.

Wachstumsmarkt China

Während in den USA Apples Umsätze gegenüber dem Vorquartal sogar zurück gingen, fing das Wachstum im Ausland das auf. Besonders in Japan und China konnte Apple deutlich zulegen, wie Apple-CEO Tim Cook in der Bilanzpressekonferenz erklärte. Um sechs Prozent besser als vor einem Jahr habe man dort abgeschnitten, trotz der Lieferengpässe für das iPhone 5S. Im Gesamtjahr habe die Region Greater China (Volksrepublik China, Hongkong und Taiwan) einen Umsatz von 27 Milliarden US-Dollar beigesteuert, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In der Region wolle man mehr Präsenz zeigen und seine Apple Stores weiter ausbauen. Im vergangenen Jahr habe man 50 Prozent mehr Verkaufsstellen für das iPhone ausweisen können als noch 2011/2012. zu China Mobile sagte Cook kein Wort, es mehren sich jedoch die Hinweise, dass Apple in Kürze das iPhone auch über den größten Provider des Landes anbieten kann. Wie Cult of Mac berichtet , hängen bereits etliche Stores des Unternehmens iPhone-Poster in ihre Schaufenster und kündigen den Verkaufsstart für den Zeitraum von 9. bis 11. November an.

Neue Produktkategorien erst Ende 2014

Trotz der Verkaufserfolge und der milliardenschweren Ausschüttungen an Anteilseigner über Dividenen und Aktienrückkäufe wartet Wall Street auf Apples "nächstes großes Ding". Cook vertröstet Analysten und Journalisten auf das kommende Jahr, in dem Apple sich in Märkten engagieren werde, in denen das Unternehmen derzeit noch nicht tätig ist. Im Jahr 2013 habe man bereits eine Reihe "toller neuer Produkte" gezeigt, 2014 werde man in dieser Richtung weiter machen und in der zweiten Jahreshälfte neue Kategorien vorstellen. Konkreter wird Cook dabei nicht und überlässt es Analysten und Journalisten, weiter über Smartwatches oder intelligente Fernsehapparate zu spekulieren.

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