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Apple macht weniger Gewinn, Rekordverkäufe für das iPhone

24.07.2013 | 06:25 Uhr |

Apple hat zwar im Juni-Quartal etwas mehr Umsatz als vor einem Jahr gemacht, der Gewinn geht jedoch um deutliche 22 Prozent zurück. Während das iPhone weiter zulegt, lassen Verkäufe von Mac und iPad nach.

Im zweiten Quartal in Folge ist der Gewinn Apples gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, daran konnten auch Rekordverkaufszahlen für das iPhone nichts ändern. Wie Apple gestern Abend nach Börsenschluss in New York bekannt gegeben hat, erreichte der Konzern im dritten Quartal seines Geschäftsjahres einen Umsatz von 35,3 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz lag damit am oberen Ende der eigenen Prognose und knapp über dem des Vorjahres. Der Gewinn im Juni-Quartal beträgt 6,9 Milliarden US-Dollar oder 7,47 US-Dollar pro Aktie, das sind 22 Prozent Rückgang gegenüber dem dritten Quartal 2011/2012 als Apple 8,8 Milliarden US-Dollar Gewinn bilanzierte. Dennoch konnte Apple mit den Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street leicht übertreffen, die von 35 Milliarden US-Dollar Umsatz bei einem Gewinn von 7,32 US-Dollar pro Aktie ausgegangen war. Die Brutto-Marge betrug laut Apple 36,9 Prozent, vor einem Jahr hatte sie noch bei 42,8 Prozent gelegen. 57 Prozent seines Umsatzes machte Apple außerhalb der USA. 18,8 Milliarden US-Dollar seiner Barreserven gab Apple von April bis Juni für Dividenden und Aktienrückkäufe aus. Über neue Produkte verriet Apple-CEO Tim Cook in der Bilanzpressekonferenz nichts, wiederholte lediglich die Ankündigung von vor drei Monaten, dass man an neuen Produkten arbeite, die im Herbst und im kommenden Jahr auf den Markt kommen werden.

Rekordverkäufe für das iPhone

Im Berichtszeitraum verkaufte Apple mit 31,2 Millionen iPhones deutlich mehr Geräte als die 26,6 Millionen vor einem Jahr. Insbesondere in den USA war Apple mit seinem Smartphone erfolgreich, wo der Absatz um 51 Prozent anstieg. Wie genau sich die Verkäufe auf die einzelnen Modelle verteilen, verriet Apple nicht im Detail. Finanzchef Peter Oppenheimer erklärte jedoch, das iPhone 5 sei das populärste Modell, aber auch mit den Verkäufen der günstigeren und damit weniger margenträchtigen Modelle iPhone 4S und iPhone 4 könne man zufrieden sein. Auch in Wachstumsmärkten lege das iPhone zu. Nach Comscore-Zahlen halte das iPhone in den USA mit 39 Prozent Marktanteil die Spitzenposition inne und liege in auch Japan sowie in den meisten anderen Märkten vorne. Tim Cook deutete an, Apple werde gebrauchte iPhones möglicherweise bald in Zahlung nehmen. Die Geräte seien weiter begehrt und der Umweltaspekt einer solchen Aktion gefalle. Konkret wurde der Apple-Chef jedoch noch nicht.

Weniger iPads verkauft

Mit 14,6 Millionen war die Verkaufszahl der iPads am unteren Ende der Erwartungen und deutlich unter den 17 Millionen des Vorjahres. Damals hatte Apple mit dem iPad 3 jedoch ein neues Gerät auf den Markt gebracht, während in diesem Jahr die neue Generation von iPad und iPad Mini wohl nicht vor Ende September in den Handel kommen wird. Im US-Bildungsmarkt sei das iPad jedoch sehr erfolgreich und habe so viel Umsatz wie noch nie zuvor generiert. Zuletzt hatte Apple 640.000 iPads an den Schulbezirk von Los Angeles verkauft. iPods verkaufte Apple nur noch 4,5 Millionen, eine weitere Million weniger als vor einem Jahr. Der Umsatz mit iPods betrug 733 Millionen US-Dollar.

Mac verliert weniger als der Marktdurchschnitt

Mit 3,8 Millionen Macs hat Apple zwar 7 Prozent weniger Desktops und Laptops als vor einem Jahr verkauft, sich aber dabei besser geschlagen als der PC-Markt im Durchschnitt. Laut IDC hat der im vergangenen Quartal 11 Prozent gegenüber 2012 verloren. Das Macbook Air mit Haswell-Chips, das Apple Anfang Juni herausgebracht hatte, legte laut Oppenheimer den bisher besten Verkaufsstart der Reihe hin, genaue Zahlen nennt Apple nicht. In der Bilanz weist Apple auch nicht mehr aus, wie sich die Verkäufe auf Desktops und Laptops verteilen. Zu Apples neuen Produkten für den herbst und das kommende Jahr zählt der ebenso auf der WWDC präsentierte neue Mac Pro.

iTunes Store und Retail

Mit dem iTunes Store nahm Apple 2,4 Milliarden US-Dollar ein, 29 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Bereich Software und Services, zu dem der iTunes Store zählt, taucht mit einem Gesamtumsatz von 4 Milliarden US-Dollar in der Bilanz. Apple zählt 320 Millionen iCloud-Accounts und 240 Millionen Konten für das Gamecenter. Die eigene Ladekette Apple Store setzte wie im Vorjahr 4,1 Milliarden US-Dollar um, im Schnitt begrüßte ein Apple Store 16.000 Besucher pro Woche. Im Durchschnitt nahm ein Apple Store 10,1 Millionen US-Dollar ein, eine Million weniger als vor einem Jahr. Apple betriebt mittlerweile 408 eigene Läden, 156 davon außerhalb der USA. Im laufenden Quartal sollen neun neue hinzukommen.

Geschäft in China stockt

Leichte Rückgänge verzeichnete Apple in China, wo der Umsatz um vier Prozent zurückging. Vor allem in Hongkong entwickelte sich das Geschäft rückläufig, während die Volksrepublik um fünf Prozent zulegte. Apple macht sich wenig Sorgen, der Rückgang hätte allgemeine ökonomische Gründe. In China (mit Hongkong und Taiwan) nahm Apple immerhin 4,9 Milliarden US-Dollar ein, was 14 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Vor wenigen Jahren, betonte Cook, lag der Umsatz noch weit unter der Milliarden-Marke, man könne also zufrieden sein. Das iPad legte um 48 Prozent zu, die Anzahl der Apple Stores wolle man im nächsten Geschäftsjahr verdoppeln.

Dividende und Aussichten

Der Apple-Aufsichtsrat genehmigte eine weitere Dividendenzahlung von 3,05 US-Dollar pro Aktie, die am 15. August fällig sein werde. Im Septemberquartal werde Apple nach eigener Einschätzung zwischen 34 und 37 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielen und eine Marge von 36 bis 37 Prozent erreichen. Im vierten Quartal 2011/2012 hatte Apple 36 Milliarden US-Dollar eingenommen. Im nachbörslichen Handel legte die Apple-Aktie kräftig zu, um rund vier Prozent oder über 16 US-Dollar auf 435 US-Dollar.

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