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Apple mit Google kontra jedermann?

03.03.2005 | 10:57 Uhr |

Sie haben schon mal mit Google etwas im Internet gesucht? Sind Ihnen auf den Seiten mit den Fundstellen rechts die Anzeigen aufgefallen? Das sind Google Adwords - eine Form der Werbung, für die strenge Regeln gelten.

Google unterdrückt kleine Geschäftsleute. Oder ist es eher andersrum: Raffinierte Geschäftsleute wollen mit Apples-Markennamen den schnellen Reibach machen? Eine Geschichte mit offenem Ausgang.

In einer gemeinsamen Aktion haben sich mehrere Betreiber von Internet-Seiten an Google und Apple Deutschland gewandt. Sie wollen das Recht bekommen, bei Google Anzeigen zu schalten und im Anzeigentext die Begriffe frei wählen. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist keine - weder im Internet noch bei gedruckten Anzeigen. Es gibt eine ganze Reihe von Regeln für Druckschriften, die auch für Anzeigen gelten, zum Beispiel das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb ("die Schuhe von Maier sind Müll. Kaufen Sie besser bei Schuh-Mehl"), das Verbot von Hetzparolen oder herab würdigen Äußerungen ("der Schuhverkäufer Maier ist dämlich") und viele andere mehr.

Es ist aber sehr wohl erlaubt, Markennamen zu verwenden ("wir verkaufen nur die sensationellen Latschen von Schuh-Mehl"), allerdings gibt es auch hier Grenzen: Sie sollten nicht versuchen, für Plagiate Werbung zu machen. Die Werbung ist zwar nicht illegal, doch der Verkauf (und schon der Import derselben) ist strafbewehrt - wie das so schön im Juristendeutsch heißt.

Bei Google Adwords, einer Anzeigenform in der Suchhilfe www.google.de , bei der man als Anzeigenkunde einen Text vorgibt, der bei der Suche nach bestimmten Worten oder Wortkombinationen sichtbar wird, trennen sich jetzt die Auffassungen: Mehrere kleine Mac-Händler und Reparaturbetriebe klagen, dass Google ihre Anzeigen nicht annimmt oder bereits akzeptierte Anzeigentexte zurückweist, weil "im Zusammenhang mit Warenzeichen stehender Begriff im Anzeigentext" - so die Begründung von Google.

Das Dumme ist nur, dass zumindest eine gedruckte Zeitung sich sehr wohl das Recht vorbehalten kann, eine Anzeige abzulehnen, sprich: die Veröffentlichung abzulehnen.

Die Frage ist allerdings, ob Apple Deutschland wirklich so weit gehen kann, selbst Begriffe wie "Apfel" als Markennamen zu schützen und bei Google als schützenswerter Begriff zu reklamieren.

Wir liefern eine Stellungnahme von Apple und Google nach, sobald die Firmen auf unsere Anfragen antworten.

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