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Apple nennt der SEC Zahlen und Pläne

20.12.2002 | 13:10 Uhr |

Der Mac-Hersteller hat der US-Börsenaufsicht detailliert genannt, wie das Jahr 2002 gelaufen und was 2003 zu erwarten ist.

In einem jährlichen verpflichtenden Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC hat Apple detailliert Zahlen zu seinen Verkäufen im Jahr 2002 und den Aussichten im nächsten Jahr auf den Tisch gelegt und einiges zu seiner Business-Strategie verraten. Demnach habe Apple seine Verkäufe gegenüber 2001 zwar um sieben Prozent steigern können, mangelnde Nachfrage vorwiegend in Europa und Japan habe jedoch zu einer Stagnation bei den Verkäufen von Macs geführt. Deutlich im Umsatz zulegen konnte Apple jedoch mit Software, Services und anderen Quellen, um 26 Prozent auf 248 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte davon, 143 Millionen Dollar, entfallen dabei auf den iPod.
Die eigenen Ladenkette konnte im Jahr 2002 einen Umsatz von 283 Millionen Dollar erzielen, dabei gibt Apple durchaus zu, damit Verkäufe anderer Retailer zu kanibalisieren, hofft aber darauf, über den Endkäufermarkt nennenswertes Wachstum erzielen zu können. Das Retail-Geschäft erfordere laut Apple in den nächsten Jahren weitere bedeutende Investitionen. Dabei will Cupertino aber nicht zu weit gehen, sollten die Ausgaben für den Vertrieb via Apple Stores die Kerngeschäfte des Unternehmens schädigen, so werde man das Engagement überdenken und das Geschäft wieder einstellen oder zumindest einzelne Läden schließen.
Mangelnde Verkäufe von Power Macs führt Apple auf die allgemeine Wirtschaftslage und die zögerliche Migration von Softwareherstellern auf Mac-OS X zurück. Zwar habe man damit gerechnet, dass viele Profis den Kauf eines neuen Rechners so lange zurückstellen bis Applikationen wie etwa Quark Xpress auch für das Apple-Unix zur Verfügung stehen, war dann aber doch überrascht, als der Power-Mac-Absatz plötzlich mit der Veröffentlichung von Photoshop 7 anzog. Apple will damit womöglich andeuten, dass mit Xpress 6 für Mac-OS X, das für Mitte 2003 erwartet wird, ein neuer Boom ansteht.
Trübere Aussichten bestehen im Bildungsmarkt. Nachdem der Umsatz schon 2001 um vier Prozent zurückgegangen war, erlitt Apple einen Einbruch von 15 Prozent im Jahr 2002. Die angespannte Haushaltslage vieler Schulen, die bei den Investitionen mehr auf niedrigere Einkaufspreise achten, macht Apple dafür ebenso verantwortlich, wie stärkere Aktivitäten der Wettbewerber auf diesem Sektor. Eine Besserung der Situation für 2003 ist nicht in Sicht.
Auf die Megahertzlücke bei der Prozessorleistung ist Apple in seinem Filing an die SEC auch eingegangen. Apple habe in der Vergangenheit feststellen müssen, dass es sich auf den geschäftlichen erfolg der Jobs-Company auswirke, wenn ihre Lieferanten keine schnelleren G3- oder G4-Chips in ausreichender Stückzahl haben liefern können. Das Problem ist also erkannt, Lösungen hat Apple jedoch nicht skizziert. pm

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