979111

Apple öffnet das iPhone

18.10.2007 | 08:13 Uhr |

Kehrtwende in Sachen Software von Drittherstellern für iPhone und iPod Touch: In einem offenen Brief kündigt Apple-CEO Steve Jobs persönlich ein SDK für Telefon und iPod an. Dieses soll im Februar 2008 vorliegen

Persönlich und wieder in Form eines offenen Briefs richtet sich Steve Jobs diesmal an Software-Entwickler: Apple wird im Februar kommenden Jahres ein Software Development Kit (SDK) für das iPhone und den iPod Touch veröffentlichen. Damit gibt Apple den zahlreichen "Hackern" ein Stück weit nach, die bereits jetzt - ohne den Segen aus Cupertino - native Programme für das iPhone anbieten. Bislang hatte Apple darauf Wert gelegt, die iPhone-Plattform geschlossen zu halten, Anwendungen von Drittanbietern sollten nach dem Willen des Herstellers reine Web-Applikationen auf Basis von Java und Ajax sein.

Die Entwicklung eines SDK für das Apple-Handy ist laut Steve Jobs "keine leichte Aufgabe", weswegen sie auch noch einige Montae in Anspruch nehme: "Einige behaupten, Viren und Malware seien für Telefone kein Problem - das ist aber schlicht nicht wahr." Handy-Viren seien bereits in Umlauf, das iPhone als "ausgereiftestes Telefon aller zeiten" stelle für Virenprogrammierer ein attraktive Ziel. Die Zeit des Wartens werde sich aber lohnen, die iPhone-Community werde sich über Jahre hinaus über "großartige Dritthersteller-Software, die sicher und zuverlässig auf dem iPhone laufen" erfreuen.

Sicherheitsaspekte nannte Apple in der Vergangenheit stets als Grund für seine Weigerung, Drittherstellern das iPhone zu öffnen. Bei der Vorstellung im Januar 2007 zeigte Apple das iPhone noch als komplett geschlossenen System, zur WWDC im Juni räumte Apple Entwicklern Zugang via Websoftware auf Ajax-Basis ein. Hacker ließen nicht los und entwickelten Methoden, das iPhone zu entsperren und ihre Software darauf zu installieren. Das jüngste Firmware-Update 1.1.1 deaktivierte diese Programme und störte die Funktionalität des Telefons, erst zwei Wochen später konnten Hacker neue Lösungen präsentieren. Das bisher harrsche Vorgehen gegen Fremdsoftware brachte Apple nicht nur jede Menge Kritik ein, sondern bescherte dem iPhone-Hersteller auch einige Verbrauscherschutzklagen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
979111