1476055

Apple reicht Stellungnahme zu den Anschuldigungen der US-Kartellbehörde ein

29.05.2012 | 10:22 Uhr |

Apples Antwort bezeichnet die Klage auf Preisabsprache als schlichtweg "absurd" und beschuldigt das DOJ, Amazons Monopol im E-Buchmarkt zu unterstützen.

Apple hat innerhalb von nur zwei Wochen eine Stellungnahme zu des Preisabsprache-Vorwürfen des US-Justizministeriums (DOJ) zusammengestellt. Auf 31 Seiten antwortet Apple dabei auf jeden einzelnen der insgesamt 104 Paragraphen der Anklageschrift und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

In dem Anhang beklagt Apple, dass DOJ mit der Klageschrift sich des fahrlässigen Verzugs schuldig macht, nicht alle Aspekte des Geschäftsmodells berücksichtigt, unfairer weise nicht alle betroffenen Parteien einbezieht, sich auf ungerechte oder unwiderlegbare Vermutungen beruft und somit gegen die Sorgfaltspflicht einer Klage verstößt. In der Stellungsnahme lehnt Apple die Unterstellung von Preisabsprachen klar ab. Das zugrunde liegende Modell, wonach jede Agentur frei den Preis für ein E-Buch festsetzen darf, basiert auf dem gleichen Geschäftsmodell , mit dem Apple völlig legal 25 Milliarden Apps verkaufte. Apple stellt klar, dass zu keinem Zeitpunkt während den Verhandlungen Einzelheiten der Vorverträge mit anderen Verlagen preisgegeben oder abgesprochen wurden.

Gleichzeitig nutzt Apple die Stellungnahme, um die Frage der Kartellbildung fast ins Lächerliche zu ziehen. Laut Apples Antwort geht die US-Regierung davon aus, dass der E-Buch-Markt vor Apples Auftritt gesunden Wettbewerb sah, aber vor 2010 war der Buchmarkt fest in Amazons Händen: Fast neun von zehn Büchern wurden von Amazon verkauft und bekamen auch den Preis diktiert. Die Tatsache, dass Apple den E-Buch-Markt anfachte und sowohl Angebot als auch Preise neu mischte, muss hingegen als echter Wettbewerb gewertet werden. Stattdessen jedoch konzentriert sich die Anklage auf lediglich eine Handvoll von Buchtiteln, klagt Apple und bezeichnet die Behauptung des DOJ, Apple hätte Preisabsprachen getroffen, als schlichtweg "absurd" . Apple bot für Autoren und kleinen, unabhängigen Verlagshäusern neue Möglichkeiten, Bücher gewinnbringend selbst auf den Markt zu bringen. Die einzigen Grenzen für Preise sei Apples Forderung, dass E-Bücher günstiger als gedruckte Ausgaben sind, und die Anregung, die Preise anzupassen, wenn der gleiche neue Titel woanders wesentlich günstiger angeboten wird.

Ein E-Mail Austausch zwischen Steve Jobs und Eddy Cue über erzielbare Preise fand am 19. Februar 2009 statt - fast ein Jahr bevor das iPad vorgestellt wurde und weit vor Apples Analyse des E-Buch-Marktes. Die ersten persönlichen Gespräche mit Verlegern erfolgten Mitte Dezember 2009 auf Anregung von Cue , um das Potential für E-Bücher und die Möglichkeit eines digitalen Buchladens zu diskutieren. Laut der Analyse war übrigens die Einführung des iBookstores kein nennenswerter Faktor zum Erfolg des iPads .

0 Kommentare zu diesem Artikel
1476055