893944

Apple rutscht in die roten Zahlen

17.10.2002 | 13:05 Uhr |

Der Quartalsverlust von 45 Millionen Dollar ist auf außergewöhnlichen Abschreibungen und der Flaute im Computer-Markt zurück zu führen.

Apple hat im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2001/2002, das am 28. September endete, einen Verlust von 45 Millionen Dollar (45,7 Mio Euro) oder 13 Cent je Aktie verbucht. In der entsprechenden Vorjahreszeit hatte der Mac-Hersteller noch einen Überschuss von 66 Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie verdient. Die Bruttogewinnspanne ist von 30,1 Prozent auf 26,4 Prozent gefallen. Außerhalb der USA hat Apple nur noch mehr 25 Prozent seines Umsatzes erzielt.

Der Quartalsumsatz stagnierte mit 1,44 Milliarden Dollar, berichtete die Gesellschaft am Mittwoch nach Börsenschluss. Apple-Finanzchef Fred Anderson zeigte sich zufrieden damit, dass man das Umsatzziel erreicht habe und zudem die Lagerbestände auf ein "normales Niveau" gesenkt habe.
Apple hat in dem Dreimonatsabschnitt 734 000 Rechner verkauft, 14 Prozent weniger als vor einem Jahr und neun Prozent weniger als im voran gegangenen Quartal. Den größten Einbruch hatten die Verkäufe im Powerbook-Segment zu erleiden, mit 58.000 statt 94.000 Einheiten gingen 38 Prozent weniger Geräte über die Ladentische. Die ökonomische Lage mache besonders Profis derzeit den Kauf von Macs schwer, wie sich auch am 29prozentigen Verkaufsrückgang von Power Macs - 176.000 statt 248.00 Geräte vor einem Jahr - zeige. Das iBook habe sich gegenüber dem Vorquartal um acht Prozent besser verkauft, gegenüber 2001 hatte man aber einen Rückgang von 27 Prozent zu verzeichnen. iMacs hat die Jobs-Company in den Monaten Juli bis September 318.000 Stück verkauft, ebenfalls acht Prozent mehr als vor einem Jahr, aber 16 Prozent weniger als im Juni-Quartal. Dabei unterscheiden die veröffentlichten Zahlen nicht zwischen den 15-Zoll und dem 17-Zoll-Modell, ebenfalls gehen die eMacs in diese Auflistung ein.
Den 15-Zoll-iMac mit CD-RW-Laufwerk hat Apple weiter im Preis gesenkt, der Apple-Store verlangt mit 1.199 Dollar nun 100 Dollar weniger als zuvor.

Das Quartalsergebnis haben einige außerordentliche Posten belastet, ohne die ein leichter Gewinn von sieben Millionen Dollar übrig geblieben wäre. So musste Apple in die Bilanz Wertberichtigungen durch Abschreibungen diverser Aktienpakete im Gesamtwert von netto 49 Millionen US-Dollar aufnehmen und Kosten durch firmeninterne Umstrukturierungen von netto 4 Millionen US-Dollar veranschlagen. Für Forschung & Entwicklung hat Apple im Berichtszeitraum eine Millionen Dollar ausgegeben. Positiv in die Bilanz eingeflossen sind zwei Millionen Dollar durch die Rücknahme eines Teils einer vormals gewährten Ausgleichszahlung an den Vorstand in Höhe von 2 Millionen US-Dollar.

Das Unternehmen wies für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn von 65 Millionen Dollar aus gegenüber roten Zahlen von 25 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Umsatz des Gesamtjahres stieg auf 5,74 (Vorjahr: 5,36) Milliarden Dollar.

Apple-CEO Steve Jobs machte die allgemeine Lage der Computer-Industrie für den Verlust verantwortlich. Trotz der roten Zahlen habe Apple im abgelaufenen Dreimonatszeitraum Erfolge feiern können. Mac-OS X 10.2 sei ein "Volltreffer", bis zum Ende des Jahres erwarte man fünf Millionen Anwender des neuen Betriebssystems. Die Switcher-Kampagne komme außerordentlich gut an und die eigene Ladenkette konnte sich über 2,25 Millionen Besucher und einen Umsatz von 100 Millionen Dollar freuen.

Eine baldige Belebung der Industrie sei zwar nicht in Sicht, im Weihnachtsquartal erwarte man aber eine Umsatzsteigerung mit iPods, iBooks und iMacs.
Mit Barreserven von 4,3 Milliarden Dollar müsse sich Apple aber keine allzu großen Sorgen machen. Das Unternehmen geht für das laufende Quartal von einer leichten Umsatzsteigerung gegenüber den vorangegangenen drei Monaten aus und rechnet unter Ausschluss von Sonderfaktoren mit einem bescheidenen Gewinn.

Die Apple-Aktie war bis Börsenschluss in einem allgemeinen Abwärtstrend der Nasdaq um 3.96 Prozent (Minus 60 Cent) auf 14,56 Dollar gefallen und fiel im nachbörslichen Handel auf 14,07 Dollar. In Frankfurt gab das Papier bis Handelsschluss um drei Prozent oder 45 Cent auf 14,55 Euro nach. pm

0 Kommentare zu diesem Artikel
893944