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Apple senkt die Gewinnerwartungen

19.06.2002 | 11:58 Uhr |

Der Mac-Hersteller wird im dritten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres weniger Überschuss erwirtschaften als geplant. Vor allem das Profi-Segment macht Sorgen.

München/Macwelt - Apple hat am Dienstag seine Gewinnerwartung für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2002 gesenkt. Der Mac-Hersteller begründete die Maßnahme nach Börsenschluss damit, dass der Umsatz bis zu 200 Millionen Dollar (210 Millionen Euro) unter den Erwartungen liegen werde. Apple rechnet mit acht bis zehn Cent je Aktie Gewinn in der am 30. Juni zu Ende gehenden Berichtsperiode. Zuvor hatte das Unternehmen elf Cent je Aktien vorausgesagt.
Der Umsatz wird nach der jüngsten Prognose statt 1,6 Milliarden Dollar nur noch zwischen 1,4 und 1,45 Milliarden Dollar betragen, sagte Apple. Apple begründete dies damit, dass Kunden wie Verlagsunternehmen und Werbeagenturen auf Grund der schwachen Konjunktur weniger in Computer-Ausrüstungen investierten. Betroffen sind auch Apples Konkurrenten Dell und Hewlett-Packard.
Nach Börsenschluss fielen Apple bis zu 2,90 Dollar auf 17,25 Dollar. Im Parketthandel schloss die Apple-Aktie mit einem Minus von 39 Cent auf 20,15 Dollar. In Frankfurt stand der Kurs bei Handelsschluss um 20 Uhr exakt auf dem Vortageswert von 21,30 Euro.
Für die Zukunft sieht Apple jedoch nicht schwarz. Anders als bei der letzten Gewinnwarnung im Oktober 2000 zeichne sich kein Quartal mit roten Zahlen ab. Steve Jobs erwartet sich viel von den nach seinen Aussagen "faszinierenden neuen Produkten", die seine Firma in Entwicklung habe.

Auf einer Pressekonferenz räumte Apples Finanzchef Fred Anderson ein, dass der Umsatz nach guten Verkäufen besonders für den neuen iMac im April deutlich zurückgegangen sei. Auch der "Kreativmarkt" sei von dem Rückgang betroffen. Ferner habe es Verkaufseinbrüche in Europa und Japan gegeben. Auch die in den USA neu gegründeten Apple Retail Stores seien "nicht immun" gegen die Kaufzurückhaltung gewesen.

Probleme beim Verkauf der Powermacs zeigen sich beim näheren Blick auf das Formular 10 Q der amerikanischen Börsenaufsicht, ein ausführlicher Geschäftsbericht, den börsennotierte Unternehmen veröffentlichen müssen. In den ersten drei Monaten des Jahres 2001 hatte Apple noch 503 Millionen US-Dollar Umsatz mit seinen teuren Power Macs erzeielt, in den ersten drei Monaten des Jahres 2002 waren es nur noch 383 Millionen. In dem Geschäftspapier stellte Apple in Europa, wie auch in den USA und Japan eher schwache Nachfrage nach Power Macintoshs fest. Auch die Verkaufsumsätze der anderen Profilinie, der Powerbooks, waren gegenüber dem Vorjahr von 341 auf 198 Millionen US-Dollar gefallen. pm/tha/sw

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