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Apple setzt auf professionelle Anwender

19.12.2000 | 00:00 Uhr |

Wie Reiner Deichmann, kommissarischer Geschäftsführer von Apple Deutschland, Macwelt gegenüber erläuterte, setzt der Mac-Hersteller auch im kommenden Jahr auf den Profi-Bereich. Doch auch im Retail-Bereich will man sich stärker engagieren.

Apple setzt in Deutschland auch im nächsten Jahr auf den Profi-Bereich. Der kommissarische Apple-Geschäftsführer Rainer Deichmann, der gegenüber Macwelt die Strategie für das kommende Jahr im deutschen Markt erläuterte, macht insbesondere die professionell orientierte Kundschaft hierzulande für den finanziellen Erfolg des letzten Jahres verantwortlich.
Deutschland, das insbesondere im internationalen Vergleich in Sachen Umsatz glänzend dasteht, ist derzeit, so Deichmann, gern besuchtes Reiseziel nicht nur der europäischen Kollegen aus den Apple-Chefetagen. Um eine Erklärung für den deutschen Erfolg ist Deichmann gegenüber den Kollegen nicht verlegen. Trotz der insbesondere in den USA zu beobachtenden Ausweitung auf den Heimanwendermarkt habe man hierzulande die größten Steigerungen mit den Profis gemacht. Hier sei zwar die absolute Zahl an Neukunden niedriger, doch sind Firmenkunden sehr wohltuend für die Bilanzen, kaufen sie doch mehr und teurere Rechner. Kein Wunder, dass die Marschrichtung auch im nächsten Jahr in Richtung Profi-Anwender geht.

Aufmerksamkeit für Speziallösungen

Vertikale Märkte möchte man laut Deichmann, der selbst aus dem Großkundengeschäft kommt, ebenfalls verstärkt angehen. Speziallösungen für den medizinischen Bereich, für Anwälte oder auch Handwerksbetriebe seien hier denkbar. Hier gebe es schon sehr gute Lösungen auf Mac-Basis, die man nun zusammen mit Partnern verstärkt präsentieren und an den Mann bringen möchte. Neben dem traditionell starken Bereich Druckvorstufe/DTP soll die Mac-Präsenz in den Bereichen Digitalvideo, Internet-Publishing und Musik weiter ausgebaut werden.

Apple an Schulen wieder aktiver

Dass Apple im Bildungsbereich Nachholbedarf hat, möchte Deichmann so nicht sehen. An den Universitäten sei man durch spezielle Beratungszentren bereits an 35 Hochschulen aktiv, Schwerpunktschulen im gesamten Bundesgebiet würden schon heute den Mac im Schulbereich und unter Lehrern publik machen. Aus den USA stamme ein komplettes Ausbildungskonzept von Apple, das Lehrern den Einsatz von Computern in Schulen nahebringen solle. Über 1200 Lehrer hätten in Deutschland an diesen Ausbildungen schon teilgenommen.

Bessere Promotions durch iTeams

Neben dem wichtigen Profisegment soll es aber auch im Consumer-Geschäft weiter gehen. Schon jetzt habe Apple in Deutschland ein Team von 100 Promotoren, das sogenannte iTeam, das in den publikumsstarken Bereichen, in Kaufhäusern und Media-Geschäften die Kunden von den Vorteilen eines Mac überzeugen soll. Dennoch werde man auch weiterhin die qualitative Beratung im Retail-Breich vorantreiben, so Deichmann. Ebenfalls für das nächste Jahr geplant sind sogenannte Mac-Eco-Systeme, in denen Peripherie und Software für den Mac angeboten wird. Diese Systeme sollen in nächster Nähe der Macs platziert sein und so das breite Angebot an Mac-Produkten präsentieren.

Fokus auf Mac-OS X

Deichmann, der auf die Frage, was nächstes Jahr die drei wichtigsten Schwerpunkte seiner Arbeit sein werden, ohne zu zögern als erstes die Einführung von Mac-OS X nennt, möchte sich noch nicht festlegen, in welcher Form man diese begleiten werde. Es soll eine Vielfalt von unterstützenden Maßnahmen geben, derzeit sei man dabei, alle Mitarbeiter intern am neuen Betriebssystem zu schulen, als nächstes seien die Außenmitarbeiter dran sowie das Support-Personal. Man befinde sich derzeit noch in der Planungsphase, was die Einführung von Mac-OS X angeht und können deshalb noch nichts konkretes sagen. Zu erwarten ist dennoch, dass Apple auch hierzulande eine breit angelegte Kampagne für Mac-OS X starten und das neue Betriebssystem mit einer Vielzahl von Aktionen bewerben wird.

Sebastian Hisch

Apple-Jahr 2000

Ein durchweg positives Ergebnis konnte Apple im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnen. Die wichtigsten Zahlen:
7,9 Milliarden Dollar und damit 30% mehr Umsatz, davon 1,8 Milliarden (plus 38 %) in Europa. Allein der Online-Store brachte 1,7 Milliarden Umsatz weltweit.522 Millionen Dollar Gewinn, ein Plus von 31 Prozent 4,5 Millionen verkaufte Macs (plus 32%), davon 1,1 Millionen in Europa (plus 53%)1,3 Millionen Power Macs (+3%)383 Tausend Powerbooks (+11%)107 Tausend Cubes2,2 Millionen iMacs (+22%)545 Tausend iBooks In Europa verkaufte Apple 96 % mehr Rechner im Consumer-Bereich (iMac und iBook) und 19% mehr an die Profis (Power Mac, Cube und Powerbook)

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