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Apple setzt neue Rekordmarken und kündigt Apple Watch für April an

28.01.2015 | 06:18 Uhr |

Apple legt weiter an Umsatz und Gewinn zu, vor allem mit dem iPhone. Das iPad schwächelt, der iPod verschwindet aus der Bilanz.

Wie erwartet war das erste Quartal des Apple-Geschäftsjahres 2014/2015 das bisher beste der Unternehmensgeschichte - die Apple Watch soll dann ab April zum Ergebnis mit beitragen. Der Umsatz des Mac-Herstellers stieg von 57,6 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf nunmehr 74,6 Milliarden US-Dollar, der Gewinn von 13,01 Milliarden US-Dollar auf 18 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie betrug 3,06 US-Dollar, vor einem Jahr waren es lediglich 2,07 US-Dollar gewesen. Der Kurs der Apple-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um sechs Prozent an, vor Bekanntgabe der Bilanz waren dieser jedoch um 3,5 Prozent auf 109,13 US-Dollar gefallen. Der Gewinn von 18 Milliarden US-Dollar ist der höchste bekannte, den je ein Unternehmen in einem Quartal erzielt hat. Den bisherigen Rekord hielt seit 2011 das russische Energieunternehmen Gazprom mit einen Gewinn von 16,24 Milliarden US-Dollar.

Rekordgewinn: Noch nie hat ein Unternehmen mehr Überschuss erwirtschaftet als Apple im ersten Quartal 2014/2015
Vergrößern Rekordgewinn: Noch nie hat ein Unternehmen mehr Überschuss erwirtschaftet als Apple im ersten Quartal 2014/2015

iPhone legt weiter zu

Das iPhone übertraf die Erwartungen selbst der kühnsten Analysten, Apple verkaufte im Weihnachtsgeschäft weltweit 74,5 Millionen Stück, davon 65 Prozent außerhalb des heimischen Marktes. Einen neuen Bestwert setzte auch die Mac-Sparte, mit 5,5 Millionen Geräten verkaufte Apple 15 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Vor allem iPhone 6 und iPhone 6 Plus bescheren Apple ein großes Umsatzplus. China entwickelt sich besonders stark
Vergrößern Vor allem iPhone 6 und iPhone 6 Plus bescheren Apple ein großes Umsatzplus. China entwickelt sich besonders stark

Trotz neuer Modelle und einer umfangreichen Angebotspalette lässt das iPad aber weiter nach, 21,4 Millionen verkaufte Geräte bedeuten ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An Umsatz brachte Apple das iPhone 51,2 Milliarden US-Dollar, das iPad 9 Milliarden US-Dollar und der Mac 6,9 Milliarden US-Dollar.

iPad lässt nach - 21 Millionen Stück sind aber ein gutes Ergebnis
Vergrößern iPad lässt nach - 21 Millionen Stück sind aber ein gutes Ergebnis

Den iPod weist Apple nicht mehr separat aus, er taucht nun in "other products" auf. Diese tragen 2,7 Milliarden US-Dollar zum Umsatz bei, iPod dürfte Apple im Weihnachtsgeschäft noch in der Größenordnung von fünf Millionen Stück verkauft haben. Der Bereich Services, worunter auch die mit dem iTunes Store generierten Umsätze fallen, steht mit 4,8 Milliarden US-Dollar in der Bilanz, was einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Das war's dann wohl: Der iPod ist seit dem ersten Quartal 2014/2015 nicht mehr separat in der der Bilanz ausgewiesen, sondern läuft unter "Sonstiges"
Vergrößern Das war's dann wohl: Der iPod ist seit dem ersten Quartal 2014/2015 nicht mehr separat in der der Bilanz ausgewiesen, sondern läuft unter "Sonstiges"

Die Zahlen verblassen jedoch angesichts des Erfolges des iPhone. Zum Vergleich: Laut Gartner hat die gesamte Industrie im vergangenen Quartal nur 84 Millionen PCs (und Macs) abgesetzt. iPhones haben sich jedoch mehr verkauft als Fernsehgeräte (60 Millionen Stück) oder Tablets (54 Millionen Stück). Für den Rekordwert waren vor allem die Verkäufe in China entscheidend, wo iPhone 6 und iPhone 6 Plus bestens ankommen. Das Geschäft in China, wo Apple seine Geräte mittlerweile auch über den größten Provider China Mobile anbietet, legte um 70 Prozent zu. Erstmals hat Apple in China mehr iPhones als in den USA verkauft. Hinzu kommt der Effekt, dass Apple die aktuellen Modelle schneller in anderen Ländern als den USA anbieten konnte als Vorgängermodelle, dieser Effekt könnte in den nächsten Quartalen spürbar sein.In den USA legte der Umsatz um 23 Prozent zu, in Europa um 20 Prozent.

31 Jahre alt und kein bisschen altbacken: Apple hat noch nie mehr Macs in einem Quartal verkauft. Welche Modelle das genau sind, verrät der Hersteller nicht, der Schwerpunkt liegt aber auf den mobilen und dort wohl bei den günstigeren Macbook Air.
Vergrößern 31 Jahre alt und kein bisschen altbacken: Apple hat noch nie mehr Macs in einem Quartal verkauft. Welche Modelle das genau sind, verrät der Hersteller nicht, der Schwerpunkt liegt aber auf den mobilen und dort wohl bei den günstigeren Macbook Air.

Apple Watch ab April

Apple prognostiziert für das laufende Quartal weiteres Umsatzwachstum, von 45,6 Milliarden US-Dollar im März-Quartal 2014 auf 52 bis 55 Milliarden US-Dollar im März 2015. Nicht zu den Umsätzen im zweiten Quartal beitragen wird die Apple-Watch, diese soll laut Tim Cook jedoch im April auf den Mark kommen. Bisher war von "early 2015" oder "spring" die Rede, der April-Termin passt soweit gut.

Kommentar: Das Ende des iPod

Apple hatte es zwar schon bei der Veröffentlichung der letzten Quartalsbilanz im Oktober 2014 angekündigt, doch nun in die Tat umgesetzt: Der einstige Kassenschlager iPod ist aus der Bilanz als eigener Posten verschwunden, die mit dem Player erzielten Umsätze verbucht Apple nun unter "Sonstiges". Der iPod ist mittlerweile marginalisiert, schon vor einem Jahr hatte Apple im Weihnachtsgeschäft nur noch etwas mehr als sechs Millionen Stück verkauft, 22 Millionen waren es zum Höhepunkt im Weihnachtsgeschäft 2007. Verändert hat Apple am iPod schon lange nichts mehr, zuletzt nahm der Hersteller gar das klassische Modell aus dem Angebot, deutete aber an, dies geschähe aus Komponentenmangel und ein Nachfolger könnte irgendwann folgen. Dabei hat Apple den Nachfolger des iPods längst im Portfolio, wer ein iPhone besitzt, braucht keinen dedizierten iPod mehr. Zuhause streamt man seine Musik aus der Cloud via iPhone oder iPad auf einen drahtlosen Lautsprecher oder die Stereoanlage, wer beim Sport unbedingt Musik hören will, hat meist noch ein GPS-fähiges Gerät, eben das iPhone, mit dabei.

Zu gerne hätten wir aber dennoch gewusst, wie viel vom sonstigen Umsatz dennoch noch auf den spezialisierten Player entfallen ist. Ob es wenigstens noch die viereinhalb Millionen waren, mit denen der iPod erstmals im Weihnachtgeschäft 2004 glänzte? Aber auch zu anderen Detailzahlen schweigt Apple. Wie viele der 5,5 Millionen Macs wohl Macbooks waren und welche? Was ist das nach Verkaufszahlen unwichtigere Hobby: Das Apple TV oder der Mac Pro? Hat überhaupt irgendjemand den iMac Retina 5K gekauft? Indiz für nur noch geringe Verkäufe im Profi-Segment: Über's Jahr sind die Verkaufszahlen für den Mac um 14 Prozent gewachsen, der Umsatz aber nur um 9 Prozent. Wollen wir nicht hoffen, dass Apple irgendwann auch noch den Mac unter "Sonstiges" verortet.

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