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Apple siegt vor Gericht

14.03.2005 | 13:47 Uhr |

In den Prozessen gegen Gerüchtesites, die im Vorfeld der Macworld Expo vertrauliche Informationen über neue Produkte aufgedeckt hatte, erreichte Apple am Freitag vor Gericht einen ersten Erfolg.

Richter James Kleinberg vom obersten Gericht des kalifornischen Bezirks Santa Clara entschied, dass Apple E-Mail-Daten des Providers Nfox einfordern könne, über den O'Gradys Powerpage seine elektronische Kommunikation abwickelt.

Die anonyme Quelle, die O'Grady Details über Mac Mini und iPod Shuffle verraten hat, ließe sich derart ausfindig machen. Die Anwälte des Websitebetreibers haben jedoch Berufung gegen die Entscheidung angekündigt. Das Argument der Verteidigung, auch Online-Journalisten hätte die gleichen Rechte auf Quellenschutz wie die Kollegen aus dem Printbereich, wischte Richter Kleinberg mit der Begründung vom Tisch, dass "niemand das Recht habe, Informationen zu publizieren, die nur nach einem Gesetzesbruch zur Verfügung gestellt werden konnten." Das Handelsgeheimnis sei in diesem Fall höher zu bewerten.

Kritik an Apple

Die Entscheidung eines US-Richters, dass Apple Quellmaterial von Gerüchteseiten anfordern kann, wird in Journalistenkreisen wenig positiv aufgenommen. Wie der Jupiter Research-Analyst Joe Wilcox schreibt, hätte eine Kurzbefragung von mehreren Presseleuten ergeben, dass diese verstimmt über Apple und die Entscheidung seien. Ansonsten versteht Wilcox die richterliche Verfügung durchaus - so habe O'Grady's PowerPage offenbar tatsächlich Material veröffentlicht, das mit "confidential" markiert gewesen sei. Wilcox, der früher selbst Journalist war, meinte, er hätte es sich als Reporter zweimal überlegt, solches Material zu veröffentlichen. Problematisch an der Entscheidung sei dennoch, dass Apple es sich möglicherweise mit seiner Fan-Basis verscherze. Außerdem seien Vorabberichte auch "kostenloses Marketing". (pm/ macnews.de/bs )

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