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Apple soll Einsicht in Sitzungsprotokolle gewähren

27.09.2007 | 15:30 Uhr |

Geht es nach dem Willen des klagenden Bostoner Pensionsfond, dann muss Apple Einblick in vertrauliche Sitzungsprotokolle gewähren. Morgen trifft der zuständige Richter hierzu seine Entscheidung. Hintergrund der Auseinandersetzungen sind Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aktienoptionen, die Apples Image in den vergangenen Monaten schwer beschädigt haben.

Mehrere institutionelle Anleger werfen Apple vor, zu Ungunsten der Aktienbesitzer gehandelt und lieber die Taschen der eigenen Manager gefüllt zu haben. Andere große US-Firmen sind mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert, die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt auch in Cupertino und hat nun sogar Firmen-Chef Steve Jobs zur Anhörung vorgeladen ( wir berichteten ). Parallel klagen Anleger und werfen Apple Untreue vor, darunter befinden sich auch die Pensionsfons der New Yorker und Bostoner Kommunalverwaltungen. In letzterem Fall , anhängig vor dem Landgericht (superior court) im kalifornischen San Jose, hat der Bostoner Fond Antrag auf Einsicht in Sitzungsprotokolle des Apple Aufsichtsrates ab 1997 gestellt; das hat - unter der Leitung von Jobs - über die Vergabe von Aktienoptionen beraten und entschieden. Morgen trifft dazu Richter Jack Komar seine Entscheidung. line 2: line 3: Abgelehnt hat Richter Komar den Antrag auf Einsichtnahme in die interne Untersuchung zur Rückdatierung von Aktienoptionen. Apples eigene Untersuchung, geleitet von Al Gore, Umweltaktivist, Ex-Vize-Präsident der USA und selbst Aufsichtsratsmitglied, hatte zumindest ab dem Jahr 2003 keine Unregelmäßigkeiten feststellen können und gab den Wert der auf Aktienoptionen basierten Abfindungen mit 84 Millionen US-Dollar an. Nichts desto trotz wiegten die Vorwürfe der amerikanischen Börsenaufsicht etwa gegen Apples früheren Finanzchef Fred Anderson schwer genug, dass erst gegen Zahlung eines Strafgelds in Millionen-Höhe die Ermittlungen gegen ihn eingestellt worden sind. Gegen die ehemalige Chef-Juristen Nancy Heinen ermitteln SEC und Staatsanwaltschaft weiter.

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