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Apple steigert Umsatz und Gewinn

28.04.2015 | 06:34 Uhr |

Apple hat seine Bilanz für das zweite Quartal 2014/2015 vorgelegt und mit den Zahlen die Erwartungen der Wall Street und die eigenen erneut übertroffen.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 58 Milliarden US-Dollar, der Gewinn gar um 33 Prozent auf 13,2 Milliarden US-Dollar oder 2,33 Prozent pro verwässerter Aktie. Die Marge stieg von 39,3 Prozent auf 40,8 Prozent. Noch nie hatte Apple ein zweites Quartal besser abgeschlossen, überhaupt erst einmal standen noch höhere Zahlen in der Quartalsbilanz - das war das erste Quartal 2014/2015 mit dem Weihnachtsgeschäft.

Mac besser als iPad

Vor allem das iPhone hat zum Erfolg beigetragen, mit 61,2 Millionen verkauften Geräten erzielte Apple einen Umsatz von 40,2 Milliarden US-Dollar. Leicht zugelegt haben auch Mac-Verkäufe, im Vorjahr waren es noch 4,1 Millionen Stück, im zweiten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres 4,6 Millionen. Das Geschäft mit dem iPad entwickelt sich weiter rückläufig, hatte Apple vor einem Jahr noch 16,3 Millionen Tablets verkauft, waren es diesmal nur 12,6 Millionen Stück. Der mit dem Mac erzielte Umsatz ist wieder höher als der aus dem iPad-Geschäft: 5,6 Milliarden zu 5,4 Milliarden US-Dollar. Sprich: Pro verkauftem Mac nimmt Apple rund das 2,7-fache gegenüber einem durchschnittlichen iPad ein. Apple nennt aber keine genauen Zahlen, welche iPad-Modelle und welche Macs sich wie verkaufen.

iTunes und App Stores brummen

Der Bereich Services trägt laut der aktuellen Bilanz mit fast fünf Milliarden US-Dollar soviel Umsatz bei wie noch nie. Darunter fallen vor allem die über den iTunes Store und die App Stores erzielten Umsätze , aber auch die über Apple Pay verdienten Umsatzbeteiligungen im mobile Payment. Für "Andere Produkte" weist Apple einen Umsatz von 1,689 Milliarden US-Dollar aus, hier sind iPod, Apple TV und die Produkte von Beats Electronics gemeint. Der Posten hat gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent verloren, im zweiten Quartal 2014 hatte Apple aber noch den iPod-Umsatz separat ausgewiesen mit 461 Millionen US-Dollar. Hinzukamen der Posten "Zubehör" mit 1,419 Milliarden US-Dollar. Wie viele - oder wenige - iPods Apple noch verkauft, lässt sich aus den Zahlen nicht schließen, marginal ist der Musikplayer jedoch längst geworden.

Tim Cook legt Bilanz aus

Weit aussagekräftiger als die bloßen Geschäftszahlen ist, wie sie Apples Unternehmensspitze einordnet. Tim Cook spricht in einem Conference Call über ...

 ... das iPad: Trotz des Umsatzverlusts von 23 Prozent gegenüber Vorjahr bleibt Cook optimistisch und sagt in Zukunft wieder Wachstum voraus. Hoffnung setzt Apple auf die erst allmählich anlaufende Partnerschaft mit IBM, die mehr iPads in Unternehmen und Behörden verkaufen will. Auch würden die Zahlen nicht zeigen, dass es noch viele potentielle Kunden gebe, die noch kein iPad hätten, sich aber in naher Zukunft eines kaufen wollten. Apple werde daher weiter in das iPad und die bestehende Produktpipeline investieren. Wann man damit wieder Wachstum sehen könne, lässt Cook offen. Neue iPads werden mutmaßlich nicht vor herbst kommen, schon jetzt bietet Apple fünf unterschiedliche Modelle an (iPad Air und iPad Air 2, iPad Mini, iPad Mini 2 und iPad Mini 3).

 ... Best Buy und Apple Pay : Ab sofort über die App, im Laufe des Jahres auch in den Filialen mit iPhone 6 und Apple Watch zahlen - Überraschend schert der Elektronikhändler ein wenig aus einem Konsortium von Handelsketten aus, welches das alternative Bezahlsystem CurrentC unterstützt und Apple Pay bisher ablehnte. Ob Best Buy in Zukunft auf beide Methoden setzt, hat das Unternehmen noch nicht verraten.

 ... die Apple Watch: Tim Cook stellt in Aussicht, dass ab Juni es keine Verzögerungen mehr bei der Bestellung der Apple Watch geben soll, eine "zweite Welle" der Uhren gelangt dann in die Apple Stores. Das Feedback der Kunden zur Smartwatch sei indes zu 100 Prozent positiv. Entwickler, die über einen speziellen Kanal eine Apple Watch geordert haben, werden nun leider auch nicht schon vorzeitig die Apple Watch bekommen.

 ... Apple und das Fernsehen: Der Start von HBO Now leite einen großen Wandel in den Medien ein, meint Tim Cook. Erstmals bringt ein großer Fernsehsender seine Inhalte direkt per Internetstream auf die Endgeräte der Kunden, ohne Umweg über ein Abo für einen Kabelservice. Apple könnte ein Teil dieser erneuten Revolution werden, raunt Cook und lädt ausdrücklich zu Spekulationen ein. Ein Update der Apple TV ist in der Tat überfällig, Cooks Andeutungen fördern weitere Spekulationen über ein TV-Streaming-Angebot von Apple. Einen eigenen Fernsehapparat wird Apple aber gewiss nicht produzieren.

Gutes China-Geschäft

Auf das Ausland entfallen mittlerweile 69 Prozent der Umsätze Apples, vor allem in China macht der iPhone-Hersteller gute Geschäfte, wo sich der Umsatz über das Jahr um 71 Prozent gesteigert hat.

Apple freut sich auf ein weiteres "aufregendes Quartal" mit Mac, iPhone und iPad und wird im Juli erstmals Bilanzen für die Apple Watch darlegen. Genaue Zahlen zum Verkaufsstart der Apple Watch nannte Tim Cook in der Bilanzpressekonferenz nicht , doch erklärte er, dass die Nachfrage das Angebot übersteige. Bis Juni wolle man die Produktion so weit hoch gefahren haben, dass es bei der Bestellung nicht mehr zu Wartezeiten kommt.

Apple zahlt Kapital zurück

Im Rahmen der Bilanzveröffentlichung hat Apple auch bekannt gegeben, sein Kapitalrückzahlungsprogramm um 50 Prozent auszuweiten und bis März 2017 den Aktionären insgesamt 200 Milliarden US-Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen auszuschütten. Die nächste Dividende in Höhe von 0,52 US-Dollar pro Stammaktie wird am 14. Mai fällig. Seit Beginn des unter Steve Jobs undenkbaren Programms im August 2012 hat Apple nach eigenen Angaben 112 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre ausbezahlt, eingerechnet sind darin Aktienrückkäufe im Wert von 80 Milliarden US-Dollar. Wie bisher will Apple das Programm mit Krediten finanzieren, die Barreserven von mittlerweile 194 Milliarden US-Dollar anzutasten, käme dem Unternehmen teurer. Denn das meiste Geld hat Apple im Ausland angesammelt,  bei der Rückführung in die USA wären hohe Steuern fällig.

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