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Apple steigert Umsatz und Gewinn

16.10.2003 | 11:41 Uhr |

Im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2002/2003 hat der Mac-Hersteller 1,7 Milliarden Dollar eingenommen und einen Überschuss von 44 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Gewinn gesteigert

Apple hat im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2002/2003, das am 27. September endete, einen Gewinn von 44 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Aktie verbucht. Der Mac-Hersteller hatte in der Vorjahresvergleichszeit einen Verlust von 45 Millionen Dollar oder 13 Cent je Aktie ausgewiesen. Der Quartalsumsatz erhöhte sich um 19 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar, gab Apple am Mittwoch nach Börsenschluss bekannt. Apple hat in der Berichtszeit 787.000 Rechner ausgeliefert, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Der Jahresumsatz stieg auf 6,2 (Vorjahr:5,7) Milliarden Dollar und der Jahresgewinn auf 69 (65) Millionen Dollar. Die Gewinnmarge sank im vierten Quartal auf 26,6 Prozent, Apple macht dafür gestiegene Frachtkosten für die Auslieferung von Power Macs G5 und iMacs verantwortlich

Apple-Chef Steve Jobs bezeichnete das abgelaufene Quartal als "großartig", die im fraglichen Zeitraum in den Handel gekommenen Power Macs G5, die neuen Powerbooks und iPods hätten wesentlich zum Erfolg beigetragen. Zudem gab Jobs einen Ausblick auf das folgende Quartal. Panther werde man in zwei Wochen ausliefern, außerdem habe die Company morgen wichtige Nachrichten über seine Anstrengungen im Musikgeschäft zu vermelden. Jobs wird am heutigen Donnerstag ab 10 Uhr Westküstenzeit auch Details zu den bisherigen Umsätzen im iTunes Music Store nennen.

Starker iPod und G5

Besonders stark geht der Umsatz mit dem iPod in die Bilanz ein, den Absatz konnte Apple um 140 Prozent auf 336.000 Stück steigern. Das vierte Quartal war das bisher beste für den iPod, der 121 Millionen Dollar in die Kassen von Apple spülte.

Einen wesentlichen Umsatzsprung konnte Apple mit den Power Macs erreichen, 221.000 Stück gingen im abgelaufenen Quartal über den Ladentisch. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das ein Plus von 26 Prozent, gegenüber dem Vorquartal gar eine Steigerung um 66 Prozent. Zum Umsatz haben die Profi-Rechner mit 419 Millionen Dollar den größten Beitrag geleistet.

Im mobilen Sektor konnte Apple gegenüber dem Vorquartal noch einmal um neun Prozent zulegen. Die 176.000 verkauften Powerbooks bedeuten gegenüber dem Vorjahr jedoch eine Absatzsteigerung von 203 Prozent und Einnahmen von 348 Millionen Dollar.

iMac und iBook schwächeln - Europa erholt sich

Rückläufig entwickelte sich jedoch der Verkauf von iMacs und iBooks, die im Berichtszeitraum keine Aktualisierungen erfahren haben. Immerhin konnte Apple noch 253.000 iMacs und 137.000 iBooks verkaufen, 12 respektive 28 Prozent weniger als im Vorquartal und 20 respektive 25 Prozent weniger als im Vorjahr. iMacs trugen 279 Millionen Dollar zum Umsatz bei, iBooks 137 Millionen Dollar.

Software verkaufte Apple sieben Prozent mehr als im vergangenen Quartal und 13 Prozent mehr als im Vorjahr, die Bilanz weist Einnahmen von 177 Millionen Dollar aus. Auch mit Peripherie wie LCDs und anderer Hardware wie dem Xserve konnte Apple noch ein nennenswertes Geschäft machen, die 217 Millionen Dollar Umsatz bedeuten eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal.

Während Amerika für Apple der wichtigste Markt bleibt, 453.000 der 787.000 Einheiten hat der Mac-Hersteller dort abgesetzt, hat das Auslandsgeschäft 38 Prozent zum Umsatz beigesteuert. Laut Apple zeigt sich in Europa die Nachfrage wieder leicht erholt, 158.000 verkaufte Einheiten vermeldete der alte Kontinent, im Vorquartal waren es noch 144.000 Stück und vor einem Jahr 136.000. In der Bilanz stehen 323 Millionen Dollar in Europa generierter Umsatz.

In Japan gingen die verkauften Stückzahlen trotz einer leichten Umsatzsteigerung um 11 Prozent gegenüber dem Juni-Quartal zurück, vor einem Jahr hatte Apple in Fernost jedoch 26 Prozent weniger Rechner absetzen können.

Ladenkette erstmals profitabel

In den eigenen Läden hatte Apple 59.000 Macs verkauft, die Ladenkette nahm insgesamt 193 Millionen Dollar ein, 48 Prozent mehr als vor drei Monaten und 75 Prozent mehr als im letzten Jahr. Die Apple Stores waren damit erstmals profitabel, bis Thanksgiving wolle man in den USA 73 Verkaufsstellen haben. Der in Tokyo geplante erste Apple Store außerhalb Amerikas wird aber wohl nicht mehr in diesem Jahr öffnen.
Mit der Ladenkette Best Buy wolle man jetzt ein Pilotprojekt starten, in 48 Läden sollen Verkäufer mit Apple-Badges für Umsatz sorgen. Da man weltweit über insgesamt 8.000 Verkaufsstellen verfüge, könne man derzeit über den Erfolg nichts sagen, beantwortete Finanzchef Fred Anderson in der folgenden Bilanzpressekonferenz eine entsprechende Frage.

Anderson hob die starke Bilanz hervor. Apple habe seine Umsatz- und Gewinnziele für das Quartal übertroffen. Anderson prognostizierte für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine Umsatzerhöhung auf 1,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn dürfte gegenüber dem vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres leicht zulegen.

Ebenso musste Anderson einräumen, dass Apple in seiner ehemaligen Domäne, dem Bildungsbereich, Umsatzeinbußen von 15 Prozent zu verzeichnen hatte. Daran änderten auch die sechs Geschäfte mit mehr als 1.000 auf einmal verkauften Rechnern und die 20 bis 25 Abschlüsse mit Stückzahlen unter 1.000 wenig. Besonders das 12-Zoll-iBook mache Sorgen, Kannibalisationseffekte vom 12-Zoll-Powerbook seien nicht auszuschließen. Dennoch gebe es Hoffnung, an Hochschulen habe man dank G5 und Powerbook das beste Ergebnis seit sieben Jahren erzielen können.

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