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Apple stellt Shake für Mac-OS X vor

23.07.2002 | 12:49 Uhr |

Nach dem Kauf von Nothing Real hatten viele Filmschaffende gespannt gewartet, was Apple mit dem Profi-Programm anfangen will.

München/Macwelt - Einen weiteren Schritt zum Anbieter von Profi-Filmprodukten hat Apple mit der Vorstellung von Shake für Mac-OS X gemacht. Das Compositing-Tool von der Firma Nothing Real, die Apple im Februar übernommen hat, ist ein weit verbreitetes Tool für Spezialeffekte.
Eine Vielzahl an Filmproduktionsfirmen, wie etwa Dreamworks, verwendet das Programm, um Spezialeffekte zu generieren. Von der Konkurrenz soll sich Shake etwa durch eine besonders schnelle Rendering-Engine abheben.
Aufgabe von Shake war es etwa im Film "Anna und der König von Siam" aus einem modernen Hafen einen malaysischen Küstenort aus dem vorigen Jahrhundert zu machen. Auch im aktuellen Film "Ice Age" wurde Shake für Aufgaben wie Bildkorrekturen oder Beleuchtung verwendet, wie die Produktionsfirma Blue Sky Studios berichtet.
Nach Alternativen für die Software müssen sich bald Windows-Anwender umsehen: Die aktuelle Shake-Version ist die letzte, die es für Windows geben wird. Shake wird gegenwärtig vor allem auf den Plattformen IRIX und Linux verwendet, Apple will aber keine Weiterentwicklung garantieren. Um seinen Kunden den Umstieg auf Mac-OS X schmackhaft zu machen, gibt der Computerhersteller finanzielle Anreize. Shake 2.5 für nicht-Mac Systeme kostet wie frühere Versionen 9900 US-Dollar Kaufpreis plus 1485 US-Dollar jährlich. Die Mac-Version, die Mac-OS X 10.2 voraussetzt, gibt es dagegen schon für 4950 US-Dollar plus 1200 US-Dollar im Jahr. Besitzer einer Shake-Lizenz erhalten zusätzlich noch die Möglichkeit neben ihrer bisherigen Intel-Lösung auch die Mac-OS X-Version zu nutzen, quasi eine Verdoppelung der teuren Lizenzen.
Als Mindestanforderung für die Installation nennt Apple einen Powermac G4 800 mit Mac-OS X 10.2, 32 MB Videospeicher, ein Display der Auflösung 1280 x 1024 und, wohl erstmals bei einem Apple-Programm, eine Dreitastenmaus.
Gegenüber der Vorversion kann die ab August erhältlich Version besser Bilder importieren und bietet ein Festplattenbasiertes Proxysystem. Neu ist die Möglichkeit, das Rendern auf einen Bildbereich zu begrenzen, was die Bearbeitungsgeschwindigkeit beschleunigt.
Die Markeinführung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem sich die viele große Produktionsfirmen von ihren Unix-Rechnern auf SGI-Basis trennen und auf Intel-Rechner mit Linux oder Windows wechseln. So hatte gestern Industrial Light and Magic angekündigt, ihre SGI-Workstations durch 600 Intel-Workstations von Dell auszutauschen. Auch Steve Jobs Firma Pixar arbeitet mit Intel-Maschinen, die von der Firma entwickelte Software Renderman läuft nämlich bisher noch nicht auf dem Mac. sw

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