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Apple stellt Signal-Entwickler ein

26.02.2016 | 12:10 Uhr |

Frederic Jacobs, ein Entwickler der sicheren Chat-App Signal, wir ab Sommer 2016 für Apple arbeiten.

Erst gestern kündigte Apple in einem Interview an, das iPhone künftig noch stärker verschlüsseln zu wollen. Zur Verstärkung seines Security-Teams holt sich der US-Konzern nun Unterstützung aus der Schweiz. Im Sommer wird Frederic Jacobs , ein Entwickler der sicheren Chat-App Signal, dem CoreOS-Sicherheitsteam bei Apple beitreten.

Signal war das Werkzeug der Wahl für den NSA-Whistleblower Edward Snowden. Jacobs war zuletzt zweieinhalb Jahre für den Signal-Entwickler Whisper Systems tätig. Anfang des Jahres verließ er das in der Schweiz ansässige Unternehmen. Nach einem Eintrag über seinen Twitter-Account wird Jabobs zunächst eine Intern-Stelle bei Apple beziehen. Vergleichbar mit deutschen Personalsystem ist es eine (meistens sehr gut) bezahlte Ausbildungsstelle.

Apple befindet sich derzeit in einer öffentlichen Datenschutz-Debatte und einem erbitterten Kampf mit dem FBI. Die US-Behörde will Apple per Gerichtsbeschluss dazu bringen, das iPhone eines mutmaßlichen Terroristen aus San Bernadino zu entsperren. Dafür soll der Konzern eine neue iOS-Version mit Backdoor entwickeln und dem FBI zur Verfügung stellen.

Apple-CEO Tim Cook weigert sich jedoch. In seinen Augen wird es nicht bei diesem einen iPhone bleiben, wenn Apple dem FBI-Gesuch nachkommt. Die Behörden könnten seiner Meinung nach einen Masterkey, eine Überwachungssoftware oder Zugriff auf die Smartphone-Kamera verlangen.

Erst gestern legte Cook gegenüber ABC News noch einmal ausführlich seine Gründe für die Ablehnung dar. Cook kündigte weiterhin an, die iPhone-Backups in der iCloud künftig ebenfalls verschlüsseln zu wollen. Derzeit ist die Recovery-Funktion ohne Passcode zugänglich. Möglicherweise könnte Signal-Entwickler Jacobs in diesem Bereich bei Apple arbeiten.

Unterdessen gibt es fast täglich eine neue Episode im Streit zwischen Apple und dem FBI. Anstelle eines Rechtsstreits, will Apple den Sachverhalt in Kürze dem US-Senat vorlegen. Durch fleißige Lobbyarbeit hofft der Konzern hier auf eine bessere Position.

Kommentar: Apple trotzt dem FBI und das ist gut so!

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