896088

Apple stellt Verkauf des CRT-iMac endgültig ein

19.03.2003 | 13:54 Uhr |

Nur noch mehr Restbestände des 15-Zoll-Kompaktrechners bietet Apple in seinem Education Store an. Das Ende einer Erfolgsstory.

München/Macwelt - Apple hat den Verkauf des iMacs mit 15-Zoll-CRT-Monitor und G3-Prozessor an Normalkunden eingestellt, nur noch mehr im Education Store sind Restbestände zu haben. Viereinhalb Jahre nach der Vorstellung des originalen Bondi Blue und etwas mehr als ein Jahr nach der Premiere des Nachfolgers mit G4-Prozessor und Flachbildschirm endet damit die Erfolgsstory des Rechners.

Noch von Gil Amelio als Apple-CEO initiiert, erblickte der iMac im Mai 1998 auf der WWDC in San Jose das Licht der Welt. Seinen Erstverkaufstag erlebte der All-in-Rechner am 15. August 1998, in Deutschland war er ab dem 5. September des gleichen Jahres zu haben. Doch von Anfang an galt Steve Jobs als der Vater des Rechners, der enorme Verkaufserfolg war nicht zuletzt einer umfangreichen Marketingkampagne zu verdanken, für die der Apple-Gründer stand.

Diese Kampagne, begleitet von Fernsehspots, in denen der Schauspieler und bekennende Mac-Fan Jeff Goldblum (Das lange Elend, Jurassic Park) für den bunten Rechner warb, setzte in der Computerindustrie neue Kräfte frei. Rechner mussten nicht mehr länger beige oder grau, eckig oder unhandlich sein, eine Flut von Me-To-Produkten überschwemmte den Markt. Dabei konnte es Apple gelassen sehen, wenn selbst Hersteller von Haushaltsgeräten wie Bügeleisen sich am Design mit durchsichtigem, blau-grünem Plastik orientierten, weniger humorvoll reagierte die Jobs-Company auf Rechner-Konzepte von E-Machines, Future Power und Daewoo .

Nicht nur, um wieder den Plagiatoren einen Schritt voraus zu sein, stellte Apple im Januar 1999 bereits die erste wesentliche Revision vor, iMacs in fünf verschiedenen Farben, neun Monate später folgte, ebenfalls in tangerine, strawberry, blueberry, grape und lime sowie in der "seriösen" Aufmachung graphite der iMac DV. Erstmals hatte ein Consumer-Rechner serienmäßig ein DVD-Laufwerk an Bord, das noch dazu keinen Schlitten mehr benötigte.

Den Boom des CD-Brenners hat Apple jedoch auch mit der nächsten Revision zum zweiten Geburtstag des iMac verpasst, außer gedeckteren Farben hatte die neue reihe nichts neues zu bieten. Das änderte sich erst im Februar 2001, als jedoch der Stern des Erfolgsmodells langsam zu sinken begann. Die poppigen Aufmachungen "Dalmation Blue" und "Flower Power" blieben eine Fußnote des Designs, der endlich eingebaute CD-Brenner konnte die reihe nicht mehr wesentlich aufwerten, zumal die Mac-Gemeinde längst auf den Nachfolger mit Flachbildschirm gewartet hatte.

Die endgültige letzte Fassung, zur Premiere des iMac TFT im Januar 2002 vorgestellt, war lediglich eine Konzession an das Niedrigpreissegment, in das sich die Halbkugel mit Flachbildschirm zu diesem Zeitpunkt nicht positionieren ließ.

Bis zum heutigen Tag gingen mehr als sechs Millionen klassische iMacs über die Ladentheke, in Apples Bericht zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 tauchte die Classic-Variante des Top-Sellers immerhin noch mit 76.000 Verkäufen auf, im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verkaufte Apple noch 54.000 Stück.

Als Einsteigerrechner mit Röhrenmonitor verbleibt der ursprünglich für den Bildungsbereich konzipierte eMac mit 17-Zoll-Monitor ab 999 Euro exklusive Mehrwertsteuer im Angebot und trägt die Erinnerung an das Original weiter. Bye-bye iMac. pm

Im Macwelt-Archiv (0,35 Euro je Artikel):
iMac und Mac-OS X: Steve Jobs zeigt Profil

Der iMac im Praxis-Check

Softwaretest: Für wen sich der iMac lohnt

iMac 333 MHz

iMac 350

Die neue Generation: iMacs mit 600 MHz

Mehr Power für G4, iMac und Mac-OS X

iMac/700 MHz

0 Kommentare zu diesem Artikel
896088