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Apple sucht Musikredakteur für iTunes

24.02.2015 | 08:16 Uhr |

Apple scheint sich mehr und mehr damit zu befassen, iTunes ein wenig auf Vordermann zu bringen. Hierfür wird derzeit nach einem Musikredakteur gesucht, der in London tätig sein soll.

Erfahrung sollte der „ redaktionelle Produzent “ natürlich vorweisen, sowohl in der Popkultur- und Musik-Berichterstattung, aber auch im Verfassen redaktioneller Artikel, dem Betreuen eines freien Teams und generell in der redaktionellen Arbeit, die mit dieser Tätigkeit zusammenhängt.

Noch ist natürlich unklar, was Apple im Stillen wirklich plant und ob wir uns möglicherweise über ein Musik-Magazin direkt in iTunes freuen dürfen. Apple selbst hat sich hierzu wie gewohnt noch nicht zu Wort gemeldet.

Schon jetzt wird der iTunes Store redaktionell betreut, wie man etwa an den besonderen Angeboten oben im Programmfenster erkennen kann. Exakt auf den Tag 40 Jahre ist es heute her, dass die britische Rockband Led Zeppelin ihr wegweisendes Doppelalbum "Physical Graffiti" mit dem die erste Platte beschließenden Longtrack "Kashmir" veröffentlichte. Klar, dass der iTunes Store in dieser Woche das Werk besonders hervorhebt. Die Redaktion des Musikkaufladens hat aber ein anderes epochales Werk vergessen, das ebenfalls an einem 24. Februar Premiere feierte.

Zur Entschuldigung sei gesagt, dass es kein rundes Jubiläum ist und das Jahr 1876 auch verdammt lang her, in dem in Oslo Henrik Ibsens Epos Peer Gynth in der als Drama mitsamt der von Edvard Grieg dafür komponierten Musik zur Uraufführung kam. Sie wissen schon: Die Morgenstimmung, die aber keineswegs einen norwegischen Sonnenaufgang in Klängen malt, sondern einen afrikanischen. Das irre Crescendo in der Halle des Bergkönigs, Solvejgs Liebeslied, Anitras Tanz und die Trauermusik für Aase. Die bekanntesten acht Stücke, in zwei Suiten zusammengefasst, sind aber nur ein Teil des Gesamtwerkes und kommen in den meisten Aufnahmen ohne Gesang, Chor und Rezitative aus. Wer nicht gleich das Gesamtwerk hören möchte, dem sei aber die Aufnahme der Göteborger Symphoniker aus dem Jahr 1989 empfohlen : Solvejgs Lied von Barabra Bonney gesungen, die Halle des Bergkönigs von einem Chor von Trollen gefüllt. Auf alle Fälle hörenswert. An der Oper in Oslo hatte im Dezember 2014 eine Neuvertonung des Dramas Premiere, Jüri Reinvere heißt der Komponist. Das Werk ist bisher kaum bekannt, aber Griegs Bühnenversion hatte es auch schwer, so kam es erst zur Auskopplung der beiden Suiten als "Best of". Eine Art von Zweitverwertung haben übrigens auch Led Zeppelin auf Physical Graffiti betrieben, praktisch besteht die komplette zweite Seite aus Stücken, die es nicht auf die frühere Werke I-IV respektive Houses of the Holy gebracht haben.

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