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Apple soll sein Verhältnis zu China erklären

03.02.2010 | 11:11 Uhr |

Ein US-Senator hat 30 Hightech-Unternehmen gebeten, eine Stellungnahme über ihre Beziehung zu China abzugeben. Darunter Apple, Amazon, Facebook und Ebay.

iPhone China
Vergrößern iPhone China

Nicht wenige sehnen sich in die bipolare Welt des Kalten Krieges zurück, die US-Regierung erkennt immer mehr China als Hauptkonkurrenten oder gar potentiellen Feind an. Eine Untersuchung des US-Senats stellt nun 30 US-Firmen, darunter Apple, die Gretchenfrage: "Wie hältst du es mit China?", berichtet die Nachrichtenagentur AP. Den Ausschuss leitet der Vorsitzende der von den Demokraten gestellten Mehrheitsfraktion Dick Durbin, der Google als leuchtendes Beispiel im Umgang mit dem Regime des Reichs der Mitte darstellt. "Google gab ein starkes Beispiel im Widerstreit gegen die fortgesetzte Missachtung von fundamentalen Menschenrechten und Meinungsfreiheit durch die chinesische Regierung," erklärt Durbin den Vorstoß. "Ich freue mich darauf, mehr darüber zu erfahren, wie andere amerikanische Firmen dem Beispiel Googles folgen." Neben Apple sollen sich auch Skype oder Facebook den Fragen des Senats stellen.

Google hatte lange Jahre die Spielregeln des chinesischen Regimes befolgt und seinen Index nach Regierungsvorgaben indiziert. Suchtreffer zu Informationen etwa über das Massaker auf dem Tiananmenplatz vom 4. Juni 1989 spuckte der chinesische Google-Ableger nicht aus. Vor kurzem war jedoch Google Opfer von Hackerangriffen geworden, die den Googlemail-Accounts chinesischer Regimekritiker galten und drohte damit mit Rückzug aus China. Dort war Google, anders als anderswo in der Welt, jedoch nur erklärte Nummer zwei im Suchmaschinengeschäft hinter der lokalen Suchmaschine Baidu. Das Firmenmotto Googles "Don’t be evil" hatte kürzlich Apple-Chef Steve Jobs als "eine Haufen Mist" diskreditiert - und dabei auf Googles angebliche Bestrebungen erwiesen, Apples iPhone zu "killen". Google gerät zudem zunehmend unter die Kritik von Datenschützern wegen des Geschäftsmodells des Konzerns, möglichst alles über möglichst alle Internetnutzer in Erfahrung zu bringen.

Auch Apple profitiert von den Verhältnissen im Niedriglohnland China, in dem der Mac- und iPhone-Hersteller die meisten seiner Produkte herstellen lässt. Doch hat sich Apple zuletzt ungewöhnlich transparent gezeigt und im vergangenen Jahr in einem Report verraten , dass die meisten seiner hiesigen Partner ihre Arbeiter nicht anständig bezahlten, mehr als ein Viertel würden gar Mindestlöhne verweigern.

AT&T und Facebook wollen laut AP bis zum 19. Februar auf die Anfrage antworten, Apple gab keinen Kommentar ab.

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