1000197

Apple und der Umweltschutz

15.08.2008 | 12:47 Uhr |

Liest man sich Apples öffentliches Bekenntnis zum Umweltschutz durch, könnte man meinen, Apple sei ein Vorreiter bei der "Green-IT", ein Überzeugungstäter. Doch die Geschichte zeigt, dass Apple alles andere ist als ein traditionell grünes Unternehmen. Eine Chronik.

Greenpeace iTox iWaste
Vergrößern Greenpeace iTox iWaste

Apples Image gilt weitgehend als makellos. Über Jahre zehrte das Unternehmen von der Überzeugung der Kunden, dass Apple zu "den Guten" gehöre. Erst mit dem größeren Erfolg der letzten Jahre ändert sich dies. Mehr Erfolg, mehr Aufmerksamkeit, mehr Kritik. Besonders die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Apple-Hype immer wieder genutzt, um auf die Probleme rund um die Herstellung und auch die Entsorgung von Computern aufmerksam zu machen.

Dieser Bereich wird von Konsumenten oft übersehen, von Herstellern gerne verschwiegen: Wie viel Energie die Herstellung eines Computers benötigt? Welche gefährlichen Stoffe dabei verwendet werden und wie das Ganze nach dem Ende des Computerlebens wieder entsorgt und recycelt wird: all das erfahren Konsumenten meist nicht. Bilder von Arbeitern in China und Indien, die Wertstoffe mit offenem Feuer oder Säurebädern von Hand aus westlichem Wohlstandabfall gewinnen: das sehen wir hier selten.

Auch bei Apple schwieg man sich darüber lange aus, was in den Macs steckt. Zwar gab Apple stets Informationen über den Stromverbrauch preis und brüstete sich mit Produktkennzeichnungen wie dem Energy Star, Details über die Herstellung erfuhren die Verbraucher aber nicht. Greenpeace setzte Apple öffentlich unter Druck und machte öffentlich auf die Gefahren aufmerksam.

Apples beharrliches Schweigen

So verwenden Elektronikhersteller oft Flammschutzmittel aus Brom-Verbindungen. Diese sind gesundheits- und umweltschädlich, sollen bei der Produktion, der Entsorgung und sogar beim Gebrauch giftige Ausdünstungen abgeben können. Auch der verbreitete Kunststoff PVC steht in der Kritik, er ist nur schwer zu entsorgen.

Bereits 2003 hat Greenpeace Apple laut eigener Aussage kontaktiert und um eine Stellungnahme zu der Verwendung von Chemikalien gebeten. Damals erfolgt laut der Organisation keine Reaktion. Auch mehrere spätere Treffen hätten keine Bewegung in Apples Chemie-Politik gebracht. Das bringt dem Hersteller im August 2006 einen der hinteren Plätze im ersten Umweltranking der Elektronikhersteller ein: "Im Guide to Greener Electronics" landet Apple auf dem viertletzten Platz . Greenpeace will Apple bereits etwa ein Jahr zuvor über die geplante Umweltrangliste informiert haben. Auch die zu erwartende schlechte Platzierung sei Apple Monate zuvor bekannt gewesen - ohne Reaktion. In der Öffentlichkeit wehrt sich Apple und warf der Organisation vor, unsauber zu arbeiten .

0 Kommentare zu diesem Artikel
1000197