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EFF: Apple ist "eifersüchtiger Feudalherr" in Sachen iPhone-SDK

11.03.2010 | 11:11 Uhr |

Die Verbraucherschützer von EFF kritisieren Apple strenge Regeln für das Entwicklungskit der iPhone- und iPad-Programmierer. Sie sind erstaunt über die teils willkürlichen Rechte, die Apple sich selbst einräumt.

Engadget iPad SDK
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Die Verbraucherschutzorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat mit Hilfe des US-Gesetzes Freedom of Information Act von den Behörden die Lizenzvereinbarung für iPhone -Entwickler erhalten und bezeichnet Apples vertraglich festgelegtes Verhalten gegenüber Entwicklern als "willkürlich und feudalistisch".

Die Vereinbarung enthalte einige "Besorgnis erregende" Passagen, die Schweigeverpflichtung über Inhalte des Vertrages und Möglichkeiten des SDK sei dabei nur ein "seltsamer" Punkt, schließlich sei das Lizenzabkommen nicht als Firmengeheimnis geschützt, sondern öffentlich zugänglich. Was der EFF laut ihres Rechtsbeistandes Fred von Lohmann jedoch dazu hinreißen lässt, Apple mit einem "eifersüchtigen und willkürlichen Feudalherren" zu vergleichen, ist etwa das Verbot, mit dem iPhone-SDK entwickelte Software über irgend einen anderen Kanal als dem App Store zu vertreiben. Apple verbiete zudem den Entwicklern, Anwendern beim jailbreaken ihrer Telefone zu helfen.

Willkür übe Apple auch bei der Distribution aus, indem der iPhone-Hersteller sich das Recht gewähre, Software nicht nur ohne Angabe von Gründen dem Zutritt zum App Store zu verweigern, sondern jedes Programm auch aus dem App Store zu entfernen, selbst, wenn es allen festgeschriebenen Richtlinien entspreche.

Apple könne sich derart strenge Bedingungen nur leisten, weil ihm der iPhone- und bald auch iPad -Kunde auch lange nach dem Kauf des Gerätes noch aufgrund des quasi monopolistischen App Store "gehöre", führt von Lohmann aus und blockt skeptisch in die Zukunft des mobilen Computings: "Falls Apples mobile Geräte die Zukunft des Computers sind, kann man in Zukunft mehr Beschränkungen für Innovation und Wettbewerb als je zuvor in der Geschichte des Computers erwarten." Wolle Apple ein echtes Industrievorbild sein, müsse der iPhone-Hersteller Wettbewerb und Innovation eher fördern, denn als "Feudalherr" aufzutreten. Die EFF hält die Lizenzvereinbarung auf ihrer Werbsite vorrätig , Apple hat zu den Vorwürfen der Organisation keine Stellung bezogen.

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