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Apple untersucht Todesfälle zweier Foxconn Mitarbeiter

22.08.2016 | 17:47 Uhr |

Innerhalb von zwei Tagen sind bei Foxconn, dem weltweit größten Hersteller von Elektronik- und Computerteilen, zwei Mitarbeiter gestorben. Apple, für welches Foxconn unter anderem produziert, stellt nun weitere Ermittlungen in den beiden Fällen an.

Wie The Wall Street Journal berichtet, sucht Apple nach weiteren Informationen bezüglich der Todesfälle von zwei Foxconn-Mitarbeitern. Demnach waren die Arbeiter zuletzt an der iPhone-Produktion im chinesischen Zhengzhou beteiligt. Laut Wall Street Journal soll es sich bei einem Todesfall um Suizid, bei dem anderen um einen tragischen Unfall handeln.

„Nachdem ein 31-jähriger Mitarbeiter am 18. August seine Nachtschicht beendet hatte, begab sich dieser auf das Dach des Foxconn Technology Group’s Produktionsgebäudes und sprang in den Tod. Er hatte den Job seit einem Monat. Am nächsten Tag, dem 19. August, wurde eine Foxconn-Mitarbeiterin von einem Zug erfasst und getötet. Da starker Regen die Straßen überflutet hatte, kletterte sie über eine Absperrung und überquerte den Bahnübergang, um pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.“

Laut 9to5Mac erklärte Apple in einem offiziellen Schreiben, dass das Unternehmen die beiden Todesfälle in Zhengzhou genauer untersuchen will. Demnach werden die Arbeitsbedingungen ständig überwacht um sicherzustellen, dass die strikten Standards eingehalten werden. Darüber hinaus stehen für alle Mitarbeiter in der Lieferkette bei Bedarf soziale und beratende Dienste zur Verfügung.

Mehrere befragte Mitarbeiter behaupten jedoch, dass in den vergangenen Jahren Überstunden bei Foxconn keine Seltenheit sind. Somit soll sicher gestellt werden, dass die Fließbänder maximal gefüllt sind. Jetzt habe Foxconn jedoch ein System eingeführt, nach dem Mitarbeiter nur dann Überstunden leisten können, solange sie weitere Mitarbeiter rekrutieren und anwerben. Dadurch geraten diejenigen Mitarbeiter, die keine Rekruten finden können, noch weiter in Bedrängnis.

Ohne Überstunden verdient ein Mitarbeiter im Monat umgerechnet rund 211 Dollar, was gerade so zum Überleben reicht. Überstunden können diesen Betrag zwar verdoppeln, doch selbst dann verdienen die Mitarbeiter weniger als noch zu Zeiten des großen iPhone-Booms. Die Umstände seien sogar so schlecht, dass manche Mitarbeiter dafür bezahlen, wenn jemand einen Job bei Foxconn annimmt, um somit Überstunden machen zu dürfen.

Foxconn ist bereits in der Vergangenheit durch die Negativ-Schlagzeilen aufgefallen: So gab es 2010 gleich neun Todesfälle unter den Mitarbeitern mit Verdacht auf Selbstmord. Vieles deutete darauf hin, dass die schlechten Arbeitsbedingungen einer der Beweggründe sein könnten.

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