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Apple untersucht seine Zinnlieferanten

15.07.2013 | 07:08 Uhr |

Apple überprüft seine Zinnlieferanten und geht damit Vorwürfen über umweltverschmutzende Minen in Indonesien nach.

Apple hat auf seiner Verantwortungs- und Zulieferer-Webseite angekündigt, mit einer neu gegründeten Umweltschutzgruppe die Zinnquellen seiner Zulieferer zu überprüfen, berichtet The Verge . In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen US-Organisation EICC (Elektronic Industry Citizenship Coalition) will Apple untersuchen, ob das für iPhone und iPad unter anderem als Lötzinn eingesetzte Metall von illegalen und nicht-regulierten Minen in Indonesien stammt.

Zuvor hatte die Umweltschutzorganisation Friends oft the Earth eine Reihe von Smartphone- und Tablet-Herstellern angeklagt, den Raubbau und die Umweltzerstörung auf den Bangka-Inseln in Indonesien in Kauf zu nehmen, um möglichst billig an Rohstoffe für die elektronischen Komponenten und Verarbeitung zu kommen. Nach der am letzten Wochenende groß-angelegten Unterschriften-Aktion der Friends of the Earth in Großbritannien hat Apple immer Untersuchungen eingeleitet. Samsung hat bereits eingestanden, dass die Firma zwar nicht direkt in den Kauf von diesem umstrittenen Zinn verwickelt ist, aber ihre Zulieferer davon Gebrauch machen. Samsung verspricht, bereits an einer Lösung des Problems zu arbeiten.

Neunzig Prozent der Zinnproduktion in Indonesien stammt von den Nachbar-Inseln Bangka und Belitung. Die Ausbeutung der Minen erzeugt Abfallprodukte, die Farmland und Meerwasser vergiften und die Abholzung von Regenwald vorantreiben. Bereits in 2012 berichtete Bloomberg von den unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit: Innerhalb einer Woche starben dort sechs Minenarbeiter - fünf davon wurden durch Erdrutsche in den ungenügend abgesicherten Minenschächten lebendig begraben.

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