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Apple verdient 32 Millionen Dollar

17.07.2002 | 12:40 Uhr |

Trotz gestiegenen iMac-Verkäufen hat sich der Gewinn im dritten Geschäftsquartal fast halbiert.

Apple hat seinen Gewinn im 3. Quartal 2002 fast halbiert, da die Nachfrage nach Personal Computern im Juni deutlich zurück gegangen sei. Der Mac-Hersteller erzielte im Zeitraum April bis Juni nur noch einen Gewinn von 32 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie. Im Vorjahr hatte die Firma von Steve Jobs im 3. Quartal noch 61 Millionen Dollar Plus gemacht. Der Quartalsumsatz betrug 1,43 Milliarden Dollar, drei Prozent unter dem Umsatz des vergleichbaren Vorjahresquartals.
Die Gewinnmarge ist von 29,4 Prozent auf 27,4 Prozent zurück gegangen. Damit hat Apple die Mitte Juni zurückgeschraubten Erwartungen erreicht.

Das Geschäft außerhalb der USA hat zum Umsatz im dritten Quartal zu 42 Prozent beigetragen. Im zurückliegenden Dreimonatszeitraum hat Apple insgesamt 808.000 Macs verkauft, zwei Prozent weniger als vor einem Jahr. Dabei hat ein Nachfragerückgang ab Ende Mai besonders den iMac betroffen, von dem Apple insgesamt 220.000 Stück verkaufen konnte. Derzeit liegen die Verkäufe des Consumer-Rechners etwa 19 Prozent unter den Erwartungen. Das Inventar reicht momentan für sechseinhalb Wochen, Apple will die hohen Lagerbestände auf fünf Wochen reduzieren.

Enttäuschung im Mai

Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die iMac-Verkäufe um 46 Prozent gestiegen, die eMac-Produktlinie ist dabei mit enthalten.
Offenbar verliefen die Verkäufe im Schulbereich nicht so erfolgreich, wie erhofft.
Gegenüber dem Vorjahr sind die professionellen G4-Käufe weiter gesunken. Obwohl der Xserve in den Zahlen mit enthalten sind, sind die Verkäufe um 31 Prozent gefallen. Auch die Verkäufe der Powerbooks sind um 10 Prozent, die der iBooks um 16 Prozent gefallen.

"Die zweite Hälfte des Mai und der Juni verliefen für die gesamte Branche sehr enttäuschend", sagte Fred Anderson, der Finanzchef von Apple, in einer Telefonkonferenz am Dienstagabend (Ortszeit). "Für uns spricht, dass Apple zur Zeit neben Dell der einzige PC-Hersteller ist, der überhaupt Gewinne erzielen kann."
Die Finanzen nannte Anderson solide und die wirtschaftliche Effizienz des Unternehmens hoch. Weiterhin könne man auf Barreserven in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar zurückgreifen. Für das vierte Quartal prognostiziert Anderson einen Umsatz in der gleichen Größenordnung wie im Juni-Quartal und einen leichten Gewinn.

Apple weiter profitabel

Apple-Chef Steve Jobs machte ebenfalls die weltweite Konjunkturschwäche als Hauptursache für den Gewinn- und Umsatzrückgang aus. "Auch vor dem Hintergrund einer globalen Wirtschaftsschwäche agiert Apple weiterhin profitabel und forciert die Innovationskraft des Unternehmens", sagte Jobs. "Wir arbeiten hart daran, immer mehr Anwender für die Mac-Plattform zu begeistern." Eine ganze Reihe von neuen Produkten seien in Arbeit, einige davon möchte Steve Jobs heute auf der Macworld Expo ab 15 Uhr MESZ vorstellen.

Weltweit schnitten vor allem Japan und Europa besonders schlecht ab. Der Geschäftsführer von Apple Deutschland, Frank Steinhoff, sagte: "Die schlechte Konjunktur in Deutschland schlägt auch bei uns durch - und das spüren wir natürlich auch." Die Krise in der Medienindustrie, vor allem im Print- und Filmbereich, führe zudem bei der Hauptklientel von Apple zu einer deutlichen Zurückhaltung beim Kauf. Zudem würden viele professionelle Anwender auf das Update auf die neue Mac-OS-X-Version warten, wie Apple in der Bilanzpressekonferenz einschätzte.

Der Umsatzrückgang hat auch die eigene Ladenkette getroffen, an deren Ausbau Apple jedoch festhalten will. Bis zum Jahresende sollen in den USA 50 Filialen die Käufer anlocken, es gibt keine Pläne, die Kette auch in das Ausland zu erweitern. Die Läden werden laut Finanzchef Fred Anderson langfristig zu Apples Wachstum beitragen und sind deshalb eine wichtige Investition in die Zukunft des Unternehmens. Dabei zögen die attraktiv gelegenen Shops vor allen Dingen potentielle Umsteiger und Neukunden an, andere Vertriebskanäle seien durch die Retail-Stores nicht benachteiligt. Den Break-even mit der Ladenkette habe man im Juni nur knapp verfehlt. (pm/sw)

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